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Infotainment im DS 7 Crossback : Gelb-Westen: Sie haben Ihr Ziel erreicht

Infotainment im DS 7 Bild: Michael Spehr

Jenseits der schönen Oberflächen im Innenraum soll auch das Infotainment im DS 7 Crossback ein Pluspunkt sein. Es hat gute Staudaten und nutzt eine Huawei-Plattform.

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          Man darf schon ein bisschen loben und den Begriff „Hightech Fahrerplatz“ übernehmen, wenn der DS 7 Crossback als nobles SUV vorfährt. Die Marke DS will mit Luxus und Handwerkskunst vorfahren, sie steht unter dem Dach von Citroën und ist bislang nur wenig bekannt. Der DS 7 Crossback setzt im Innenraum auf eine feine Anmutung, auf die Liebe zum Detail, auf Sitznähte in Perlenstickerei und Kipphebel in der Mittelkonsole.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Jenseits der schönen Oberflächen mit Aluminium oder Ebenholz soll auch das Infotainment ein Pluspunkt sein, und auf den ersten Blick ist es das auch. Das unten abgeflachte Lenkrad, ein extravagantes Design für den Wählhebel des Automatikgetriebes und das volldigitale Cockpit mit einer flachen 12-Zoll-Anzeige überraschen. Wie Tachometer und Drehzahlmesser dargestellt werden, lässt sich einstellen, es gibt verschiedene Layout-Schemata der Inhalte und weitere für die Optik. DS liebt die Embleme des Doppelwinkels, Tachometer und Drehzahlmesser erscheinen hauchdünn als Linien, die Anzeige spielt mit dem Markenlogo, was nicht unbedingt mit Ergonomie und leichter Erkennbarkeit der Inhalte einhergeht.

          Navi-Freunde können sich die digitale Straßenkarte nahezu bildschirmfüllend hinter dem Lenkrad plazieren. Zwischen den verschiedenen Darstellungen kann man wechseln, und die Finessen sind zahlreich. Was im Vergleich zur deutschen Oberklasse fehlt: Google Earth mit seiner deutlich besseren Darstellung. Das große Cockpit gehört mit Ausnahme der günstigsten Modellvariante Chic zur Serienausstattung.

          Einzelne Module lassen sich individuell dazubestellen

          Die zweite Anzeige des DS 7 Crossback an der Mittelkonsole hat eine Diagonale von 8 oder 12 Zoll, ist berührungsempfindlich und dient als Steuerungszentrale für alle einzelnen Abteilungen. Dieses Display gehört in der kleinen Ausführung ebenfalls zur Serienausstattung, die 12-Zoll-Anzeige bekommt man mit der Modellvariante Business Line oder der Wahl eines entsprechenden Ausstattungspakets. Die einzelnen Module lassen sich individuell dazubestellen. Das Navigationspaket DS Connect Nav mit großer Anzeige, 8 Lautsprechern, Android Auto, Apple Carplay, Spracherkennung, induktiver Akkuladung und DAB-Radioempfang kostet 1290 Euro. In die induktive Ladeschale passt das große iPhone XS Max gerade noch hinein, und die Konstruktion verhindert, dass man während der Fahrt aufs Handy schaut. Ein Premium-Audio-Paket steht zu Preisen von 1100 bis 1300 Euro in der Preisliste. Die Connect Box mit Telematikdiensten und eigener Sim-Karte kostet 300 Euro und ist Serienausstattung in der Business Line.

          Wir hatten die vollständige Ausstattung an Bord und kamen schnell mit der Anlage zurecht, wenngleich nicht jeder Schritt selbsterklärend ist. Softkeys unterhalb des Bordmonitors führen in die einzelnen Abteilungen, und innerhalb eines Menüs kommt der Finger zum Einsatz. Die Anzeige könnte auf Eingaben etwas schneller reagieren. Zuerst wurde die Navigation geprüft. Positiv fällt sofort die Flexibilität während der Zieleingabe auf. Wer die virtuelle Bildschirmtastatur bemüht, muss nur wenige Buchstaben eingeben, um gleich die ersten Vorschläge zu erhalten. Nicht nur mit Ort und Straße funktioniert das, sondern auch bei der Suche nach Sonderzielen.

          Die Darstellung auf dem Display ist übersichtlich, am rechten Rand zeigt sich die typische Tomtom-Visualisierung der Verkehrsstörungen. Man sieht sofort, in welcher Entfernung ein Stau zu welcher Verzögerungszeit führt. Zudem sind Verkehrsstörungen auf Straßen in der Umgebung hellrot und orange markiert. In der Telefonabteilung gibt es Zugriff aufs Telefonbuch und die Anruflisten, ferner kann man mit einem Android-Telefon sogar SMS-Kurznachrichten mit Textbausteinen versenden. Schließlich liefen auch die beiden Bordsysteme von Apple und Google einwandfrei, vorausgesetzt, dass das Handy mit dem USB-Kabel angeschlossen ist. Weitere Dienste sind von DS angekündigt, darunter eine neue Spracherkennung und ein Serviceportal. Per Smartphone könne man dann den Wartungszustand des Fahrzeugs und Daten zum Fahrverhalten abrufen, heißt es. Die neue Plattform wird vom chinesischen Hersteller Huawei entwickelt und nutzt auch die Cloud.

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