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Infotainment im Porsche Macan : Ausfahrt ins vernetzte Leben

Der scharfe Blick: Porsche Macan Bild: Hersteller

Der Porsche Macan geht online. Apples Carplay darf mit. Das rivalisierende Android Auto wird von Porsche wie gehabt nicht unterstützt.

          Seit dem Sommer vergangenen Jahres profitiert auch der Käufer eines neuen Porsche Macan von der verbesserten Kommunikationstechnik PCM, die zuerst im Modell 911 ihre Premiere feierte. Die Version 4 bringt einen kleinen 18-Zentimeter-Monitor für das Bordsystem mit, er ist berührungsempfindlich und selbst bei hellem Sonnenschein bestens ablesbar. Dazu kommt ein digitales Rundinstrument rechts vom Drehzahlmesser, das, unabhängig von der Hauptanzeige, weitere Inhalte zeigt. Die mechanische Anmutung aller Bedienelemente gehorcht den Standards des Hauses und ist über alle Zweifel erhaben. PCM 4 erlaubt nun den Einsatz von Wisch- und Fingergesten auf dem Monitor, etwa zum Ändern des Kartenzooms.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Auch das Malen von Buchstaben mit dem Finger auf der Anzeige inklusive Handschrifterkennung ist dabei, es gelingt prima. Wer mit dem Finger sein Ziel eingibt, wird zudem von cleveren Algorithmen unterstützt. Oft reichen bereits ein oder zwei Buchstaben, um eine Adresse aus den letzten Zielen zur Auswahl zu bringen. Dass Sensoren die Annäherung von Fingern oder der ganzen Hand an den Monitor erfassen und damit selbsttätig vom Übersichts- in den Bedienmodus umgeschaltet wird, sei ebenfalls erwähnt. Man kennt die Idee schon von anderen Herstellern. Nicht zuletzt macht die Spracherkennung einen Sprung nach vorn: Mehr Variabilität bei allen Eingaben bedeutet für den Fahrer, dass er sich nicht mehr sklavisch an ein vorgegebenes Vokabular halten muss. Viele markante Sonderziele lassen sich so vorsprechen, wie man sie einem menschlichen Gegenüber ansagen würde.

          Bordmonitor und Fahrerdisplay des Macan im Blick

          Die wichtige Neuerung von PCM 4 ist jedoch die Online-Anbindung. Es gibt Apps, etwa zur Fernsteuerung bestimmter Fahrzeugfunktionen sowie zur Fernabfrage von Fahrzeugdaten wie dem Tankfüll- und Kilometerstand. Der größte Vorteil sind die Premium-Verkehrsinformationen, die nun endlich auch dem Porsche-Fahrer bei der Routenwahl helfen. Dazu benötigt man Connect Plus für 1400 Euro, es bringt ein eigenes LTE-Telefonmodul inklusive Sim-Karten-Leser mit und erlaubt dann die Visualisierung von Orten und Routen mit Google Earth und Streetview sowie die Online-Suche mit Google. Dank der eigenständigen Mobilfunkanbindung entfällt jedwede Fummelei mit Protokollen und Diensten, man kommt unmittelbar zurecht.

          Bindet man ein iPhone über USB-Kabel an, funktioniert Apple Carplay im Macan mit den wenigen Apps, die Cupertino für den Einsatz im Fahrzeug vorgesehen hat. Man soll nicht abgelenkt werden, und zu dieser Idee passt abermals der Einsatz der Sprachassistentin. Nun ist es allerdings Siri von Apple. Whatsapp und viele andere Dienste wie Facebook oder Twitter kommen jedoch nicht auf den Bordmonitor; Carplay fokussiert sich auf Musik, SMS- und iMessage-Nachrichten sowie die hauseigene Navigation.

          Das rivalisierende Android Auto wird von Porsche wie gehabt nicht unterstützt. Angeblich, weil Google zu neugierig ist und Fahrer mitsamt Fahrzeug ausspioniert. Wer allein mit Apple Carplay navigieren will, kann statt Connect Plus das kleine Connect-Paket für 720 Euro wählen. Und dann spart man ein zweites Mal, nämlich am Navigationsmodul von PCM, es kostet 1550 Euro, außer im Macan Turbo, dort gehört es zur Serienausstattung.

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