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H145-Helikopter : Die fliegende Intensivstation

  • -Aktualisiert am

Ein neuer Hubschrauber H145 ist am südbadischen Flugplatz Freiburg für die DRF Stiftung Luftrettung stationiert. Bild: Schelling

Die Rettungsflugwacht in Freiburg erhält einen modernen H145-Helikopter mit mehr Platz und klugem Autopilot. Dadurch hat der Pilot leichteres Spiel.

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          Er ist Senkrechtstarter, medizinische Intensivstation, Bergretter und kann sogar nachts oder in Wolken fliegen. Ein neuer Hubschrauber H145 ist nun auch am südbadischen Flugplatz Freiburg für die DRF Stiftung Luftrettung stationiert. Die Organisation mit Sitz in Filderstadt hat bereits vor mehr als sechs Jahren 25 Maschinen dieses Typs bestellt. Sie lösen an den 35 Rettungsstationen in Deutschland, Österreich und Liechtenstein die älteren Muster vom Typ Bk117 ab. Bereits 2014 ging der erste neue Heli vom Typ H145 bei der DRF in Betrieb. Er sieht zumindest von vorn ähnlich aus wie seine Vorgänger Bk117 oder EC145. Die wurden noch unter dem Firmennamen Eurocopter gebaut. Seit 2014 nennt sich das deutsch-französische Unternehmen Airbus Helicopters.

          Am Rumpfende der H145 zeigt sich jedoch ein markanter Unterschied. Anders als die beiden früheren Modelle hat die neue H145 keinen freilaufenden Heckrotor mehr. Dessen schnell drehende Rotorblätter konnten unvorsichtige Menschen verletzen oder bei Berührung mit einem Hindernis abscheren. Dann wäre ein Absturz unausweichlich. Stattdessen gibt es bei der H145 einen sogenannten Fenestron-Heckrotor. Bei diesem drehen sich die Rotorblätter in einem ummantelten Gehäuse. Dadurch sind sie vor Beschädigungen geschützt. Zusätzliches Plus ist ein geringerer Geräuschpegel. So ist der Fenestron deutlich leiser als der frühere konventionelle Heckrotor.

          Aber vor allem der Pilot hat im neuen H145 leichteres Spiel. Er wird von einem besonders leistungsfähigen Autopilot unterstützt. Dieser kann alle Steuerfunktionen übernehmen, ein programmiertes Ziel oder auch einen Flughafen anfliegen. Die neueste Version absolviert sogar einen automatischen Start oder hält einen Schwebeflug exakt über einer festgelegten Position mit GPS-Hilfe. Der sogenannte Vierachsen-Autopilot ist komplexer als ein vergleichbares System im Flugzeug. Denn ein Hubschrauber startet und landet nicht nur senkrecht oder bleibt in der Luft stehen, er fliegt auch seit- oder sogar rückwärts. Das dient nicht der Show, sondern ist manchmal beim Abheben von sehr beengten Landeplätzen zwingend notwendig, etwa bei Notfalleinsätzen auf engen Straßen, zwischen Häusern oder in unebenem Terrain.

          Anders als die beiden früheren Modelle hat die neue H145 keinen freilaufenden Heckrotor mehr. Bilderstrecke

          In der H145 ist jetzt auch mehr Platz für Arzt, Sanitäter und bis zu zwei Patienten auf Liegen. Die Ausrüstung ist auf dem neuesten Stand der Medizintechnik und ermöglicht eine bestmögliche Versorgung, auch für Intensivpatienten. Zudem ist sie modular aufgebaut und kann je nach Einsatzzweck variiert werden.

          Starke Triebwerke vom Typ Turbomeca Arriel 2E mit je 828 PS sorgen dafür, dass die H145 selbst dann noch in der Luft bleibt, wenn eine der beiden Turbinen ausfallen sollte. Sie fliegt dann mit einem laufenden Motor zum nächsten Landeplatz und macht eine Sicherheitslandung. Selbst beim gleichzeitigen Ausfall beider Triebwerke bleibt der Heli flugfähig und voll steuerbar. Allerdings muss der Pilot den Helikopter dann rasch mit Hilfe der Autorotationsfähigkeit quasi im Segelflug auf einem Feld, einer Wiese oder einer sonstigen geeigneten Fläche aufsetzen. Dieses Notverfahren wird regelmäßig geübt.

          Die Einsatzdauer liegt bei mehr als drei Stunden plus Reserve. Bis zu 260 km/h schnell und etwa 700 Kilometer weit kann die H145 fliegen. Mit ihr werden deshalb auch Patienten von Intensivstationen zwischen weiter entfernten Kliniken befördert. Denn sie ist nachtflugtauglich und kann auch im Instrumentenflug durch Wolken fliegen, wenn der Pilot eine entsprechende Berechtigung besitzt. Sogar als Bergretter taugt die neue Maschine: Die Freiburger H145 ist mit einer fest installierten Rettungswinde ausgerüstet, mit der etwa im Hochschwarzwald der Notarzt oder ein Mitglied der Bergwacht abgeseilt und auch ein Patient in unlandbarem Gelände aufgenommen werden kann.

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