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Stickoxide : Studie: Diesel-Autos so schmutzig wie Lastwagen

  • Aktualisiert am

Blick auf den Auspuff eines Diesels: Doppelt so schmutzig wie ein Bus Bild: dpa

Der Ausstoß von Stickoxiden von einem neuen Diesel-Pkw ist teilweise doppelt so hoch wie von Bussen oder Lastern. Das sagen die Forscher, die Volkswagens Abgas-Skandal mit aufgedeckt haben.

          Selbst in der modernsten Schadstoffklasse Euro 6 stoßen viele Diesel-Personenwagen nach einer neuen Analyse des Forscherverbunds ICCT
          mehr giftige Stickoxide (NOx) aus als neue Lastwagen oder Busse. Wie die Umweltwissenschaftler an diesem Freitag berichten, ergaben Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) sowie aus Finnland im Schnitt für sogenannte Euro-6-Personenwagen mit Dieselmotor im realen Straßenbetrieb einen NOx-Ausstoß von 500 Milligramm pro gefahrenem Kilometer. Im Falle der Nutzfahrzeuge waren es demgegenüber nur 210 Milligramm je Kilometer.

          Der ICCT, der den Abgas-Skandal von Volkswagen mit aufgedeckt hatte, sieht in den Ergebnissen einen weiteren Beleg dafür, dass Abgastests im Labor
          rasch durch Messungen im echten Verkehr ergänzt werden müssen. Solche RDE-Tests („Real Driving Emissions“) sollen in der EU ab September dieses Jahres auch schrittweise kommen. Für den CO2-Ausstoß und Verbrauch ist das sogenannte WLTP-Verfahren mit realistischeren Bedingungen geplant.

          „Besser Autos aus Kundenhand messen“

          Die Forscher betonten, dass bei einer besseren Vergleichbarkeit der Daten zwischen Pkw und Nutzfahrzeugen - mit Einschluss der höheren
          Lastanforderungen für Lkw und Busse - sogar noch größere Abweichungen entstünden. Dann lägen die NOx-Emissionen der betrachteten Diesel-Pkw
          „sogar um einen Faktor 10 höher als die vergleichbaren Werte für Nutzfahrzeuge“, sagte ICCT-Studienautorin Rachel Muncrief. Bei Lastern und Bussen seien bereits seit 2013 mobile Messgeräte Pflicht, daher die gegenüber den oft präparierten Labor-Pkw besseren Daten.

          ICCT-Europa-Chef Peter Mock kritisierte, dass manche Autobauer auch beim RDE-Verfahren weiter vorbereitete Prototypen einsetzen wollten. „Besser wäre es, stattdessen normale Serienfahrzeuge aus Kundenhand zu vermessen und stichprobenartige Nachkontrollen einzuführen.“

          Die EU-Kommission wolle auf den Vorschlag eingehen. Im November hatte der ICCT zudem drastische Abweichungen zwischen offiziellen Katalog- und tatsächlichen Straßenwerten beim CO2-Ausstoß vieler Autos gemeldet.

          Die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ berichtete unterdessen von neuen eigenen Stickoxid-Messungen, die teils erhebliche Differenzen im echten Fahrbetrieb zeigen. Dabei habe zum Beispiel das Renault-Diesel-Modell Captur dCi 110 mit mehr als 1300 Milligramm NOx pro Kilometer um das 16,7-fache über dem zulässigen Laborgrenzwert nach Euro-6-Norm gelegen. Erlaubt sind 80 Milligramm je Kilometer.

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