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Historie : Der erste BMW kam aus Preußen

„Dixi”: das erste BMW-Modell aus dem Jahr 1929 Bild: Henry H. Herrmann

„Dixi“ war der erste Wagen, den BMW 1929 auf den Markt brachte. Das Erstaunliche: Die Produktionsstätte war nicht Bayern, sondern Berlin.

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          Der Name BMW steht für Bayerische Motoren Werke. Doch nicht etwa in Bayern, sondern im preußischen Berlin ist vor genau 75 Jahren das allererste BMW-Auto produziert worden. Dies fanden die Automobilhistoriker Walter Zeichner und Rainer Simons heraus. Am 22. März 1929 verließ der BMW 3/15 PS, im Volksmund bis heute "Dixi" genannt, die Montagehalle in Berlin-Johannistal.

          Rüdiger Köhn
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Bisher hatte man angenommen, daß der robuste Kleinwagen, der immerhin fast 80 Stundenkilometer schnell war und 2500 Reichsmark kostete, von Beginn an im thüringischen Eisenach produziert worden ist. Denn im November 1928 hatte BMW die Fahrzeugfabrik Eisenach übernommen, um aus dem dort produzierten Dixi (der wiederum auf dem Austin Seven beruhte) einen neuen Wagen unter dem weißblauen BMW-Markenzeichen zu entwickeln.

          Fertigung nach Eisenach verlegt

          Die Ingenieure in München entschieden sich, die damals neu entwickelten Ganzstahlkarosserien zu verwenden. Einen dieser Karosseriehersteller, die Berliner Ambi-Budd, beauftragte BMW mit der Fertigung. Weil die Münchner aber zunächst Sorge hatten, daß die lackierten und mit Polster versehenen Karosserien auf dem Weg nach Eisenach Schaden nehmen könnten, mieteten sie kurzerhand eine Fabrikhalle auf dem Gelände ihres neuen Berliner Zulieferers. Insgesamt wurden dort rund 1000 Modelle vom Typ BWM 3/15 PS montiert. Dann verlegte man die Fertigung komplett nach Eisenach.

          Dieses Werk ging mit der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg verloren. So begann BMW in den fünfziger Jahren mit dem Automobilbau in Bayern: Das erste Fahrzeug war der 501, "Barockengel" genannt. Ende der fünfziger Jahr rutschte BMW tief in die Krise. Eine verfehlte Produktstrategie und eine unrentable Fertigung stürzten das Unternehmen so tief in die Verlustzone, daß dem Vorstand der Verkauf an Daimler-Benz als einzige Lösung erschien.

          Front gegen Daimler-Benz

          Doch zwei Kleinaktionären gelang auf der Hauptversammlung am 9. Dezember 1959 das scheinbar Unmögliche: Sie brachten eine Front gegen das Angebot des Stuttgarter Konkurrenten zustande und retteten BMW die Selbständigkeit. Kurze Zeit später stieg die Industriellenfamilie Quandt bei den Münchnern ein - sie ist bis heute wichtigster Aktionär.

          Der unerwartete Erfolg des BMW 700 brachte schließlich so viel Geld in die Kasse, daß der Vorstand die Pläne für den Bau eines Mittelklassewagens umsetzen konnte. Von diesem im Jahr 1961 erstmals vorgestellten BMW 1500 wurden mehr als 360 000 Exemplare verkauft - das war mehr, als BMW bis dahin insgesamt an Autos verkauft hatte, und der Grundstein für den Aufstieg des Konzerns.

          Der nächste große Rückschlag kam in den neunziger Jahren mit dem Kauf von Rover. Die Übernahme des britischen Autobauers samt den Marken Mini, MG und Land Rover 1994 entpuppte sich als Fehlgriff, der BMW Verluste in Milliardenhöhe bescherte und Vorstandschef Bernd Pischetsrieder den Job kostete. Seit der Trennung von Rover im Jahr 2000 steht das Unternehmen wieder auf festen Füßen.

          In Berlin stellt BMW längst keine Autos mehr her, dafür laufen dort (im Werk Spandau) aber die BMW-Motorräder vom Band. Im vergangenen Jahr hat die BMW-Gruppe insgesamt 1,1 Millionen Fahrzeuge produziert, während es vor 75 Jahren erst 5368 Automobile gewesen waren. (rit.)

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