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Internationaler Caravan Salon in Düsseldorf : Schmal und sparsam oder luxuriös und teuer

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Im Dethleffs-Programm: Der Globetrotter XXL Premium Liter übernimmt den Part des Luxusmobil Bild: Schramm

Das Angebot von Freizeitfahrzeugen spiegelt derzeit die aktuelle wirtschaftliche Situation: Es gibt immer mehr Einsteigermodelle und Oberklassevertreter, die Mitte schrumpft. Thema der Messe ist in diesem Jahr das Kochen im Mobil.

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          Noch weisen es die Neuzulassungen von Wohnmobilen und Caravans nicht aus, aber die Hersteller wissen: Wenn der Konjunkturverlauf im Herbst eine Delle beschreibt, ist es mit der Fortsetzung des guten ersten Halbjahrs vorbei. Aber bei widrigen Umständen ein Ergebnis wie im Vorjahr zu erzielen ist ja durchaus eine reizvolle Aufgabe. Dafür werden Kapazitätsanpassungen nötig sein, doch vor allem ein Programm, das möglichst viele individuelle Wünsche erlaubt. Daher gibt es unendlich mehr Varianten als die 2000 Fahrzeuge, die diesmal wieder auf dem Salon stehen. Thema ist in diesem Jahr das Kochen im Mobil, selbst Stars am Herd lassen sich herausfordern und zeigen, was sie auf zwei oder maximal drei Gasflammen zustande bringen - zum Nachkochen für die Urlauber.

          Gut 6200 Euro haben wir als günstigsten Einstieg (Mini-Wohnwagen) registriert, eine Obergrenze gibt es nicht, aber als Hausnummer seien 1,7 Millionen Euro genannt für ein als Reisebus verkleidetes Super-Wohnmobil. Volkner baut dieses rollende Understatement, mit dem jemand unauffällig durch die Lande ziehen will, mit der Basis eines Volvo-Busses auf; ein Roadster für kleinere Ausflüge ist in der Tiefgarage mit dabei. In dieser Klasse, in der es nur individuelle Ausbauten nach Kundenwunsch gibt, zeigen die kleinen Manufakturen, was sie können.

          Endlich eine Spülmaschine und ein Zentralstaubsauger

          Variomobil, seit mehr als 20 Jahren gut im Geschäft, hat daher kein Problem damit gehabt, dem riesigen Modell Perfect mit zwei seitlichen Auszügen einen im gleichen Design einschließlich Dachreling gestalteten Tandemanhänger in gleicher Höhe anzumessen: Der Hubschrauber muss ja schließlich mit in den Urlaub - natürlich ebenfalls passend lackiert. Da Gewicht keine Rolle spielt, ist den Wünschen beim Innenausbau keine Grenze gesetzt. All diese Mobil-Träume sind in der Liner-Halle 14 zu bestaunen.

          Rollender Hangar: Der Hubschrauber muss mit am Variomobil

          Eine Nummer kleiner (um 150.000 Euro), aber immer noch in der Luxusklasse, kann man dann schon von Serienfahrzeugen sprechen. Hier ist das Angebot deutlich größer als bisher, denn Hymer, Niesmann & Bischoff und Dethleffs schicken neue Liner (vollintegrierte Fahrzeuge) ins Rennen. Sie laufen auf dem Iveco Daily mit Dreilitermotor, dem meistverbauten Chassis in der Klasse bis etwa sechs Tonnen. Wie bei Concorde ist das Fahrerhaus im Globetrotter XXL Premium Liner von Dethleffs mit viel Aufwand nach vorn und oben versetzt worden, das schafft Raum und einen ebenen Durchgang nach hinten. Beim Verkaufsstart im nächsten Jahr will der XXL Liner den Komfort auf die Spitze treiben: endlich eine Spülmaschine und ein Zentralstaubsauger im Wohnmobil.

          Auf knapper Grundfläche möglichst viel Lebensraum

          Die Königsklasse der integrierten Mobile ist mittlerweile die zweitstärkste Fraktion nach den Teilintegrierten. Daran zeigt sich deutlich, dass es in erster Linie Paare sind, die im Wohnmobil unterwegs sind. Und wer es sich leisten kann, nimmt den eleganteren Integrierten. Immer mehr Hersteller erleichtern diese Entscheidung mit preislich attraktiven Einsteigerbaureihen: Bürstner zeigt den Viseo, Rapido aus Frankreich hat extra dafür die neue Marke Itineo kreiert.

          Am anderen Ende der Mobilwelt boomt es bei ausgebauten Kastenwagen und schmalen Teilintegrierten, die oft als Vans mit besonders automotivem Außendesign auftreten. Sie haben mit ihrer Länge von meist sechs Meter den Vorzug der Alltagstauglichkeit, und sie sind bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen von jedermann zu fahren. Alle großen Hersteller haben Kastenwagen im Programm, auch wenn sie diese nicht selbst ausbauen. Das können die Spezialisten besser, sie schaffen es, auf knapper Grundfläche möglichst viel Lebensraum zu bieten. Sie müssen sich freilich immer neue Gimmicks einfallen lassen, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden.

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