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Genfer Autosalon : Messe der Etablierten und Exoten

Suzuki versucht mit dem neuen Vitara zu punkten

Einen neuen Anfang für Volvo setzt das große SUV XC90 mit seinen kleinen Motoren, es gibt nur noch Vierzylinder mit höchstens zwei Liter Hubraum. Die Schweden betonen, weiter ziemlich schwedisch zu sein. Die chinesischen Herren reden offenbar wenig rein, werden in diesen Tagen gleichwohl genau hinsehen. Für die asiatischen Hersteller ist das neutrale Genf eine wichtige Veranstaltung, alle haben neue Autos oder Prototypen dabei. Fotos davon gibt es vorab oft leider nicht. Das Wichtigste: Nissan unterfüttert den Kleinwagen Micra mit dem Sway, Toyota erneuert den Avensis, Honda gestattet dem SUV HR-V ein Comeback, zeigt den neuen Jazz und heischt mit dem Supersportwagen NSX um Aufmerksamkeit. Der war freilich schon als Acura im Januar in Detroit zu sehen.

Subaru hat die Europa-Version des Levorg dabei und die fünfte Generation des Outback. Suzuki versucht mit dem neuen Vitara zu punkten und bringt zwei „spannende“ Concept Cars mit, den iK-2 und iM-4. Das sind nicht etwa Bestellnummern auf der Speisekarte, sondern, man ahnt es, SUV. Auch Mitsubishi stellt ein Konzeptfahrzeug im Crossover-Format auf seinen Stand. Mit einem Plug-in-Hybridantrieb soll es als Absichtserklärung für die künftige Ausrichtung verstanden werden, wobei wir uns langsam fragen, wie oft sich Mitsubishi eigentlich neu ausrichtet. Geradezu vertraut wirkt da die neue, fünfte Generation des L200-Pick-up. Mazda hat zurzeit einen Lauf. Gleich mehrere Neuheiten stehen in Genf, der 2er, der CX-3 sowie der CX-5 und der ebenfalls aufgefrischte 6er.

Edelabteilungen von Nissan und Toyota

Mit der Zähigkeit des Sumoringers versuchen sich die Japaner an der Oberklasse. Hierzulande bislang mit bescheidenem Erfolg. Was in Amerika bestens funktioniert, kommt in Europa einfach nicht an. Infiniti und Lexus (schon seit 25 Jahren in Europa tätig), die Edelabteilungen von Nissan und Toyota, haben dennoch wieder frische Ware parat. Mit dem kompakten SUV QX30 (noch als Concept) will Infiniti auf der SUV-Welle mitschwimmen. Ob der neue Lexus NX, natürlich ein SUV und jetzt auch mit Benzinmotor, hilft? Oder das neue, bis zu Messe noch geheime Lexus-Concept-Car?

Dagegen sind Kia und Hyundai längst in Europa angekommen, allerdings bedienen sie (noch) nicht den Premiummarkt. Der koreanische Hyundai-Konzern hat ansprechende Produkte, neu sind unter anderem der Tucson (ein SUV, was sonst) und eine zweitürige Variante des Kleinwagens i20. Kia hat die schöne Kombi-Studie Sportspace im Gepäck. Ssangyong gibt es tatsächlich auch noch. Tivoli heißt ein neues Modell. Es ist - ja, ein SUV.

Den Reiz von Genf machen nicht nur die Etablierten aus. Auf keiner Messe der Welt gibt es so viele „Exoten“. Lotus Evora, Koenigsegg oder Rinspeed überraschen die Besucher. Mit dabei ist auch wieder Qoros, der chinesische Hersteller mit dem europäischen Management und den hochfliegenden Plänen, die Stück für Stück zerplatzen. Ein anderer Debütant will sich von so etwas nicht entmutigen lassen. Borgward hat einen Stand aufgebaut, ohne Auto. Das soll erst im September auf der IAA in Frankfurt stehen. Die 1961 kollabierte Marke aus Bremen versucht sich mit chinesischen Financiers in der Selbstreanimation. Wenn die klappt, essen wir Kohl und Pinkel. Versprochen.

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