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Harley-Davidson : Trio Grande

Minimalismus im Low-Rider-Cockpit Bilderstrecke
Harley-Davidson : Trio Grande

Die wohl wichtigste Gemeinsamkeit unseres Trios ist die Ausstattung mit Harleys mächtigstem Motor, der ab Werk zu haben ist. 1923 Kubikzentimeter Hubraum weist das Milwaukee-Eight 117 genannte V2-Triebwerk auf, das bisher den CVO-Sondermodellen vorbehalten war und nun Einzug in den Serienbau hält. Low Rider ST, Street Glide ST und Road Glide ST haben die Ehre, vorwegmarschieren zu dürfen, während die übrigen Tourer und Softails noch mit dem Milwaukee-Eight 114 – 1868 Kubik und bisher das Nonplusultra – vom Stapel gelassen werden.

Der Unterschied zwischen 117 und 114 fällt markant aus. 104 PS liefert der Zweizylinder bei 5450 Umdrehungen, wobei weniger die Höchstleistung bemerkenswert ist als das Drehmoment von bis zu 168 Newtonmeter, das laut Datenblatt bei 3500/min anliegt. Schon in niedrigen Drehzahlen unterhalb von 2000/min entfaltet sich unwiderstehliche Schubkraft. Das fühlt sich schon an Bord der Road und der Street Glide beeindruckend an, noch wuchtiger indes im tief platzierten Sattel der Low Rider ST, eine Folge des 55 beziehungsweise 42 Kilo geringeren Gewichts.

„Germanys most wanted“

Die Low Rider mit ihrer doppelrohrigen Shotgun-Auspuffanlage auf der rechten Fahrzeugseite weist laut Hersteller mit 106 statt 104 PS eine minimal höhere Maximalleistung auf als Road und Street Glide mit je einem Schalldämpfer auf jeder Seite. Allen gemein wiederum ist der „Heavy Brea­ther“-Lufteinlass, ein Mordsteil von Rüssel an der rechten Seite des V-Twins. Fahrer über 1,80 Meter laufen Gefahr, mit dem Schienbein am Heavy Breather anzustoßen, zumal die Sitzkuhle keine Möglichkeit lässt, mit dem Gesäß nach hinten zu rutschen. Das gilt in erster Linie für die beiden Dicken und weniger für die Low Rider. Die ist nicht mit Trittbrettern bestückt, sondern mit ziemlich hoch montierten Fußrasten, was andererseits im Zusammenspiel mit dem tiefen Sitz und dem hohen Lenker für eine irgendwo zwischen aggressiv und lässig angesiedelte Körperhaltung sorgt, die eine Körperfaltung ist und möglicherweise nicht jedem behagt. Wir empfanden sie als kommod.

Wegen der starren, nicht schwingungsentkoppelten Montage im Softail-Rahmen wirkt der identische Motor in der Low Rider trotz zusätzlicher Ausgleichswelle roher, raubeiniger. Im Unterschied zu den anderen beiden, die tadellose Umgangsformen pflegen, gibt die Low Rider den Muskelprotz, dem die Hemdknöpfe wegfliegen, wenn er tief einatmet. Dabei lag sein Landstraßenverbrauch mit 4,5 bis 4,7 Liter auf 100 Kilometer unter dem von SG und RG, die sich 5,1 bis 5,5 Liter genehmigten. Auf der Autobahn herrschte Gleichstand bei 5,5 bis 5,8 Litern.

Um die Low Rider ST entstand vom Moment ihrer Ankündigung an ein erheblicher Wirbel. Händler berichten von einem Ansturm wie selten zuvor auf ein neues Modell, prognostizieren eine lang anhaltende Bestseller-Karriere, in Amerika, aber genauso in Deutschland. „Germanys most wanted“ nennt ein erfahrener Harley-Verkäufer den grauen Star. Einziges Problem: Es ist nicht einfach, ein Exemplar zu ergattern. Hohe Nachfrage trifft auf Lieferschwierigkeiten.

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