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Fiat 500 ist Auto des Jahres : Die Sehnsucht nach den Anfängen der Mobilität

  • -Aktualisiert am

Auto des Jahres 2008: Fiat 500 Bild: Hersteller

Klein, fein und knuffig: Der Fiat 500 ist das Auto des Jahres. Der italienische Kleinwagen war einst ein Kultauto der sechziger Jahre und kam in moderner Neuauflage auf den Markt zurück. Der internationale Autopreis „Car of the Year 2008“ wird alljährlich von 58 internationalen Motorjournalisten vergeben.

          Zurück in die Zukunft: Diese ebenso emotionale wie fantastische Reise lässt sich derzeit mit keinem anderen Auto besser bewältigen als mit dem neuen Fiat 500. Der „Cinquecento“ basiert auf der Technik des Fiat Panda, hat aber mit seinem Karosseriekleid dessen Nützlichkeitsdesign abgelegt. Er bietet dennoch ausreichend Talent um die Herausforderungen des Alltags zu bestehen.

          Sein eigentlicher Inhalt aber ist der Blick zurück auf eine Phase der Motorisierung, die zu einem hoffnungsvollen Aufbruch führte. Mit dem alten Cinquecento verbindet ein halber Kontinent das Ende der Not einer Mobilität ohne Dach über dem Kopf. Und der Fiat 500 war in seinen Original-Generationen so etwas wie ein Wechsel auf eine bessere Zukunft.

          58 internationale Motorjournalisten

          Vielleicht haben sich deshalb 58 internationale Motorjournalisten in der Summe ihres Votums dafür entschieden, in ihm „Das Auto des Jahres 2008“ zu sehen. Der neue Fiat 500 hatte sich in einem ausgeklügelten Wahlverfahren mit 385 Punkten gegenüber Mazda2 (325), dem Ford Mondeo (202), dem Kia Ceed (166), dem Nissan Qashqai (147), der Mercedes- Benz C-Klasse (128) und dem Peugeot 308 (97) durchgesetzt. Bei der Übergabe des Preises durch Jury-Präsident Ray Hutton erinnerte Fiat-Chef Sergio Marchionne daran, dass Autos, besonders jene von Fiat, nicht allein von Technik bestimmt würden.

          Trifft den Zeitgeist

          Das wichtigste einzelne Bauteil, sagte Marchionne, sei immer noch der menschliche Faktor. Dieser habe auch entscheidend dazu beigetragen, dass die Fiat-Gruppe seit Gründung dieses Preises im Jahr 1964 zwölf Mal als Gewinner aus diesem Wettbewerb hervorgegangen sei. Allein Fiat habe ihn neun Mal gewonnen. „Ich nehme die Auszeichnung des Car of the Year 2008 auch für die 180 000 Menschen an, die in der Fiat-Gruppe arbeiten und die helfen, den Stolz, zu diesem großen Unternehmen zu gehören, zurückzugewinnen.“

          Emotionales, historisierendes Design

          Marchionne verwies auf den sich deutlich abzeichnenden Erfolg des mit moderner Technik und emotionalem, historisierendem Design neu aufgelegten Fiat 500: Dieser hat nach kurzem Anlauf die Fiat-Schätzungen zum Absatz längst übertroffen, zurzeit liegen etwa 140.000 Aufträge vor, und es wird geprüft, die geplante Produktionskapazität von 120.000 Einheiten im Jahr zu erhöhen. Es lägen sogar Anfragen aus Nord- und Südamerika sowie aus dem Fernen Osten vor, sagte Marchionne, der auch zu dem feierlichen Moment der Preisübergabe in seinem gewohnten blauen, etwas aus der Form geratenen Wollpullover angereist war: ein ungewöhnlicher Arbeitsanzug für einen außergewöhnlichen Manager, dem schnelle Entscheidungen, Sachverstand und unkonventionelle Lösungen wichtiger sind als die innersten Feinheiten der Etikette. „Das Auto des Jahres“ ist die wichtigste internationale Auszeichnung auf diesem Gebiet.

          Seit 45 Jahren wird sie vergeben, und sie war gegründet worden, als die Welt der Produkte noch nicht von der gegenwärtigen Preis-Verleihungs-Inflation heimgesucht wurde. Der Blick zurück auf Preisträger von einst offenbart zwar immer glückliche, aber nicht immer restlos erfolgreiche Hersteller und Modelle. Das liegt natürlich auch daran, dass früher dieWelt des Automobils längst nicht mit der aktuellen Menge an Modellen aufwarten konnte. So mag es verwunderlich erscheinen, dass in den ersten Jahren der Rover 2000 oder der Austin 1800 gewinnen konnte. Auch der unvergessliche Ro 80 war ein Auto des Jahres, aber wohl der Zeit im Design voraus und wie es mit seiner Antriebstechnik weiter ging, darf als bekannt gelten. Aber schon der Sieger aus dem Jahr 1966 belegte den Sachverstand der Juroren: Der Renault 16 war derart fortschrittlich, dass ihm noch heute manche Kunden nachtrauern. Die Ränge zwei und drei schließlich belegten zwei Modelle aus völlig anderen Neuheiten-Kategorien: Hinter dem Renault 16 landeten der Rolls-Royce Silver Shadow und der Oldsmobile Toronado.

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