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i8 Concept Spyder : iBMW, jetzt auch in aller Offenheit

Bild: Hersteller

Die Bayern fächern die i-Baureihe immer weiter auf. Jetzt zeigt BMW den i8 Concept Spyder, der bis zu 250 km/h schnell ist.

          Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, auch das bayerische. Die Frauen und Männer von BMW haben vor einiger Zeit einen recht mutigen Vorstoß in die Welt der Elektromobilität angekündigt, und der will nun nach und nach gefüttert werden. Der nächste Streich ist ein jetzt vorgestelltes Konzeptauto, das den Blick gleich in mehrere Richtungen lenken soll: Es zeigt die Erweiterung der geplanten Modellpalette um einen offenen Zweisitzer, und es zeigt Elemente an der Karosserie, die so in der Serie des i8 genannten Sportwagens erwartet werden. Zudem vermeldet BMW nun, die hauseigene Elektromobilität werde unter dem Namen „eDrive“ rollen, was nicht besonders kreativ erscheinen mag aber irgendwie konsequent. (Abgesehen davon, dass Volvo schon diese Bezeichnung benutzt.)

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Ohnehin verliert der allgemeine Betrachter langsam den Durchblick bei all den Bezeichnungen und Submarken, die von i mit Benzin über M und M Performance zu i mit Elektromaschine und e für irgendwie mit Batterie reicht. Auf den elektrischen und halbelektrischen i-Modellen wird also hinten eDrive kleben, was englisch iDrive gesprochen wird. Logisch, oder?

          Weg in eine elektrische Zukunft

          Der eDrive BMW i8 Concept Spyder jedenfalls soll hybride angetrieben werden, er ist nach dem kompakten i3 und dem Coupé i8 das dritte Modell der Reihe und soll nach dem i8, der für Anfang 2014 vorgesehen ist, das Angebot um eine offene Variante bereichern. An ihm sind nicht mehr, wie an den Studien zuvor, Türen aus Glas zu sehen, sondern erstmals feste, so wie sich auch in der Serienversion des i8 verbaut werden. Außerdem lohnt ein Blick auf den Innenraum und die dort angebrachten Schalter, auch sie zeigen schon weitgehend den Stand der Serie. Hinzudenken muss man sich ein Dach, es wäre ein festes, zweiteiliges, herausnehmbares Targadach. Ansonsten weist der zweisitzige Spyder mit dem gleichen Antrieb wie sein geschlossener Bruder den Weg in eine elektrische Zukunft, in der Emotionalität nicht zu kurz kommen soll. Es werden fahrdynamische Höchstleistungen zu minimalem Verbrauch versprochen.

          Zu den augenfälligsten Merkmalen des Spyder zählen die Schwingtüren und eine maßgeschneiderte Bord-Ausstattung inklusive eines E-Kickboards, das unter einer transparenten Heckklappe verstaut ist und für die Marketing-Leute, die für die vernetzte und coole Mobilität trommeln, beinahe das Wichtigste am Auto ist. Als Plug-in-Hybrid verfügt der Spyder über einen Antrieb mit Elektro- und Verbrennungsmotor. Der Energiespeicher in Form einer Lithium-Ionen-Batterie lässt sich an der gewöhnlichen Haushaltssteckdose aufladen.

          Spieltrieb der Konzeptautobauer

          Die Batterieladezeit wird mit nur einer Stunde und 45 Minuten angegeben. An der Vorderachse arbeitet ein 96kW (131 PS) starker Elektromotor, die Hinterachse wird von einem aufgeladenen Dreizylinder-Benziner mit 164 kW (223PS) angetrieben. Beide Aggregate sind Eigenentwicklungen von BMW und stellen zusammen eine Systemleistung von 260 kW (354PS) sowie ein maximales Drehmoment von 550 Newtonmeter zur Verfügung. Damit beschleunigt der Spyder in fünf Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt elektronisch abgeregelte 250 km/h. Nach Norm soll der Durchschnittsverbrauch bei drei Liter je 100 Kilometer liegen.

          Im Vergleich zur Coupé-Variante weist der Spyder einen leicht verkürzten Radstand sowie eine geringere Gesamtlänge von 4,48 Meter auf. Gemein sind beiden die von BMW so getaufte „Life-Drive-Architektur“, die aus getrennten, unabhängigen funktionalen Einheiten besteht. Das Life-Modul aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) bildet die leichte Fahrgastzelle, während die überwiegend aus Aluminium-Komponenten gefertigten Drive-Module alle fahrrelevanten Funktionen samt Antrieb, Fahrwerk und Sicherheitsstruktur übernehmen. Außerdem wird größter Wert auf geringen Luftwiderstand gelegt. Eine auf dem Scheibenrahmen angebrachte Spoilerlippe leitet den Fahrtwind und vielleicht auch den ein oder anderen Regentropfen über die Köpfe der Passagiere hinweg. Das Leergewicht soll um 1630 Kilogramm liegen.

          Innen werden die Passagiere mittels dreidimensionaler und hochauflösender Darstellung auf einem 8,8 Zoll (22,4 cm) großen Bildschirm über die Daten zur Fahrt informiert. Die übrigen Einbauten aus Kunststoff, Carbon und Leder in gebrochenem Weiß und kräftigem Orange dürfen dem Spieltrieb der Konzeptautobauer zugeschrieben werden. Nicht jedoch die Leistung des Energiespeichers: Mit voller Ladung soll der Spyder etwa 27 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können. Über den Preis solch geballter automobiler Höchstleistung schweigt sich BMW noch aus. Er dürfte bayerisch deftig ausfallen.

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