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Ford Mondeo : Neue Motoren und ein neues Gesicht

Motorhaube und Heckklappe sind ganz neu Bild: Hersteller

Bei Ford ist man sich nicht ganz einig, ob von einem Facelift, einer Überarbeitung oder gar einem neuen Modell gesprochen werden soll. Auf jeden Fall gibts im neuen Ford Mondeo Assistenzsysteme aus der Oberklasse, aber kein Start-Stopp.

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          Dass Ford den umfangreich überarbeiteten Mondeo Ende August auf der Motorshow in Moskau vorgestellt und nicht bis zum Pariser Salon Anfang Oktober gewartet hat, ist nicht nur eine Verbeugung vor dem wichtigen russischen Markt. Man sichert sich so auch mehr Aufmerksamkeit in den Medien, weil dieses Jahr in Paris viele interessante Neuheiten zu sehen sein werden. Auch der Mondeo wird natürlich dort sein, und Mitte November ist schon das Händlerdebüt. Bestellt werden kann von sofort an, die Preise beginnen bei 22.590 Euro.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Bei Ford ist man sich nicht ganz einig, ob von einem Facelift, einer Überarbeitung oder gar einem neuen Modell gesprochen werden soll. Tatsache ist, dass sich der Mondeo 2010 schon äußerlich deutlich von seinem Vorgänger unterscheidet. Es gab Retuschen an Front und Heck, neue Rücklichter, Tagfahrlicht (nicht für die Einstiegmodelle), Motorhaube und Heckklappe sind ganz neu. Auch das Fahrwerk und der Innenraum wurden überarbeitet, dazu kommen neue Motoren. Gestrichen wurde für Deutschland das Stufenheckmodell, das in Märkten wie Russland oder Spanien aber nach wie vor angeboten wird.

          Gebaut wird der Mondeo wie bisher im belgischen Genk, dort läuft er zusammen mit den Schwestermodellen Galaxy und S-Max vom Band. Ford plant einen Absatz von 20.000 bis 25.000 Stück in Deutschland im nächsten Jahr (110.000 in Europa), 80 Prozent davon sollen auf den Kombi (Turnier) entfallen, ein Fünftel auf das Schrägheckmodell. Nur drei von 100 deutschen Käufern orderten zuletzt einen Mondeo mit Stufenheck, deshalb das Aus für Deutschland.

          Frischen Wind verspricht man sich bei Ford nicht nur durch die Design-Änderungen, sondern auch durch neue Motoren
          Frischen Wind verspricht man sich bei Ford nicht nur durch die Design-Änderungen, sondern auch durch neue Motoren : Bild: Hersteller

          Frischen Wind verspricht man sich bei Ford nicht nur durch die Design-Änderungen, sondern auch durch neue Motoren. Insgesamt umfasst die Antriebspalette jetzt fünf Benziner und vier Dieselmotoren, dazu kommt wie bisher eine Autogas-Variante.

          Der Kombi ist in jeder Motorvariante jeweils 1000 Euro teurer

          Komplett neu ist der 2,0-Liter-Ecoboost-Vierzylinder mit 176 kW (240 PS), der ausschließlich in Kombination mit einem Doppelkupplungsgetriebe (Ford nennt es Powershift) angeboten wird. Vergleicht man diesen Motor mit dem ausgemusterten 2,2-Liter-Vierzylinder (der noch ohne Direkteinspritzung und Turboaufladung auskommen musste), kombiniert mit einem herkömmlichen Automatik-Getriebe, ergibt sich ein um rund 20 Prozent geringerer Kraftstoffverbrauch (7,7 Liter Normverbrauch) bei einer Leistungssteigerung um fast 50 Prozent. Das Drehmoment stieg sogar um 60 Prozent - auf 340 Newtonmeter (360 mit Overboost). Im Programm bleibt der 2,0-Liter-Ecoboost-Motor mit 149 kW (203 PS), der ebenfalls ausschließlich mit Powershift angeboten wird. Beide Triebwerke gehen mindestens mit der Ausstattungslinie Titanium einher, die Preise betragen 31.850 und 34.100 Euro. Der Kombi ist in jeder Motorvariante jeweils 1000 Euro teurer.

          Der zweite völlig neu entwickelte Motor ist ein 2,2-Liter-Turbodiesel mit 147 kW (200 PS) und einem Drehmoment von 420 Nm (450 mit Overboost). Ford gibt einen Normverbrauch von 6,0 Liter Diesel an, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 230 km/h. Powershift gibt es für den 2,2-Liter nicht, sondern ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Für den 2,0-Liter-Turbodiesel, der in drei Leistungsklassen in der Preisliste zu finden ist (85/102/120 kW), ist die "Automatik" aber sehr wohl zu haben, sie kostet 2000 Euro Aufpreis. Beide neuen Triebwerke überzeugten bei ersten Probefahrten, auch durch den hochwertigeren Innenraum kommt der Mondeo jetzt einen noch gewichtigeren Auftritt.

          Der 2,2-Liter-TDCI kostet als Titanium 33.600 Euro

          Berücksichtigt man die Ausstattungslinien (Viva Trend, Trend, Viva Titanium, Titanium und Titanium S), hat der Kunde die Wahl aus 66 verschiedenen Mondeo. Das Basismodell hat als Viva Trend einen 1,6-Liter-Motor mit 88 kW (120 PS) und kann unter anderem mit einem Audio-System, vier elektrischen Fensterhebern, Klimaanlage und einer Zentralverriegelung mit Fernbedienung aufwarten. Wählt man die höchste Ausstattungsstufe, muss man mindestens 34 000 Euro für den Mondeo 2.0 TDCi (103 kW/140 PS) aufbringen, dann sind aber auch Bi-Xenon-Licht, ein aufwendiges Styling-Paket, Lederausstattung, Sportfahrwerk sowie 18-Zoll-Aluräder und einiges mehr im Preis enthalten. Der 2,2-Liter-TDCI kostet als Titanium 33 600 Euro.

          Gegen Aufpreis und erstmalig bei Ford in Europa zu haben sind ein Fahrspurassistent, ein automatisches Fernlicht und ein Müdigkeitswarner. Außerdem sind der "Tote-Winkel-Assistent" und die Rückfahrkamera, die es bis jetzt nur für den Galaxy und den S-Max gab, Bestandteil des "Technologie-Pakets", das je nach Ausstattungsstufe zwischen 820 und 1459 Euro Aufpreis kostet und weitere Optionen (zum Beispiel einen Tempomat) umfasst. Was es noch nicht gibt, ist Start-Stopp.

          Nichts geändert hat sich am guten Raumangebot des Mondeo. Der 4,78 lange Viertürer hat als Schrägheckmodell ein Kofferraumvolumen von 540 Liter (ohne Reserverad), der fünf Zentimeter längere Kombi fasst 550 Liter und maximal 1740 Liter.

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