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Husqvarna Nuda 900 : Knallrot vor weißblauem Hintergrund

R wie Rot und Racing: Die R-Variante der Husqvarna Nuda 900 ist wie geschaffen für verwinkelte Rundkurse Bild: Hersteller

Was hat BMW mit Husqvarna vor? Die neue Nuda 900 zeigt es - mit italienischem Design und deutscher Technik. Mit ihr soll Husqvarna aufblühen, wie es Mini bei den Automobilen getan hat.

          Sie hätten es sich einfacher machen können. Die wohlbekannte BMW F 800 R nehmen, Zylinderkopfdeckel rot lackieren, ein wenig am Design feilen, anderen Tank draufschrauben - fertig wäre die neue Husqvarna gewesen. Aber so hätte das nicht funktioniert. Die Leute wären BMW rasch auf die Schliche gekommen. Nie und nimmer wäre auf solch eine Weise zu erreichen, was der Münchener Konzern mit seiner Motorrad-Zweitmarke Husqvarna vorhat.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Eine Menge, wie sich jetzt zeigt. Husqvarna soll ähnlich aufblühen, wie es Mini bei den Automobilen getan hat. „BMW investiert stark, um diese vierte Premium-Marke der BMW-Gruppe so erfolgreich zu machen wie die anderen drei“, sagt Husqvarna-Chef Klaus Allisat. Im Jahr 2007 war der ehemals schwedische, seit Ende der achtziger Jahre italienische und in Varese beheimatete Motorradhersteller, der seit Jahrzehnten fast ausschließlich den Erdferkeln des ernsthaften Geländesports ein Begriff ist, übernommen worden. Vier Jahre lang hat man gerätselt, was BMW sich dabei gedacht hat. Nun, mit der Vorstellung der Nuda 900, wird es klar.

          „Mistreat the Street“ - Misshandele die Straße

          Weiterhin Offroad, aber zusätzlich Onroad: Husqvarna soll forsch als Anbieter von Straßenmaschinen auftreten, die ein jüngeres Publikum ansprechen als das, was die Bayerischen in all ihrer Seriosität sonst so unters Volk bringen. Niemals könnte BMW etwas so respekt- und zügellos Auftretendes wie die Nuda, die „Nackige“, auf den Markt schicken, wenn das weißblaue Propeller-Logo dranklebte. Zu Husqvarna passt die Rolle des leicht Lasterhaften mit Leidenschaft und losem Mundwerk besser: „Mistreat the Street“ - Misshandele die Straße - lautet der Slogan zur Nuda 900, die eine puristische, exzentrisch gezeichnete Kreuzung aus Supermoto- und Straßenmaschine ist. Es ist nicht das Motorrad für passionierte Langsamfahrer. Das spürt man schon auf den ersten Metern, was man nicht spürt und kaum sieht, ist das technische Erbe der BMW-F-800-Baureihe.

          Über die Alpen hinweg ist längst ein reger Austausch zwischen den Roten und den Weißblauen im Gange. Einige Schlüsselpositionen in Varese, wo 280 Mitarbeiter beschäftigt sind, wurden nach der Übernahme mit BMW-Mannen besetzt, Verfahren der Produktion und der Qualitätskontrolle angeglichen. Ziel ist es, Synergien zu nutzen, gemeinsam auf verschiedenen Plattformen Baukästen für neue Modelle zu entwickeln. Denkbar ist nach den Worten von Allisat sogar, dass künftig Husqvarnas im BMW-Werk Berlin produziert werden und umgekehrt BMW-Motorräder in Varese. Allerdings, hebt Allisat hervor, gehe es keineswegs darum, Husqvarna in eine deutsches Unternehmen zu verwandeln. Im Gegenteil: Die Marke werde italienisch „aufgeladen“, in die Produkte von vornherein ein „eigener Charakter eingebaut“.

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