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Infotainment im BMW X2 : Smartphone-Crossover im Snapchat-BMW

Schräger Typ: BMW X2 Bild: Hersteller

Premiere auf Snapchat, und viel Infotainment auf der Straße: Connected Drive im BMW X2 mit Internetanbindung und Dutzenden von Apps ausprobiert.

          Er ist vermutlich das erste Auto der Welt, das schon vor dem Marktstart seine Premiere auf Snapchat feierte. Mit Augmented Reality konnte man den X2 von BMW schon 2017 auf der Messaging-Plattform bewundern, bevor er 2018 auf den Markt kam (Fahrbericht vom 9. Oktober). Nun fuhren wir den Crossover abermals real auf der Straße und prüften das Infotainment, das in drei Versionen bereitsteht. Ein kleiner 6,5-Zoll-Monitor mit Controller, Radioempfang und Bluetooth-Freisprecher gehört zur Serienausstattung des X2. Für die Navigation ist das gleichnamige Paket mit 8,8-Zoll-Anzeige, Controller und Spracheingabe erforderlich, es kostet 1400 Euro Aufpreis – oder man nimmt gleich die von uns geprüfte Variante Navigation Plus mit 10,2-Zoll-Monitor inklusive Head-up-Display und Spracherkennung für 3000 Euro.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Monitor ist berührungsempfindlich, man kann mit dem Finger auf die Anzeige tippen und die entsprechenden Menüs auswählen oder nimmt den Controller, der tief zwischen den Vordersitzen liegt und weitere Bedientasten mitbringt. Die Oberfläche des Drehstellers ist ebenfalls berührungsempfindlich, es lassen sich darauf auch Buchstaben mit dem Finger malen. Die Inhalte im Hauptdisplay sind auf Kacheln angeordnet, das macht die Orientierung leicht. Radio und Medien, Kommunikation, Navigation, Connected Drive und die Fahrzeugeinstellungen sowie ein üppiges Hilfemenü sind flink erreichbar. Die Menüs lassen sich individuell anpassen, und wer alle einmal aufgerufen hat, stellt fest, dass etliche doppelt vorhanden sind, man kommt also auf verschiedenen Wegen zum Ziel.

          Connected Drive mit Dutzenden Apps läuft über einen eigenen Store. In unserem Fahrzeug waren Apps für Wetter, Nachrichten und eine Online-Suche aufgespielt. Der BMW-Shop bietet viele weitere Anwendungen, darunter ein Fahrtenbuch und sogar Microsoft Office mitsamt E-Mail und Kontakten. Das sinnvollste Extra der teureren Navi-Lösung sind die Echtzeit-Verkehrsinformationen, die BMW Real Time Traffic Information (RTTI) nennt. Wie bei den Mitbewerbern lassen sich Informationen zum Verkehrsfluss in Ampelfarben über das Straßennetz legen. Die Güte der Daten war während unserer Fahrten eher befriedigend als gut. Der größte Patzer: eine großräumige Umfahrung der ursprünglich gewählten Autobahn wegen eines angeblichen Staus. Wir ignorierten das, und es gab tatsächlich an diesem Abend freie Fahrt. Ärgerlich zudem: Bei fast allen Fahrten lag die berechnete Reisezeit zu Beginn um mehr als 15 Prozent über der tatsächlichen. Das System korrigiert fortwährend nach.

          Mit E-Mail und Microsoft Office: Cockpit des BMW X2.

          Ferner kommen auch Hinweise auf freie Parkplätze ins Auto, das funktioniert derzeit in zehn deutschen Innenstädten. In verschiedenen Farbabstufungen sieht man nicht etwa freie Parkplätze, sondern die Wahrscheinlichkeit für einen verfügbaren Parkplatz. Wie zu erwarten, kann BMW die kostbaren Flächen nicht herbeizaubern. Eher zaubert die Spracherkennung ein Lächeln aufs Gesicht des Fahrers, wenn der in natürlicher Sprache etwa nach dem Wetter fragt, die Einstellungen der Klimaanlage aufruft oder mit „Rufe meine Frau an“ ein Telefonat auf den Weg bringt.

          Reibungslos werden vom Smartphone nicht nur Kontakte und Telefonlisten ins Fahrzeug übertragen, sondern auch die Inhalte einiger Smartphone-Apps. Bei uns zeigten sich zum Beispiel Amazon Music und der Hörbuchvorleser Audible auf dem Bordmonitor. Nichts Neues, aber in jedem anderen Fahrzeug muss man sich langwierig mit seinen persönlichen Daten einbuchen, dann wird geprüft und synchronisiert, das Auto wird als zusätzlicher Client eingebunden. Im BMW kann man indes schon mit der Verbindung des Smartphones, auf dem Amazon Music und Audible installiert sind, ohne jede Fummelei gleich loslegen, also über das Bordsystem auf die eigene Musik und Wiedergabelisten zugreifen oder seine gekauften Bücher hören. Ein schöner Komfort, für den allerdings im X2 ein hoher Aufpreis zu zahlen ist. Wer mit der induktiven Ladeschale inklusive Antennenankopplung liebäugelt (500 Euro), sollte wissen, dass diese für ein iPhone XS Max zu klein ist und es überhaupt im Wechsel von Musikwiedergabe und Telefonie immer wieder Probleme mit der iPhone-Anbindung gibt.

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