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Haibike Sduro HardNine : Wo steckt denn nur der Motor?

  • -Aktualisiert am

Haibike Sduro HardNine mit Antrieb von Yamaha Bild: Hersteller

Bei seinem neuesten Mountainbike setzt Haibike auf einen Antrieb von Yamaha. Nicht nur die geschickte Verpackung des Motors überzeugt.

          2 Min.

          Mountainbikes mit Elektro-Hilfsantrieb, also Pedelecs, die echte Geländeräder sind, gibt es inzwischen so viele, dass nicht mehr die Tatsache, dass, sondern das Was und Wie auf sie aufmerksam werden lässt. Auch Haibike ist früh mit dabei gewesen und hat mehr Aufwand als andere getrieben, um dem elektrifizierten Mountainbike seinen Charakter zu bewahren.

          Als Wettbewerber noch unbekümmert um die Bodenfreiheit die erste Generation der Bosch-Motoren unter das Tretlager hängten, boten die Schweinfurter bereits eine Version mit gedrehtem Motor: Die verlagerte dessen Gewicht und das des Akku und dadurch den Schwerpunkt ins Rahmendreieck und bot nebenbei auch die wichtige lichte Höhe unter dem Tretlager. Nun kommt im nächsten Frühjahr von Haibike eine neue Linie von zwölf Mountainbikes unter dem Namen Sduro (Preise von rund 2000 bis 2900 Euro), in der nicht wie in den Xduro-Modellen von Haibike ein Boschantrieb arbeitet, sondern ein Motor von Yamaha.

          „Zero-Cadence-Support“ unterstützt vom ersten Tritt an

          Ein wenig ausprobiert haben wir den Twentyniner Sduro HardNine RC. Wer das Elektrorad nicht erst dieser Tage entdeckt, wo eine um die andere darauf spezialisierte Fachzeitschrift aufgelegt wird, der erinnert sich vielleicht an die ziemlich unmöglichen Einkaufs-Fahrrädchen, in denen Yamaha schon 1993 als Großserienhersteller mit einem Elektroantrieb vertreten war. Dass Haibike mit den Japanern eine enge Partnerschaft eingegangen ist, hat mehrere Gründe.

          Einer ist der „Zero-Cadence-Support“ des neuen Antriebs: Er unterstützt vom ersten Tritt an, also bei einer Trittfrequenz nahe null, was in kniffligen, ganz langsam zu bewältigenden Geländepassagen von Vorteil ist. Andererseits lässt sich der Mittelmotor mit einer Kurbelgarnitur mit Doppelkettenblatt kombinieren. Das ist bei anderen Mittelmotoren nicht der Fall und steigert die Gesamtübersetzung von rund 327 auf 455 Prozent. Mit zwei Kettenblättern unterwegs zu sein erlaubt am Berg, höhere Trittfrequenzen zu fahren, was dem Elektroantrieb guttut – und den Beinen auch. Beim Einstiegsmodell Sduro HardNine SL zum Kampfpreis von 1999 Euro muss man allerdings aufs zweite Kettenblatt verzichten.

          Der an der Vorderseite mit einem Motorschutz versehene Yamaha-Motor hat die Pedelec-übliche Nennleistung von 250 Watt und entwickelt ein Drehmoment von 70 Newtonmeter. Er wird kombiniert mit einem 400-Wattstunden-Akku. Ein abnehmbares Display und der abgesetzte Remote-Controller, unter anderem zur Steuerung der Schiebehilfe, sind am Lenker zur Hand. Gefallen hat an dem Hardtail mit dem alle Züge und Leitungen aufnehmenden Aluminiumrahmen zum einen die echte Mountainbike-Optik. Der Motor ist kaum zu sehen. Wichtiger als das Aussehen aber ist die hervorragende Gewichtsverteilung. Auch wenn der Motor aus ist, lässt sich das E-Bike wie ein echtes Geländerad bewegen – jedoch eins, das über 20 Kilogramm wiegt.

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