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Im Xwind-Simulator : Für die schrägen Momente im Fliegerleben

  • -Aktualisiert am

Will der Pilot erst einmal im Simulator üben, begibt er sich am besten nach Itzehoe. Bild: Frank Herzog

Kommt der Wind quer, müssen Piloten ihr ganzes Können aufbieten. Im Xwind-Simulator wird Landen geübt.

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          Die kleine Halle am norddeutschen Flugplatz Itzehoe unweit von Hamburg ist in gedämpftes Licht gerückt. Auf eine große Leinwand wird die imaginäre Landebahn projiziert. Im cockpitähnlichen Gestell eines Simulators sitzt ein Proband und macht kräftige Steuerbewegungen. Denn es gibt einen natürlichen Feind jedes Piloten – den Seitenwind. Er macht manche Landung heikel und sorgt dafür, dass die Flut an spektakulären Landevideos von Flugzeugen oder deren wacklige Durchstartmanöver nie abreißt.

          Hier in Itzehoe stehen allerdings Privatpiloten im Mittelpunkt, die kleine Propellerflugzeuge wie Cessna oder Piper fliegen. Und sie können anders als Airlinepiloten keine Trainingseinheiten in Fullflight-Simulatoren absolvieren, um gefahrlos zu üben. Stattdessen heißt es: Lernen während echter Landungen. Das kann aber auch schiefgehen. Denn Privatpiloten werden ebenso wie ihre Kollegen auf den großen Airbussen oder Boeings oft damit konfrontiert, dass der Wind bei der Landung nicht wie gewünscht von vorn kommt, sondern von der Seite.

          Dies oder auch einzelne seitliche Böen können dazu führen, dass die anfliegende Maschine von der Mitte der Landebahn weggeblasen wird. Das endet im Extremfall mit einem Unfall abseits der Piste, falls der Pilot keine Methoden beherrscht, dem Seitenwind entgegenzuwirken. Hier kommt der Simulator Xwind ins Spiel. Sein Cockpit ist auf einem Gestell montiert. Der Pilot hat wie im Flugzeug ein Steuerhorn für Höhen- und Querruder sowie Pedale für die Füße, die das Seitenruder betätigen. Das Ganze ist beweglich, der Simulator neigt sich je nach Querruderausschlag wie ein echtes Flugzeug in Schräglage. Außerdem versetzt es den mittels Elektromotor angetriebenen Simulator sekundenschnell um bis etwa zwei Meter zu jeder Seite, wenn der Pilot nicht schnell genug mit Steuereingaben reagiert. Also ungefähr so, wie ein Flugzeug bei starkem Seitenwind auch von der Mitte der Landebahn abdriften würde.

          Hier in Itzehoe stehen allerdings Privatpiloten im Mittelpunkt.

          Der Pilot versucht nach einer vorherigen Theorieeinweisung in die richtige Technik nun, durch koordinierten Einsatz von Quer- und Seitenruder immer möglichst genau in der Mitte der Landebahn zu bleiben. Der Instruktor kann den imaginären Wind je nach Lernerfolg stärker einstellen. Zudem gibt es einen Modus, in dem statt konstantem Seitenwind einzelne Böen dem Piloten im Simulator das Leben schwermachen.

          Der Xwind-Simulator ist in Europa bisher einzigartig, in den Vereinigten Staaten ist diese Schulung eher geläufig. Privatpiloten vor allem aus dem deutschsprachigen Raum kommen deshalb nach Itzehoe, um gefahrlos Landungen bei Seitenwind zu üben. Dabei fliegen etwa drei Viertel dieser Piloten einmotorige Propellermaschinen wie etwa Cessna 172 oder Piper PA-28. Die restlichen 25 Prozent der Teilnehmer stammen aus der Ultraleichtfliegerei. Denn mit den bis zu 472 Kilogramm schweren Ultraleichtflugzeugen ist das Landen bei Seitenwind noch anspruchsvoller als mit den massiveren Maschinen der Echo-Klasse, die bis zu zwei Tonnen wiegen dürfen.

          Wer will, kann im Anschluss an die Simulatorschulung eine Flugstunde in einer Cessna 172 mit Fluglehrer buchen, um das zuvor Gelernte direkt in die Praxis bei echtem Seitenwind umzusetzen. Auf den ist in Itzehoe eigentlich immer Verlass.

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