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Fliegende Taxis : Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

  • -Aktualisiert am

Uber-Flieger von Hyundai Bild: Boris Schmidt

Hyundai will gemeinsam mit Uber fliegende Taxis in die Luft bringen. Es sollen autonom vier Personen in einer Höhe von 300 bis 600 Metern befördert werden.

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          Young Cho Chi klingt ziemlich abgehoben. Denn wenn der Chefstratege im Hyundai-Konzern den urbanen Verkehr der Zukunft skizziert, dann fliegen Besucher von Schanghai oder Berlin bald mit elektrischen Drohnen führerlos zu speziellen Landeplätzen im Stadtgebiet, von denen aus sie in autonomen Kleinbussen ans Ziel gebracht werden. „Auf dem Boden ist es mittlerweile so voll, dass wir in die Luft ausweichen müssen, wenn wir den Verkehrskollaps vermeiden wollen“, ist er überzeugt und belässt es nicht bei Gedankenspielen. Hyundai will gemeinsam mit dem Fahrdienst Uber den SA-1 in die Luft bringen, und er soll zunächst mit Pilot und später autonom vier Personen in einer Höhe von 300 bis 600 Metern mit bis zu 290 km/h etwa 100 Kilometer weit befördern. Losgehen soll es 2023.

          Chi sieht darin nicht nur eine Notwendigkeit zum Erhalt der Mobilität, sondern auch einen riesigen Markt und zitiert Studien, die von einem Bedarf von bis zu 500 000 solcher Lufttaxis ausgehen. Und das zu Stückpreisen irgendwo zwischen einer halben und zwei Millionen Euro. Insgesamt schätzt er den Markt mit allen Diensten auf über eine Billiarde Euro.

          Hyundai will direkt in das Geschäft einsteigen und Drohnen wie den SA-1 selbst produzieren. „Boeing oder Airbus wären dazu gar nicht in der Lage“, ist Chi überzeugt. Denn die dächten in viel kleineren Mengen und seien schon froh, wenn sie mal auf hohe dreistellige Produktionsziffern kämen. „Was Luftfahrtunternehmen im Jahr bauen, das schaffen unsere Werke in einer Schicht.“ Hyundai habe nicht nur die Kompetenz für entsprechend große Stückzahlen, sondern der Konzern verfüge auch über die nötigen Sparten und Töchter, um das gesamte System zu entwickeln. Von der Materialherstellung und der eigenen Motorenfertigung bis zu Bauunternehmen, die die nötigen Flugstationen aus dem Boden stampfen könnten.

          Zwar räumt Chi ein, dass die Lufttaxis vielleicht überbewertet werden und dass sie genau wie der Autopilot für die Straße in den nächsten Jahren noch einmal einen Dämpfer bekommen werden. Doch anders als für das Roboterauto wird es für die Personen-Drohnen keinen ganz so dramatischen Absturz geben, ist der Stratege überzeugt. Erstens, weil die Navigation in der Luft einfacher sei und man nicht mit so vielen Unwägbarkeiten wie spielenden Kindern oder ausparkenden Autos rechnen müsse. Und auch die Gesetzgebung sei in der Luft schon deutlich weiter als auf der Straße.

          Die Herausforderungen für die neue Art der urbanen Mobilität sieht der Hyundai-Manager bei der Konstruktion und bei den Kosten. „Denn wenn wir Verkehrsmittel nicht nur zum Fliegen, sondern tatsächlich in Serie bringen wollen, dann ist das, als würde man ein Formel-1-Auto mit all seiner aufwendigen Technik, seinen exklusiven Materialien und seinen irrwitzigen Fahrleistungen produzieren wie einen Kompaktwagen – zum gleichen Preis und in den gleichen Stückzahlen.“

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