https://www.faz.net/-gy9-99ugc

Synthetische Kraftstoffe : Gibt es den grünen Verbrennungsmotor?

  • -Aktualisiert am

Synthetische Kraftstoffe sollen Erdgas und fossile Diesel- und Ottokraftstoffe ersetzen. Bild: dpa

Trotz der ambitionierten Elektroauto-Pläne ist der schnelle Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor unrealistisch. Benzin oder auch Diesel lässt sich künstlich herstellen, ohne dass die CO2-Bilanz belastet wird.

          3 Min.

          Als Grundschüler waren wir von der Chemie schwer enttäuscht. Die Arbeit mit dem Kosmos-Experimentierkasten endete regelmäßig mit einer braunen, zu nichts mehr zu gebrauchenden Suppe. Erst viel später reifte die Erkenntnis: Ein wenig Können vorausgesetzt, ist es möglich, nahezu beliebige Moleküle zu bauen, vorausgesetzt, man ist im Besitz der dafür benötigten Atome und von ein wenig Energie. Insofern sind alle Hypothesen nichtig, Erdgas, Benzin oder Diesel könnten zur Neige gehen, nur weil das in der Erde liegende Rohöl erschöpft wäre. Im Kern handelt es sich nämlich um Kohlenwasserstoffe, für deren synthetische Herstellung grundsätzlich nur Wasser- und Kohlenstoff und Strom benötigt werden.

          Mittlerweile weiß die Menschheit, dass es besser wäre, den größten Teil der fossilen Reserven in der Erde zu lassen, um der weiteren Erderwärmung vorzubeugen. Erste Wahl ist aus Klimaschutzgründen immer, regenerativ erzeugten Strom einzusetzen. Er kann mit hohem Wirkungsgrad transportiert und für den Fahrzeugantrieb eingesetzt werden. Zieht man alle Verluste ab, die in Leitungen, Transformatoren, Akkus, Leistungselektronik und Elektromotor entstehen, landen doch mindestens 80 Prozent des eingespeisten Stroms am Rad. Das funktioniert, zumindest wenn Größe und Materialien des Akkus vernünftig gewählt werden. Um die Erderwärmung in Grenzen zu halten, ist die Kraft der Elektronen wichtig.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Im Gespräch: Günther Jauch – hier bei einer Moderation zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit – wundert sich über Hass.

          Günther Jauch über Drohungen : „Ich bin völlig angstfrei“

          Günther Jauch war Werbegesicht einer Impfkampagne, erkrankte dann an Corona – und bekam den Hass von Impfgegnern ab. Ein Interview über seine Erkrankung, unzuverlässige Schnelltests und Pöbler, die sich nicht verstecken.

          Astra-Zeneca-Ablehnung : Zweifel macht wählerisch

          Der Astra-Zeneca-Impfstoff wird für Menschen über 60 empfohlen. Doch die wollen ihn oft nicht haben und bemühen sich lieber um Impfstoffe von Biontech oder Moderna. Haben die Jüngeren deshalb das Nachsehen?