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Infotainment im Auto : Apple und Google statt VW und BMW

Hauptsache, Apple: Das neue Carplay bespielt alle Bildschirme des Fahrzeugs und greift auf sämtliche Daten zu. So entsteht ein Einheitscockpit für alle Autos. Ob das die Zukunft ist, steht dahin. Bild: Hersteller

Internetriesen wollen das Auto der Zukunft übernehmen. Ihre Infotainmentangebote werden immer attraktiver. Womöglich gibt die Autoindustrie das Steuer aus der Hand.

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          Wohin fährt das Infotainment der Zukunft, und warum läuft dieses Thema gerade der deutschen Autoindustrie aus dem Ruder? Immer mehr Elektronik zieht ins Fahrzeug ein, die Bildschirme werden größer, die mechanischen Bedienelemente verschwinden, und Hunderte von Funktionen bedient man an dem berührungsempfindlichen Monitor oder mit Sprachsteuerung. Dazu kommt die Personalisierung: Das Auto erkennt den Fahrer mitsamt seiner Lieblingsmusik, seinen häufigsten Navigationszielen, bevorzugten Einstellungen für die Klimatisierung und die Sitzmassage.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Hier ist clevere und zuverlässige Software gefragt, aber mit dieser Herausforderung scheinen die deutschen Autohersteller überfordert zu sein. 4500 Mitarbeiter arbeiten bei Volkswagen in der Softwaresparte Cariad, und die Probleme sind so groß, dass sich jetzt sogar der VW-Aufsichtsrat einschaltet. 400 zusätzliche IT-Kräfte sollen eingestellt werden. Fahren derzeit die meisten Volkswagen mit der Softwareversion E 1.1, arbeiten die Entwickler seit 2020 an einem Betriebssystem 2.0, das indes auf 2026 verschoben wurde. Audi und Porsche ziehen derweil die Notbremse und setzen auf eine Zwischenversion 1.2. Die ist nicht ganz so modern, aber zuverlässig und verfügbar. Porsches Finanzvorstand Lutz Meschke sprach kürzlich gegenüber dieser Zeitung davon, man könne all die komplexen Aufgaben nicht mehr allein erledigen. Und die Kunden wollten ihre digitale Welt von Apple und Google nahtlos ins Auto mitnehmen.

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