https://www.faz.net/-gy9-a0vmn

Infotainment im Porsche 911 : Schnell und immer hybrid

Der Porsche 911 und sein Cockpit Bild: Hersteller

Das Interieur und die Instrumentierung enthält auch in der achten Generation des Porsche 911 viele vertraute Elemente. Porsche hat die Spracheingabe jedoch deutlich verbessert.

          2 Min.

          Platz nehmen im neuen Porsche 911, und schon ist man angekommen, weil das Interieur und die Instrumentierung auch in der achten Generation viele vertraute Elemente enthält und gleichwohl auf Neues setzt. Der mittig positionierte Drehzahlmesser hinter dem Lenkrad bleibt als wichtigstes Instrument analog, alles andere wird digital. Links und rechts dieser Anzeige liegen jeweils zwei weitere virtuelle Rundinstrumente. Ihre Inhalte lassen sich mit den Lenkradtasten und zwei Rollwalzen schnell durchschalten, so dass man wahlweise das Fahrprogramm oder etwa einen Navi-Bildschirm sieht.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Auch der große Hauptbildschirm, der sich über der Mittelkonsole bis hin zur Beifahrerseite reckt, kann natürlich die digitale Karte des elektronischen Kopiloten zeigen, aber auch andere Inhalte rund um Radio, Telefonie, Medienwiedergabe oder das Internet. Die Anzeige misst stattliche 10,9 Zoll in der Diagonale und ist berührungsempfindlich, lässt aber auch die Bedienung mit einem Drehsteller am oberen Rand der Mittelkonsole zu. Meist wird man allerdings den Finger nehmen, und dann dient die Dekorfläche vor der Anzeige als Handauflage. Was der Hauptbildschirm zeigt, kann man anpassen. Wie im Jaguar oder Range Rover lassen sich verschiedene „Widgets“ aus einer Liste wählen, Position und Größe ändern, man bastelt sich sein eigenes Menü. Zum Beispiel eine Kachel für die Routenführung nach Hause oder das Einschalten des Sportmodus.

          Die wichtigen Hauptmenüs des PCM, Porsche Communication Management, genannten Systems sind schnell aufrufbar. Der Monitor zeigt die Menüs (mit leider etwas kleinen) Schaltflächen an seiner linken Seite. Untermenüs lassen sich (mit noch kleineren) Schaltflächen am oberen Bildschirmrand aufrufen. Nur die Online-Dienste in der Abteilung „Porsche Connect“ mit Parkinfos, Hotel- und Restaurant-Hinweisen sowie einer Google- und Tankstellensuche verwenden fingerfreundlich große Bedienelemente. Apropos Finger: Er lässt sich wie bei vielen anderen deutschen Herstellern auch zum Fingermalen auf der Anzeige verwenden, wenn es etwa darum geht, ein Navigationsziel einzugeben. Eine Handschrifterkennung überführt die Kritzelei mit hoher Trefferquote in Klartext.

          Porsche 911

          In fast allen Funktionsbereichen kann man sodann mit Fingertipps und Wischbewegungen wie am Smartphone arbeiten, also beispielsweise in die Darstellung hineinzoomen, sogar mit Zweifingergesten. Der Fahrer sollte das während der Fahrt indes nicht tun und vielleicht eher die Spracheingabe nutzen, die Porsche für den neuen 911er deutlich verbessert hat. Wie bei anderen Herstellern kommt jetzt ein Hybrid-Modell zum Einsatz, das nicht nur auf die fest eingebauten Ressourcen zurückgreift, sondern gegebenenfalls eine Internetverbindung aufbaut und mit Hilfe der Cloud Daten ins Fahrzeug schickt. Zwar sind die üblichen Gimmicks wie „Mir ist kalt“ zur Einstellung der Klimaanlage implementiert, aber insgesamt sehen wir im Vergleich mit dem M-Bux-System von Mercedes-Benz noch Nachholbedarf.

          Neu im 911er ist die Anbindung an Dienste von Drittherstellern, etwa der Zugriff auf Amazon Music oder Nest, also die Google-Tochter für das smarte Heim. Radio Plus kombiniert den terrestrischen Radioempfang über UKW oder Digitalradio mit Internetradio. Außerhalb der terrestrischen Reichweite wird automatisch aufs Online-Streaming umgeschaltet, sofern der gewählte Sender dies anbietet. Ebenfalls hybrid arbeitet die Routenberechnung der Navigation, die simultan an Bord und online in der Cloud stattfindet. Das Bordsystem entscheidet anschließend, welche Streckenführung optimal ist. Während die Car-to-Car-Kommunikation herstellerübergreifend noch nicht an den Start gegangen ist, legt Porsche mit seinem Risk Radar bereits los. Mit pseudonym erfassten Daten anderer Porsche-Fahrer wird man vor Nebel, Schleudergefahr und Unfallstellen gewarnt.

          Mit fest eingebauter LTE-Sim-Karte ist der neue 911er permanent online, und man kann in einem Verbindungsassistenten die Zuständigkeit aller gekoppelten intenetfähigen Geräte justieren. Serienmäßig fährt im neuen 911 ein Sound Package Plus mit. Für einen Aufpreis von 1400 Euro zieht das Bose-Surround-System mit 12 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 570 Watt in den Sportwagen ein, und wer noch mehr in guten Klang investieren will, wählt die Burmester-Anlage mit einer Gesamtleistung von 855 Watt, die für 4600 Euro in der Aufpreisliste steht.

          Weitere Themen

          V8 statt W12

          Bentley Bentayga : V8 statt W12

          Nach vier Jahren Marktpräsenz überarbeitet Bentley das SUV Bentayga. Innen wird alles noch feiner, das Heck wurde komplett umgestaltet. Der angekündigte Plug-in-Hybrid soll der sparsamste Bentley aller Zeiten werden.

          Topmeldungen

          Frauen in weiß protestieren während einer Kundgebung zur Unterstützung der inhaftierten Demonstranten in Minsk.

          Proteste halten an : Belarus trotzt der Polizeigewalt

          In den vergangenen Nächten ließ Lukaschenka Proteste gegen seinen angeblichen Wahlsieg brutal niedergeschlagen, dennoch gehen auch am Mittwoch wieder Tausende auf die Straße, immer mehr Prominente stellen sich hinter sie. Nun gibt es ein zweites Todesopfer.
           Eine Mitarbeiterin des Instituts für Infektiologie Emilio Ribas zeigt den Impfstoff gegen SARS-CoV-2 des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac.

          „Versehen“ des RKI : Das Wumms-Papier aus der Berliner Corona-Zentrale

          Impfung im Herbst – das Schicksal meint es wirklich gut mit den Deutschen, so musste man das neue Positionspapier des Robert-Koch-Instituts zur Corona-Strategie deuten. Bis der Traum ganz schnell zerplatzte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.