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Elektromotorrad Livewire : Die rasanteste Harley aller Zeiten – elektrisch

Bild: Harley-Davidson

Harley-Davidson meint es ernst mit der Elektromobilität: Die Livewire gilt als Leuchtturmprojekt, mit dem man Entschlossenheit demonstrieren will. Sie geht ab wie eine Rakete.

          Es rumpelt nicht, es bollert nicht, aber es ist eine Harley. Und was für eine. Sie heult wie ein Kampfjet und geht ab wie eine Rakete. In Portland an der amerikanischen Westküste hat Harley-Davidson sein Elektromotorrad Livewire vorgestellt, das von September an in den Handel kommt. Kostenpunkt in Deutschland: 33.555 Euro.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Das 1903 gegründete Unternehmen aus Milwaukee, bisher für seine schweren, von großvolumigen V2-Motoren angetriebenen Touringmaschinen und Cruiser bekannt, hat sich eine Vorreiterrolle in der Elektromobilität zum Ziel gesetzt und im Silicon Valley dafür ein eigenes Entwicklungszentrum eingerichtet. Die Livewire, das erste Elektromotorrad eines großen, etablierten Motorradherstellers überhaupt, gilt als Leuchtturmprojekt, mit dem Harley Expertise und Entschlossenheit demonstrieren will. Dem teuren Modell sollen schon bald kleinere, günstigere Vehikel für den urbanen Gebrauch folgen.

          Die Produktion in York, Pennsylvania, läuft gerade an. Für eine Harley ist die Livewire überraschend sportlich und agil, wie eine erste Probefahrt zeigte. Die Spitzenleistung beträgt 78 kW (106 PS), das maximale Drehmoment 116 Newtonmeter. Die Beschleunigung von 0 auf 60 Meilen in der Stunde - knapp 100 km/h - wird mit drei Sekunden angegeben, was nicht viele Fahrzeuge der Welt schaffen. Von 60 auf 80 mph (97 auf 129 km/h) katapultiert sich die Livewire mit einem Fingerschnippen - dem Datenblatt zufolge vergehen bei dieser Übung nur 1,9 Sekunden. Fahrwerk und Bremsanlage sind von aufwendiger Bauart. Kuppeln und Schalten entfällt bei dem Elektro-Roadster, der mit zahlreichen Assistenzsystemen ausgestattet wird. Dazu zählen beispielsweise ABS-Bremsanlage und Traktionskontrolle, die die Schräglage der Maschine berücksichtigen. Mobilfunk-Modul, Bluetooth, Touchscreen, App und Datentransfer zum Smartphone stellen Anschluss an die vernetzte weite Welt her.

          Das Fahren selbst wird sich vorwiegend auf den urbanen Raum beschränken. Mit dem 15,5-kWh-Lithium-Ionen-Akku sind laut Harley im gemischten Betrieb Reichweiten von gut 150 Kilometer zu erzielen, im reinen Stadtbetrieb, wo im Stop-And-go viel rekuperiert werden kann, immerhin zirka 230. Während der ersten, gut 100 Kilometer langen Testfahrt ließ sich das noch nicht überprüfen. Wie dem auch sei, wer in die Ferne strebt und weiterhin in Richtung Horizont reiten will, den lässt die Motor Company auch in Zukunft nicht im Stich: Motorräder mit Verbrennungsmotoren werden auf absehbare Zeit weiter angeboten. Auch hier haben die Amerikaner diverse Neuentwicklungen in Arbeit. Ein ausführlicher Bericht folgt.

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