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Geneva International Motorshow : Das sind die Neuigkeiten vom Genfer Autosalon

The beautiful beast: Daimler-Chef Zetsche stellte höchstpersönlich den neuen AMG GT als Viertürer vor. „Damit die Familie auch GT fahren kann.“ Als GT 53 4matic mit 326 PS aus drei Liter Hubraum und V6-Motor. Mit V8-Motor 640 PS im GT 63 S wie abgebildet aus vier Liter Hubraum. Dritte Variante: GT 63 mit 585 PS. Bild: Schmidt

Der 88. Genfer Automobilsalon ist die wichtigste Automesse des Jahres. Trotz Diesel-Urteils dominieren jetzt nicht die Elektroautos die Schau. Spannende Neuheiten gibt es dennoch zuhauf.

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          Die Schweiz ist ein Hort überschaubarer Bedächtigkeit, und so geht es auch alljährlich Anfang März auf dem Autosalon in Genf zu. Die Branche trifft auf gutgelaunte und meist zahlungskräftige Kundschaft, die Hektik anderer Messen bleibt vor den Hallen. Dieses Jahr ist die Welt eine andere. Am Donnerstag beginnt die Messe für das Publikum (bis 18. März), und die Industrie wird durchgeschüttelt von selbstgemachten Skandalen, von einem Gerichtsurteil, dessen Auswirkung bedrohlich werden kann, und von wirtschaftlichen Veränderungen, die viele Fragen aufwerfen. Dass der Diesel-Betrug von Volkswagen bis in das Jahr 2018 hineinreichen würde, wer hätte das gedacht? Die versammelte Industrie ist bis heute nicht in der Lage, die Folgen einzudämmen, und gibt ein jämmerliches Bild ab. Aber die Menschen greifen weiter zu, die Absatzzahlen stimmen, das ist wohl des Managers Hauptaugenmerk.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wie sehr es dem Diesel nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, nach dem Fahrverbote grundsätzlich zulässig sind, an den Kragen geht, wird man sehen. Im Programm von Porsche lässt sich derzeit kein Modell mit Dieselmotor konfigurieren. Über Fiat heißt es, demnächst flögen die Diesel aus dem Programm. Das zumindest kann auch mit erforderlich werdenden Investitionen zu tun haben. Unter ihrem Vorstandsvorsitzenden Sergio Marchionne blüht zwar die Rendite auf, das Modellangebot der Italiener aber blutet aus. Ob das noch lange gutgehen wird?

          Daimler würde sich gern auf frische Fahrzeuge konzentrieren, hat jetzt aber erst mal damit zu tun, Chinesisch zu lernen. Der Investor, dem schon Volvo gehört, hat sich von börslichen Meldeschwellen unbemerkt angeschlichen, zehn Prozent der Aktien erworben und wird nun mitreden wollen. Aber wobei und wie sehr? Werden künftig gemeinsame Autos der Marken Mercedes-Benz, Geely, Volvo und Lynk & Co entstehen? Ungewissheit ähnlicher Art treibt den französischen Konzern PSA um, zu dem die Marken Peugeot, Citroën, DS und nun auch Opel gehören. Eine klare Strategie ist nicht auszumachen, zunächst scheinen jedenfalls bei Opel viele Räder stillzustehen. In Genf will PSA-Chef Carlos Tavares mit gewohnt scharfen Worten Rede und Antwort stehen, das Publikum ist gespannt. Bei Opel indes kann man nicht nachfragen, die Rüsselsheimer bleiben der Messe aus Kostengründen fern.

          Viertürige Coupés sind in. Auch BMW hat eines dabei, noch als Studie, weshalb es M8 Gran Coupé Concept heißt. Und weil der recht entschlossen cool auftretende Bayer erst im Jahresverlauf richtig straßenfertig wird, will BMW noch nichts zur Leistung und zum Preis sagen. Ausreichend und stramm, nehmen wir an. Bilderstrecke

          Trotz all dieser Zukunftsfragen sind etliche neue Autos zu sehen, für die sich ein Besuch lohnt. Als neutraler Schauplatz ist der Branchentreffpunkt Genf besonders beliebt, und der Besucher darf sich wie immer über die vielen Exoten freuen, die nur hier in dieser Masse auftreten. Kaum einer schwänzt die Veranstaltung. Außer Opel sind nur Infiniti, DS, Chevrolet und Cadillac sowie Tesla nicht da, dagegen zeigen alle bekannten Nobelhersteller Flagge, das war in Detroit im Januar noch nicht so. Bentley zeigt zum Beispiel den großen Bentayga als Plug-in-Hybrid. Ein völlig neuer 3,0-Liter-V6-Ottomotor wird mit einer Elektro-Maschine kombiniert, so genügen erstmals sechs Zylinder für einen Bentley. Die rein elektrische Reichweite beträgt 50 Kilometer. Mit einer vom Designer Philippe Starck entworfenen Wallbox ist der Elektro-Bentley in nur zweieinhalb Stunden wieder voll im Saft. Das Auto kommt noch in diesem Jahr.

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