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Modellversuch : Ein Porsche-Rennmotor zum Zusammenbasteln

  • -Aktualisiert am

Das Original trug Hans Herrmann 1954 zum Klassensieg bei der Carrera Panamerica Bild: Hersteller

Und er dreht sich doch: Hobby-Monteure können nun einen historischen Porsche-Rennmotor zusammenbasteln.

          Diese Maschine lässt tief blicken – das Gehäuse des Porsche-Carrera-Rennmotors Typ 547 im Maßstab 1:3 besteht aus transparentem Kunststoff. Darunter ist das Spiel der vier Kolben zu ahnen. Rote LEDs simulieren die Zündung, das Lüfterrad des luftgekühlten Boxermotors dreht sich mit der Kraft eines feinen Riemens. Das Vorbild des Kunststoffmodells ist eine Legende: Von 1952 an von Porsche-Ingenieur Ernst Fuhrmann entwickelt, wurde der Typ 547 unter anderem von August 1953 an im Porsche 550 Spyder eingesetzt – dem ersten Rennsportwagen der Zuffenhausener Marke. Zu seinen großen Erfolgen zählt der Klassensieg von Hans Herrmann bei der Carrera Panamericana 1954.

          Der Franzis-Verlag hat seine Reihe von Motor-Baukästen nun um den Typ 547 ergänzt. Das Set kostet etwa 190 Euro, besteht aus 300 Teilen und lässt sich an zwei Abenden bequem zusammenbauen. Vor der Montage ist die ausführliche Lektüre der Bauanleitung zu empfehlen – der Bausatz ist in der Edition Porsche Museum entstanden, und das bürgt für eine gut recherchierte und präsentierte Dokumentation der Geschichte des Vorbilds.

          „Der Zusammenbau des Motors erfordert selbst von kundigen Fachleuten nicht nur große bauliche Kenntnis, sondern auch Erfahrung, Zeit und nicht zuletzt sehr viel Gefühl“, steht da etwa im historischen Kapitel zum Original mit 1,5 Liter Hubraum und bis zu 135 PS (im 550 A Spyder). Bei der Konstruktion des Modells haben sich die Bausatz-Entwickler für eine Gratwanderung zwischen klassischem Konstruktionsspielzeug (mit Schraubverbindung), modernen Konstruktionssystemen (mit Steckverbindungen) und dem Plastikmodellbau (bei dem die Teile als komplette Spritzguss-Gießäste geliefert werden) entschieden. Das hat Vorteile wie die Reversibilität durch die Schrauben und die leichtere Montage durch das Ineinandergreifen der Elemente.

          Der Modell-Motor ist nach zwei Abenden fertig.

          Nicht ganz so viel Freude macht die Handhabung der Gießäste, sie hinterlassen an den Teilen deutliche Grate. Das Säubern verlangt Feingefühl, weil das Modell später nicht mehr lackiert wird und die Spuren des Schleifens sonst zu sehen sind. Wer die Qualität von Fischertechnik oder Lego Technic kennt, wünscht sich hier ein vergleichbar hohes Niveau der Fertigung. Dafür glänzt das Modell mit authentischen Details: Die Kurbelwelle wird aus einzelnen Elementen zusammengeschraubt, wie es beim Vorbild der Fall war. Für den Bau empfiehlt es sich, neben einem Schraubendreher auch Seitenschneider, Schlüsselfeile und Pinzette zur Hand zu haben.

          Wir starten mit Kolben und Kurbelwelle. Die Teile sind klar angeordnet und durch Reliefs der Nummern im Kunststoff gut zu identifizieren. So geht der Bau schnell voran, auch wenn die Toleranzen der Steckverbindungen manchmal etwas eng geraten sind und mehr Kraft nötig ist, als wir dem Material sonst zumuten würden. Trotzdem endet die erste abendliche Werkstattrunde erfreulich – mit dem erfolgreichen Aufbringen der Zylinderkopfdichtungen.

          Am zweiten Abend probt das Boxer-Modell gleich zu Beginn den Aufstand: Die Ventilführungen sollen mit einer Klickverbindung in die Zylinderköpfe eingesetzt werden. Das klappt aber bei vier Bauteilen kein einziges Mal zufriedenstellend. Danach jedoch macht der Bau zügig Fortschritte. Selbst die Montage der kleinen Ventilfedern und der noch kleineren Kipphebel-Federn klappt. Im Zweifel sind an kniffligen Stellen die Texte der gut aufgeteilten Anleitung hilfreich.

          Schließlich wird das Lüftergehäuse montiert, das Auspuffsystem angebracht und der Motor auf dem Podest aus weißem Kunststoff montiert.

          Bisher hat das Modell einen guten Eindruck hinterlassen – auch bei den Proben, ob Kolben, Ventile, Kurbel- und Nockenwellen sich frei drehen lassen. Selbst die roten LED-Blitze, welche die Zündung simulieren, passen. Nur für den laut jaulenden elektrischen Antrieb des Funktionsmodells hätten wir uns bei diesem Preis etwas Besseres gewünscht.

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