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Hanseboot Hamburg : Mit dem Reiz des Neuen gegen Krisengespenster

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Segelnde Berghütte: Die Opus 68 überrascht mit unkonventionellem Interieur Bild: Claus Reissig, Hersteller

Die Hanseboot in Hamburg ist ein wichtiger Gradmesser für die Bootsbranche. Sie bemüht sich heftig um Kunden. Selten gab es so viele Neuheiten wie in diesem Jahr.

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          Wohl auf keiner anderen Bootsausstellung ist man näher an den echten Seglern. Elbe, Deutsche Bucht, Nord- und Ostsee sind in weniger als einer Stunde zu erreichen. Zudem befindet sich das Messegelände mitten in der Stadt, Bootsbegeisterte kommen nach Büroschluss schnell noch einmal vorbei: Freunde treffen, Schiffe gucken, Neuheiten suchen. Das unterscheidet die Veranstaltung von der uneingeschränkten Nummer Eins in Deutschland, der Düsseldorfer Boot, die im Januar stattfindet. Aber im Jahr drei nach dem krisenbedingten großen Einbruch tut sich die Hanseboot immer noch schwer, die Flächen so üppig zu füllen wie zuvor.

          Allerdings: Lange gab es nicht mehr so viele Neuheiten wie 2011. Allein bei den Segelyachten - sie finden fast komplett in Halle A1 Platz - sind es mehr als 20 Premieren. Auf der einen Seite die drei großen Werften Bénéteau, Bavaria und Hanse, die vor allem beim Preis und mit immer mehr Lebensraum an Bord punkten, auf der anderen Seite betont hochwertige Langfahrtschiffe von Gunfleet, Oyster, Hallberg-Rassy oder Saare sowie Performance-Schiffe von X-Yachts, Dehler oder Pacer.

          Fast topfebenes Unterwasserschiff

          Bénéteau stellt auf der Hanseboot gleich zwei neue Oceanis (41, 45) vor. Auffällig: mächtige Bügel überm Cockpit, an denen die Schot des Großsegels auf Überkopfhöhe befestigt wird. Was seglerisch nicht ganz ideal ist, schafft Platz an und unter Deck, denn der Niedergang kann größer ausfallen. Bei der Oceanis 45 kann man bequem wie auf einer Treppe in den Salon hinabsteigen. Unten erwartet einen mehr ein Wohnzimmer wie zu Hause mit Flurspiegel und Sofalandschaft als eine klassische Yacht. Die fast 14 Meter lange Oceanis 45 ist für knapp 200.000 Euro zu haben und lässt sich mit Rollsegeln und Joystick zum Einparken noch komfortabler ausrüsten. Mehr auf seglerische Qualitäten setzt die Konzernschwester Jeanneau mit der neuen Sun Odyssey 379 (rund 126.000 Euro). Gut für Nord- und Ostsee: Das Schiff ist auch als Kielschwerter zu haben, hat dann jedoch nur eine Zertifizierung nach CE-Kategorie B. Bei beiden Marken wird die auffällige Kante in der Rumpfflanke langsam flacher und dezenter, so dass sie demnächst vielleicht wieder ganz verschwindet.

          In der Gruppe der auf Leistung getrimmten Yachten ist X-Yachts aus Dänemark mit zwei Neuheiten ihrer XP-Linie am Start. XP 44 (13,29 Meter; 337.960 Euro) und XP 38 (11,58 Meter; 258.825 Euro) zielen auf Eigner, die sowohl konkurrenzfähig segeln als auch mit der Familie cruisen möchten. Ein Spagat, den auch Pacer aus Südafrika versucht, allerdings ein wenig kompromissloser. Die Pacer 400 CR (für Cruising) hat ein fast topfebenes Unterwasserschiff, wiegt leer nur 5,7 Tonnen und kostet 209.000 Euro. Die zum Hanse-Konzern gehörende Dehler-Werft zeigt mit der neuen 41 ebenfalls einen Cruiser-Racer, optional mit Kohlefasermast und Performance-Kiel, aber auch mit Cockpittisch und aufklappbarer Badeplattform, Der Preis für die 12,50 Meter lange Yacht: ab 186.711 Euro aufwärts. Hanseyachts hat die neue Hanse 385 (112.812 Euro) in die Hansestadt gebracht, die klappbare Plattform ist hier serienmäßig.

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