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Helm Schuberth C3 Pro : Zwei Fliegen mit einer Klappe

Stabil: Der C3 Pro-Fiberglashelm wiegt in Größe M 1.680 Gramm Bild: Hersteller

Der „schnellste Klapphelm aller Zeiten“ fällt durch Stabilität und eine Fülle von elektronischen Möglichkeiten auf. Doch das hat seinen Preis. Man erwirbt sozusagen den Benz unter den Klapphelmen.

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          Erst einmal vielen Dank für die klare Ausdrucksweise. Schuberth nennt einen Klapphelm nach wie vor Klapphelm und erfindet nicht eine vernebelnde Bezeichnung wie „Systemhelm“. Die herausragende Eigenschaft eines Klapphelms ist nun mal seine Klappe. Das macht ihn komfortabel. Solche Helme sind längst heraus aus der Nische, doch hängt ihnen noch der Ruf nach, Erkennungszeichen gemütlicher Tourenonkel zu sein. Dabei tauchen sie sogar schon beim Fahrtraining auf der Rennstrecke auf, wie die Mannen von Schuberth beobachten.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Mit ihrem neuen C3 Pro, Nachfolger des Verkaufsschlagers C3, schicken sie nun einen betont schicken Klapper ins Rennen, den sie nicht nur Touren-, sondern auch Sportfahrern schmackhaft machen wollen. Kompakte Bauweise, dynamische Erscheinung, Spoilerkante am Hinterkopf - man muss schon genau hinsehen, um den C3 Pro als Klapphelm zu erkennen. Das früher in Braunschweig, mittlerweile in Magdeburg ansässige Unternehmen spricht vom „schnellsten Klapphelm aller Zeiten“. Anderthalb Jahre Entwicklungsarbeit stecken in der Überarbeitung.

          Die besten Werte in der Schlagprüfung

          Gefeilt wurde an Lüftungseinlässen und Luftdurchlauf, neun Liter Frischluft je Sekunde gehen jetzt durch, teilt Schuberth mit. Veredelt wurde die Innenausstattung, um Passform und Tragegefühl zu verbessern. Schnitt, Material sowie Antifog- und Antikratz-Beschichtung der herunterklappbaren Sonnenblende (Schieber an der Helmunterkante) sind neu. Der Kinnriemen mit Ratschenverschluss lässt sich jetzt beidseitig einstellen. Die Geräuschentwicklung durch Fahrtwind und Verwirbelungen wurde weiter verringert. Unserem Empfinden nach zählt der C3 Pro mit dem integrierten Akustikkragen zu den leiseren, aber nicht zu den extrem leisen Helmen.

          Die Fähigkeit zur Stoßdämpfung hängt wesentlich vom Volumen des Helms und der Menge des verarbeiteten EPS-Schaums (Styropor) zwischen Schale und Futter ab. Mit geringerer Baugröße opfert man Dämpfungseigenschaften, es gilt also einen Kompromiss einzugehen zwischen kompaktem Aussehen und möglichst gutem Unfallschutz. Schuberth hat nach den Worten von Projektmanager Thomas Schulz trotz des sportlichen Designs die Stoßdämpfung im Vergleich zum C3 noch ein wenig verbessert. Der TÜV Rheinland hat in einem Klapphelm-Vergleichstest der Zeitschrift „Tourenfahrer“ dem C3 Pro die besten Werte in der Schlagprüfung attestiert.

          Für das Kommunikationssystem nutzt Schuberth die Technik des Anbieters Cardo Bilderstrecke

          Im praktischen Gebrauch liegt der Helm ruhig und stabil im Wind, auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Einfach überstülpen ist aber nicht - beim Aufsetzen muss man ihn unten auseinanderziehen, damit er nicht an den Ohren reißt. Außerdem ist darauf zu achten, dass der Tunnel des beidseits von hinten nach vorn laufenden Kinnriemens nicht verkantet und deswegen möglicherweise drückt. Dafür sitzt der C3 Pro dann wie angegossen. Das Kinnteil muss mit Nachdruck geschlossen werden, damit es einrastet; falls das optionale Bluetooth-Kommunikationssystem SRC montiert ist, besteht die Gefahr, den Rüssel des Mikros einzuklemmen.

          Für dieses SRC nutzt Schuberth die Technik des Anbieters Cardo, es offeriert ein UKW-Radio samt Kopfhörer und eröffnet eine Fülle von Möglichkeiten im Zusammenspiel mit Navigationssystem, Smartphone und Musikspieler. Die Steuerung des Systems erfolgt über fünf Tasten am Akustikkragen. Die sind mickrig und mit Handschuhen schwer zu erfühlen. Bei regelmäßigem Gebrauch prägen sich die Lage und die wichtigsten Funktionen der Tasten aber ein. Der Weisheit letzter Schluss scheint das noch nicht zu sein. Hinsichtlich der Bedienung wirkt das B4-System von Nolan überzeugender.

          Einschließlich des SRC - die Antennen dafür sind im C3 Pro schon vormontiert - wiegt der Fiberglashelm in GrößeM 1680 Gramm. Die Verarbeitung ist durchweg nobel, man erwirbt sozusagen den Benz unter den Klapphelmen und zahlt mit 595 Euro aufwärts (je nach Dekor) den entsprechenden Tarif. Für SRC werden weitere 345 Euro fällig. Auch das ist eine klare Ansage.

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