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Individuell und sportlich : Räder für die Dame

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Allrounder: Unaufdringlich urbaner Chic und Flottheit mit StVZO-konformer Vollausstattung kennzeichnen das neu entwickelte Koga F3 2.0 R Bild: Hersteller

Manche meinen, das Damenrad sei nur eine Rahmenform. Welch ein Irrtum! Räder werden längst für ganz verschieden sportliche Damen geschneidert.

          Der Trend geht eindeutig hin zum Drittrad. Das ist nicht nur ein Schnack, um weitere Investitionen gegenüber dem familiären Finanzministerium zu begründen. Es ist ganz einfach auch der gewöhnliche Gang der Dinge. Man hat ein Fahrrad, eine Promenadenmischung, wie sie sich meist Trekkingrad schimpft: Federgabel, dicke Kettenschaltung, V-Brakes, aber einschließlich des Rahmens etwa so rank und leicht wie ein Ackergaul. Man will etwas Sportlicheres, und wo landet man? Bei einem Fitnessbike, das sich nicht entschließen kann, ob es nun ein Mountainbike sein möchte oder doch lieber ein Renner mit flachem Lenker. Wer durchhält, weiß schließlich beim dritten Rad allmählich, was er braucht. Und die Antwort lautet: Man braucht nicht ein neues Rad, man braucht mehr als ein Rad.

          Eine sportive junge Frau, die wir Marie-Luise nennen wollen, hält Ausschau nach einem Fahrrad, das zu ihr passt. Als ob es nichts anderes gäbe, legt sie als Erstes Wert auf ein „Frauenrad“. Rückfrage: Also eins mit tiefem Durchstieg, am Ende mit einem klassischen Schwanenhals-Rahmen? Nein, das meint Marie-Luise nicht. Sie hat aber gehört, dass gute Hersteller Geometrien anbieten, die - egal, welche Form der Rahmen hat - auf die weiblichen Körpermaße mehr Rücksicht nehmen als der Standard. Gewiß, das findet man vor allem bei Sporträdern, Mountainbikes für Damen zum Beispiel. Die locken dann zusätzlich zu den angepassten Maßen auch noch mit femininem Farb-Styling (oder mit dem, was die überwiegend männlichen Bike-Designer für besonders feminin halten: viel Mint, Kupfer oder Flieder und darauf weiße Zier-Ranken).

          „Sportlich flott, aber voll alltagstauglich“

          Marie-Luise möchte wohl etwas Sportliches, aber es soll kein Mountainbike sein. Ein Straßenrad also, so sportiv wie seine Benutzerin, Preisrahmen von 1000 bis 1500 Euro. Bitte schön. „Und ein bisschen schick soll es auch sein.“ Aber selbstverständlich. Als die Vorauswahl von drei Rädern unterschiedlich sportlicher Art beim Qualitätshersteller Koga getroffen ist, erschreckt Marie-Luise noch mit einem nachgeschobenen No-Go: Es darf kein Hollandrad sein. Das sind die in Heerenveen in der niederländischen Provinz Friesland durch Handarbeit jeweils eines einzelnen Monteurs aufgebauten Bikes nun aber alle drei, aber bloß ihrer Herkunft, nicht dem Stil nach. Und so fällt das Marie-Luise auch nicht auf.

          Tempo machen ohne Rennlenker und mit weniger stark geneigtem Oberkörper – das ist die Domäne des Koga SportsLady Bilderstrecke

          Zwei ausgesprochene Sportgeräte von durchaus verschiedenem Charakter flankieren in unserer Auswahl ein Rad, das mit „sportlich flott, aber voll alltagstauglich“ am besten beschrieben ist: Das ist zugleich die jüngste Entwicklung, das F3 2.0 R in mattem Schwarz, das ein Händler Marie-Luise vermutlich als „Urban Bike“ für rund tausend Euro präsentieren würde. Das SportsLady (rund 1400 Euro) trägt eine Typenbezeichnung, die es schon vor Jahrzehnten gab, als Koga noch Koga-Miyata hieß. Dieses Rad schiebt der Händler ins Blickfeld einer Kundin, die von ihrem rennrad-begeisterten Gatten ebenfalls ein Rennrad bekommen soll, die aber kategorisch erklärt hat, nie und nimmer werde sie mit einem Rennlenker und diesen komischen Bremsgriffen fahren, mit denen man auch noch die Gänge schalten kann. Als genau das, was diese Kundin verabscheut, und damit als der andere Pol der Straßenrad-Sportlichkeit stellt sich das Kimera KomForza Al 6061 (rund 1500 Euro) dar. In der vollständigen Koga-Nomenklatur folgt seiner Typenbezeichnung noch ein „(H)“ wie Herren, denn hier wird der Form nach beim Rahmen kein Unterschied mehr gemacht. Lediglich die von 46 bis 55 Zentimeter reichenden vier Rahmenhöhen signalisieren die weibliche Zielgruppe. Vier Rahmenhöhen, von 47 bis 56 Zentimeter, gibt es auch bei den anderen Rädern.

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