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Infotainment im Kia Sorento : Anleihen bei den Smartphone-Apps

In der jüngsten Generation bietet der Sorento mehr als üppige Raumverhältnisse. Im besten Fall sind 1800 Liter drin. Bild: Hersteller

Kia meint es mit der Ausstattung gut – zwar erinnert so manches an Apple und Co., dennoch bleiben beim großen SUV Apps und Internetkonnektivität außen vor.

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          Schon beim ersten Probesitzen im neuen Kia Sorento fällt das Faible der Designer für ovale Formen auf. Sowohl die Umrandung des großen Bordmonitors wie auch die Gestaltung des Getriebe-Schaltknaufs und der Lenkradtasten zeigen Mut zur Extravaganz. Sehr zeitgemäß und pfiffig erweist sich indes das Bildschirmdesign der Kommunikationstechnik: Die einzelnen Menüpunkte, die sich mit dem Finger auf der berührungsempfindlichen Anzeige ansteuern lassen, sind wie Smartphone-Apps gestaltet und wirken hochmodern. Aber keine Angst, das Handy bleibt im Sorento weitgehend außen vor. Es lässt sich zwar mit Bluetooth für den Freisprechmodus und die Musikwiedergabe ankoppeln, aber von Apps und Internetkonnektivität bleibt der Fahrer des großen SUV verschont.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Bluetooth gehört zur Serienausstattung des Sorento, und ein Blick in die Preisliste zeigt, dass es Kia ohnehin mit der Ausstattung gut meint. Das Spitzenmodell mit Allradantrieb, Automatikgetriebe, Einparkautomatik und klimatisierten Vordersitzen ist in Vollausstattung zu einem Preis von 51.200 Euro erhältlich. Da legen andere mit der kleinsten Modellvariante gerade erst los. Unser Tipp: Man nehme das P1-Performancepaket (für 2200 bis 2500 Euro) mit, es enthält den Bordmonitor für die Navigation, den CD-Spieler, ein Infinity-Premium-Soundsystem mit externer Endstufe, neun Lautsprechern, Subwoofer und viele kleine Dinge einer gehobenen Komfortausstattung. Interessant ist die „intelligente Heckklappe“. Sie öffnet ohne weiteres Zutun, wenn man hinter dem Auto steht und den Schlüssel in der Tasche hat.

          Hier geht es rund: Navigation und Unterhaltung mit einem Faible für ovale Formen im Innenraum des Kia Sorento. Die Bedienung der Anlage bleibt einfach.

          Die schlicht Kartennavigation genannte Anlage verwendet einen üppig großen Monitor mit 20 Zentimeter Bildschirmdiagonale und ist einfach zu steuern. Klar beschriftete Funktionstasten führen in die einzelnen Unterabteilungen, und kontextbezogen zeigt ein zweites Großdisplay inmitten des digitalen Tachometers weitere Informationen. Für die Eingabe des Navi-Ziels gibt es einen Spracherkenner, der zwar manche redundante Rückfrage stellt, aber insgesamt ordentlich arbeitet und sämtliche Angaben in einem Rutsch verarbeitet.

          Premium-Verkehrsdaten werden vermisst

          Man muss also Ort, Straße und Hausnummer nicht nacheinander vorsprechen. Interessanterweise lässt sich einstellen, wie ausführlich die Rückfragen des Spracherkenners ausfallen, ob detaillierte Anweisungen dazukommen oder ergänzende Kommentare spärlich bleiben. Während der Routenführung redet die Kopilotin eher zu viel, innerstädtische Hinweise auf den nächsten Kreisverkehr ein Kilometer voraus sind überflüssig. Die Kartendarstellung überzeugt, Hinweise aufs Tempolimit fehlen so wenig wie Fahrspurassistenten. Auch sind Staus und Störungen gut in der Karte visualisiert. Vermisst werden hochwertige Premium-Verkehrsdaten, als Informationsquelle fungiert im Sorento nur der Gratis-Dienst TMC.

          Die HiFi-Anlage mitsamt Soundsystem gefällt mit gutem Klang, viel Strahlkraft und satten Bässen. Als Zuspieler arbeiten neben CD und Bluetooth-Handy auch der iPod und seine Kollegen, wahlweise per USB oder Klinkenbuchse angeschlossen. Eine (überflüssige) Foto- und Videowiedergabe sind ebenfalls vorgesehen. Im Telefonmenü bewährt sich abermals der Spracherkenner. Leider sind die Telefonbuchkontakte stets nach dem Vornamen sortiert. Aber insgesamt herrscht eitel Sonnenschein im großen SUV, die Anlage spielt auf gutem Mittelklasseniveau, sie sollte zum neuen Sorento dazugehören.

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