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Ford Ka II : Klein, mit reinem Herzen

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Der Ford Ka II wirkt weniger originell als der Vorgänger... Bild: Hersteller

Der neue Ford Ka wirkt deutlich maskuliner und weniger originell als sein Vorgänger. Von demselben Band wie die charismatische Neuauflage des Fiat 500 fährt auch der pfiffige Ka aus der polnischen Fiat-Fabrik in Tychy.

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          Wenn Automobil-Prospekte ihre Leser duzen, ist die Zielgruppe klar definiert. Im Falle des Ford Ka heißt sie bei den Marketingstrategen stellvertretend für alle Charlie, ist zwischen 18 und 25 Jahre jung, fast zu 70 Prozent weiblichen Geschlechts. Und entgegen dem Trend zum Partner-Hopping scheint sie noch treu zu sein, wie John Fleming, Chef von Ford Europe, stolz vermeldet: „Unter den Ford-Fahrern zeigen Ka-Kunden die höchste Loyalität.“

          Das liegt wohl am gelungenen Kindchenschema-Design des Vorgängermodells, das seit 1996 gebaut wird. Damit die andere Hälfte potentieller Kunden in der Bevölkerung künftig besser erreicht wird, zeigt sich die Neuauflage des Ford Ka nun deutlich maskuliner. Durchaus kraftvoll und leicht gedrungen steht der 3,62 Meter kurze Dreitürer auf seinen serienmäßigen 14-Zoll-Rädern. Ein Knick in den spitz zulaufenden, tropfenförmigen Scheinwerfern verleiht ihm einen kecken Blick, der dunkle Kühlergrill grinst dazu sympathisch aus der Frontschürze. Und sogar hinten lächelt der charmante Ka mit freundlichem Schwung im Stoßfänger die überholten Verkehrsteilnehmer an und vergisst dabei nicht, seinen Vorgänger optisch zu zitieren.

          Die Basis des neuen Ka entstammt einer Zusammenarbeit mit Fiat

          Die Mission des Ka ist klar: Sein freundliches Wesen soll schon im Verkaufsraum den Kunden zurufen: Kauf mich - ich bin klein, mein Herz ist rein. Dabei betont Ford-Designer Stefan Lamm: „Besonders wichtig war, trotz gleicher technischer Basis, unsere eigenständige Identität, das Kinetic-Design umzusetzen.“ Wenn alle Eckpunkte der Karosserie feststehen, ist das keine einfache Aufgabe. Die Basis des neuen Ka entstammt nämlich einer Zusammenarbeit mit Fiat. Von demselben Band wie die charismatische Neuauflage des Fiat 500 fährt auch der pfiffige Ka aus der polnischen Fiat-Fabrik in Tychy.

          ...aber wo seine Familie wohnt, sieht man

          Auch die beiden angebotenen Motorvarianten entstammen der deutsch-italienisch-polnischen Allianz und wurden dem kleinsten Ford angepasst. Basis ist der 1,2-Liter-Benziner mit 51 kW (69 PS). Der Vierzylinder verlangt im Schnitt nach 5,1 Liter Super für 100 Kilometer (119 g/km CO2) und wirkt bei niedrigen Drehzahlen etwas schwachbrüstig. Sein maximales Drehmoment (102 Nm) liefert er erst bei 3000/min. Die souveränere Wahl ist der saubere Diesel (Partikelfilter Serie, Verbrauch 4,2 Liter, 112 g/km CO2) mit 1,3-Liter Hubraum und 55 kW (75 PS), der seine 145 Nm schon von 1500 an bis 3500/min offeriert. Der Dieselzuschlag von 2000 Euro beim Kauf sorgt jedoch bei den aktuellen Kraftstoffpreisen und den geringen Preisunterschieden zwischen Benzin und Diesel dafür, dass sich voraussichtlich nur acht Prozent der Ka-Käufer für einen Selbstzünder entscheiden werden.

          Pünktlich zum anlaufenden James-Bond-Film

          Zwei Ausstattungslinien, Trend und Titanium, sowie zusätzliche Stylingpakete sollten keine Wünsche bei den Kunden offenlassen. Ungewöhnlich lang für einen Kleinwagen ist die Liste der wählbaren Extras. Von der Schnittstelle für MP3-Spieler über das wegen der etwas unübersichtlichen Karosserie durchaus praktische Park-Pilot-System hinten (355 Euro) bis zu Oberklasse-Features wie einer beheizbaren Windschutzscheibe (210 Euro) oder einer Teillederausstattung (nur bei Titanium, inklusive Sitzheizung vorn, 1150 Euro) kann man aus einer Vielzahl von Optionen wählen. Bereits in der Standard-Version immer dabei ist ein sogenanntes Notbremslicht, das bei starker Verzögerung die Warnblinker aktiviert und den nachfolgenden Verkehr warnt.

          Wer allerdings für einen Basis-Ka in der Ausstattung Trend (vier Airbags, Servolenkung, Fahrersitz und Lenkrad höhenverstellbar, klappbare Rücksitze, Bordcomputer Serie) überall Kreuze auf dem Bestellformular macht, legt noch mal gut 6000 Euro auf den Einstandspreis von 9750 Euro drauf. Und weil das Kleinwagensegment traditionell besonders preissensibel ist, müssen selbst in der besseren Ausstattungslinie Titanium (Benziner, 10.750 Euro mit Klimaanlage, fernbedienbare Zentralverriegelung, Nebelscheinwerfer, 15-Zoll-Stahlräder sowie elektrische Fensterheber) sinnvolle Sicherheitsdetails wie ein ESP (mit Antriebsschlupfregelung 360 Euro) oder Kopf-Schulterairbags (260 Euro) extra geordert werden. Pünktlich zum demnächst anlaufenden James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“ stehen die ersten Vorführwagen beim Händler. Im Kino fährt der Ka sogar in einer Nebenrolle durchs Bild. Wer hinter dem Steuer sitzt? Nein, nicht Charlie, sondern das junge Bond-Girl Olga.

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