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Hymermobil B-DL 584 : Urlaub mit spitzem Stift und scharfer Schere

  • -Aktualisiert am

Das Zwei-Personen-Mobil B-DL 584 war für einige Tage unser Zuhause Bild: Kirchberger

Das Hymermobil B-DL 584 spart an nichts außer an Gewicht. Es ist zugeschnitten auf zwei Reisende. Das Reisemobil bietet viel Stauraum und Komfort sowie eine ganze Reihe funktionaler und cleverer Ideen.

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          Reisemobile haben vieler Menschen Schwäche: Sie nehmen schnell zu. Fernsehgerät und Satellitenanlage, Markise und das notwendige Campingmobiliar kommen leicht auf 100 Kilogramm. Dazu Geschirr und Vorräte, Töpfe und Tiegel, Frischwasser und Reinigungsutensilien, schnell ist die immer bedeutsamer werdende Grenze von 3,5 Tonnen überschritten. Die aber hat nicht nur Relevanz für die Fahrerlaubnis, sondern auch für die Höhe der Autobahngebühr in den Urlaubsländern und für Tempolimits sowie Überholverbote.

          So setzen die Reisemobilhersteller auf Leichtbau. Dynamic-Line nennt Hymer die im vergangenen Jahr gestartete Baureihe, bei der mit spitzem Stift gerechnet und scharfer Schere weggeschnitten wird. Das Zwei-Personen-Mobil B-DL 584 war für einige Tage unser Zuhause und stellte unter Beweis, dass Diät zu halten nicht einfach ist. Die Traditionsmarke Hymer hat mit dem Abspecken beim Sandwichaufbau begonnen und im Innenraum nicht aufgehört. Die einzelnen Bauteile werden nicht mehr verschraubt, sondern verklebt und unter UV-Licht fest miteinander verbunden. Beim Fahren zeigt die Konstruktion selbst auf schlechten Fahrbahnen keine Neigung zur übermäßigen Verwindung, allein die Aufhängung des Hubbetts über den Pilotensesseln von Fahrer und Beifahrer knarzt und quietscht bei Unebenheiten. Obendrein war die Verriegelung auf einer Seite ausgefallen, so dass sich eine gewisse Furcht einstellte, der Himmel könne einem auf den Kopf fallen. Was zum Glück nicht geschah.

          Eine 1,98 Meter lange Sitzbank lädt zum Verweilen ein Bilderstrecke

          Sonst ist die Verarbeitung des 83 990-Euro-Wohnmobils so ordentlich wie sein Grundriss außergewöhnlich. Es wird mit einer Möblierung im warmen Holz-Dekor und cremeweißen Farben ein hochwertiges Wohngefühl für zwei Personen vermittelt. Der Raum im Heck, der in anderen Grundrissen für das Schlafzimmer mit Einzel- oder Doppelbett herhalten muss, wird hier dem Transport von Fahrrad oder anderer Ausrüstung sowie der Körperpflege gewidmet. In die große, von zwei Seiten aus zugängliche Garage passen mindestens zwei Räder, dazu kommt die übliche Ausstattung mit Campingmobiliar und Zubehör. An die Garage schließt der großzügig gestaltete Hygienebereich mit Toilette, separater Dusche, großem Kleiderschrank und einem funktional positionierten Waschbecken an.

          Die Küche glänzt mit dreifachen Doppelauszügen, in denen viele Kochutensilien unterkommen können, zumal zwei Dachstaukästen zusätzlich Stauraum bieten. Zurückhaltung ist beim Packen angesagt, sonst droht Überladung. Drei-Flammen-Kocher und die Spüle komplettieren den Küchenblock, der Kühlschrank bekommt für 750 Euro Aufpreis 160 statt 90 Liter Volumen und ein Tiefkühlfach. Der Flachbildschirm hat an der äußeren Seitenwand seinen Platz, für die Tonübertragung nutzt er die Lautsprecher des Basisfahrzeugs Fiat Ducato.

          Um das abendliche Bettenbauen kommt man nicht herum

          Die Lounge-Sitzgruppe in der Wohnraummitte garantiert gemütliche Abende. Auf der linken Seite lädt eine 1,98 Meter lange Sitzbank zum Verweilen ein. Die Sessel im Fahrerhaus lassen sich drehen und integrieren, ein dritter Sessel zwischen Tisch und Tür ergänzt das Ensemble. Zum Schlafen muss die absenkbare Liegefläche über dem Fahrer- und Beifahrersitz genutzt werden. Um das abendliche Bettenbauen kommt man also nicht herum. Aus dem Doppelbett lassen sich auch zwei komfortable einzelne Längsliegen herrichten. Hierfür müssen zwei Polster eingelegt werden, die ihren Aufbewahrungsort in einem Fach in der Heckgarage haben. Zwei nicht stabil wirkende Rahmen werden dann eingehakt, um die Polster gegen das Verrutschen zu sichern. Der Aufstieg zum Bett über eine Holzleiter ist einfach. Vielleicht sollte man doch eher auf den üppigen Platz des Sanitärbereiches verzichten und die Variante B-DL 588 wählen, die bei ebenfalls knapp sieben Meter Aufbaulänge zwei permanente Längsbetten im Heck bietet.

          Das Beleuchtungskonzept in der Hymer-B-Klasse ist ausgewogen. LED-Lampen machen den Innenraum taghell, nachts zeigen kleine Bodenleuchten den Weg. Die Warmluftheizung temperiert den Innenraum zugfrei und schnell. Alle Armaturen sind von hoher Qualität, Frisch- und Abwassertanks haben angemessene Volumina. Beim Entsorgen des Abwassers hilft die elektromechanische Öffnung des Abwasserventils, eine zusätzliche Kamera am Unterboden erlaubt präzises Rangieren über die Abwassermulde. Fahren lässt sich der urlaubsbereit 3120 Kilogramm schwere B-DL 584 einfach. Der lange Radstand von 4,30 Meter vergrößert zwar den Wendekreis, verleiht dem Wohnmobil jedoch Spurstabilität und verkürzt den hinteren Überhang auf kaum einen Meter. Große Außenspiegel im Reisebusformat erlauben genaues Rangieren, dabei hilft auch die optionale Rückfahrkamera.

          Mühe hat die Lüftung des Ducato, die großen Seitenscheiben bei niedrigen Temperaturen beschlagfrei zu halten. Der für einen Aufpreis von 1790 Euro empfehlenswerte 150 PS starke 2,3-Liter-Turbodiesel erweist sich als durchzugsstark und leise. Der Verbrauch von durchschnittlich 10,6 Liter Diesel für 100 Kilometer ist angemessen. Der B-DL 584 eignet sich für zwei Menschen, die keinen Übernachtungsbesuch erwarten. Dafür bietet das Reisemobil viel Stauraum und Komfort sowie eine ganze Reihe funktionaler und cleverer Ideen.

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