https://www.faz.net/-gy9-9tfuq

Hagelscanner mit Beamer : Jede Delle zählt

  • -Aktualisiert am

Mit dem Tablet erfasst der TÜV-Mitarbeiter die Schäden. Bild: Tüv Rheinland AG

Diese neue Diagnosemethode ermöglicht eine ungleich präzisere Bestandsaufnahme als die bisher übliche manuelle Schadenserfassung per Fotodokumentation. Und nicht nur das.

          1 Min.

          Auf den ersten Blick weckt das Szenario Assoziationen an mobile Notfallstationen, wie sie bei Massenkarambolagen von den Rettungsdiensten zur Erstversorgung von Unfallopfern installiert werden: ein garagengroßes Zelt, in dessen Innerem bei gleißendem Scheinwerferlicht emsig hantiert wird. Statt blutender Verletzter wartet hier allerdings eine von Hageleinschlägen übersäte Limousine auf eine neue Diagnosemethode mit dem sogenannten Hagelscanner. Sie ermöglicht nicht nur eine ungleich präzisere Bestandsaufnahme als die bisher übliche manuelle Schadenserfassung per Fotodokumentation, sondern reduziert auch den Zeitaufwand und damit die Kosten.

          Das System mit dem Namen Miko (Mobiles Identifikationssystem für Kraftfahrzeug-Oberflächenfehler) entstand aus einem Forschungsprojekt der Universität Dortmund und wurde von dem Bochumer Unternehmen Adomea für den Praxiseinsatz weiterentwickelt. Der TÜV Rheinland übernahm dann Adomea.

          Miko ist ein mobiles und skalierbares Messsystem, das sich in wenigen Stunden an jedem Schadensort aufbauen lässt und in Minutenschnelle ein komplettes und detailgetreues Abbild der Fahrzeugaußenhaut liefern soll. Damit eignet es sich nicht nur zur Erfassung von Hagelschäden, sondern beispielsweise auch für die Prüfung angelieferter Neufahrzeuge auf Transportschäden. Das System besteht aus mehreren Hochleistungsbeamern, die ein Netz von einigen hundert Leuchtstreifen auf das Fahrzeug projizieren, so dass auf dessen Oberfläche ein gleichmäßiges Wellenmuster entsteht. Mit dieser Streifenreflexionstechnik lassen sich selbst winzigste Dellen und Kratzer entdecken und von mehr als einem Dutzend hochauflösender Kameras dokumentieren. Durch den Abgleich der Kameradaten mit dem 3D-Raster des untersuchten Fahrzeugtyps ergibt sich eine präzise Schadensbilanz.

          Welche volkswirtschaftlichen Schäden die oft nur einige Minuten andauernden Hagelstürme verursachen können, bewies 2013 ein Unwetter im Raum Reutlingen, das mehr als hundert Verletzte und etliche tausend demolierte Fahrzeuge zur Folge hatte. Der von den Versicherern regulierte Gesamtschaden belief sich damals auf rund 3,6 Milliarden Euro. Als kritische Größe von Hagelkörnern hat das Allianz-Zentrum für Technik (AZT) einen Durchmesser von etwa zwei Zentimeter ermittelt. Von da an drohen Schäden auf Oberflächenmaterialien wie Stahl oder Aluminium. Wesentlich widerstandsfähiger sind Fahrzeugdächer aus Carbon, die Einschläge von bis zu fünf Zentimeter großen Hagelkörnern ohne Schaden überstehen können, wie Ultraschalluntersuchungen gezeigt haben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zinsen sind auch nicht mehr, was sie mal waren.

          Zahlen fürs Ersparte : Was tun, wenn die Bank Negativzinsen will?

          Immer mehr Bankkunden werden von ihrem Bankberater angerufen. Sie sollen ihr Geld umschichten oder ein Verwahrentgelt auf ihr Erspartes zahlen. Wie gefährlich ist es, einfach „Nein“ zu sagen?
          Allein joggen gehen? Unsere Autorin macht das nur bei Tageslicht (Symbolbild).

          Der Moment.... : ...in dem ich mich nicht mehr sicher fühlte

          In der Pandemie gibt es für unsere Autorin einen Zufluchtsort: den Weiher ums Eck. Dort ist sie fast täglich joggen oder spazieren. Und genau dort ist nun eine Frau vergewaltigt worden. Der Täter ist auf der Flucht, und das Joggen unserer Autorin? Ist ausgesetzt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.