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Abu Dhabi : Der größte Indoor-Themenpark der Welt

Das Dach der Ferrari World besteht aus 900 Tonnen Stahl. Bild: Christian Horan Photography

Die Arabischen Emirate mögen alles etwas größer und höher. Hotels oder künstliche Inseln zum Beispiel. Und sie haben die Ferrari World. Den einzigen Themenpark der Welt, der sich nur um eine Automarke dreht.

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          Die Vereinigten Arabischen Emirate mit ihren Metropolen Dubai und Abu Dhabi gehören zu den Reisezielen, die zurzeit viele Urlauber auf dem Zettel haben. Gelockt wird nicht nur mit Sonne, Wärme, Wüste und Strand, sondern mit etlichen Superlativen wie dem höchsten Gebäude der Welt in Dubai oder der gigantischen künstlichen Insel in Form einer Palme und vielen Luxushotels in den „Wedeln“.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Aber auch Autofans kommen auf ihre Kosten. Auf Yas Island, einem ebenfalls künstlich angelegten, 25 Quadratkilometer großen Flecken Erde, auf dem unter anderem die neue Formel-1-Strecke, die unvermeidlichen Luxushotels, Ikea und eine palastartige Einkaufs-Mall beheimatet sind. Dort lockt die Touristen außer der Water World die Ferrari World.

          Unter dem roten Seestern

          Auch sie ist ein einziger Superlativ. Wer den Airport Abu Dhabi anfliegt, sieht sie schon aus dem Flieger. Von oben wirkt der größte Indoor-Themenpark der Welt wie ein riesiger, vierarmiger Seestern, der Abstand zwischen den Gebäudeflügeln beträgt 1,4 Kilometer. Damit jeder gleich weiß, worum es geht, prangt auf dem Dach das Ferrari-Emblem, 65 mal 49 Meter groß. Größer ist keines. Und die Superlative sind noch nicht zu Ende. 900 Tonnen Stahl sind in der Dachkonstruktion verbaut, auch das ein Rekord. In der Mitte des Sterns ist eine 100 Meter breite, trichterförmige Öffnung. Sie ist verglast und dient als Quelle natürlichen Lichts in der Gebäudemitte. Ende 2010 wurde die Ferrari-Welt eröffnet, die federführenden Architekten kamen aus dem Londoner Büro Benoy. Rund 10 000 Quadratmeter Sonnenschutzglas (2640 einzelne Scheiben) sind im überdimensionalen Lichtschacht verbaut, der sich nach unten auf eine Breite von 17 Metern verjüngt. Die Außenfassade ist als Mosaik aufgebaut: Ferrari-rote Aluminiumpaneele wechseln sich mit Sonnenschutzglas ab, die Glasfläche beträgt hier 6000 Quadratmeter. Zusammen mit der Klimatechnik ist dafür gesorgt, dass es nie wärmer als 25 Grad in der Halle wird. Schon im April kann es in Abu Dhabi 40 Grad heiß werden, es versteht sich somit von selbst, dass Indoor der Schlüssel zum Erfolg ist, ein Outdoor-Park ist unter den klimatischen Verhältnissen kaum denkbar.

          Ohne Frage setzt die Ferrari World schon rein architektonisch neue Maßstäbe. Doch die gebotenen Attraktionen können da nicht ganz mithalten. Vielleicht verspricht man sich auch zu viel, aber immerhin 250 Dirham Eintritt (rund 60 Euro) sind nicht wenig. Wer schon im Europa-Park in Rust war, ist ob der Attraktionen wenig beeindruckt. Richtig spannend fanden der Autor und sein fünfzehnjähriger Sohn allerdings die Kartbahn - mit doch recht schnellen Elektro-Karts - und die Rennsimulatoren, bei denen man in einer Art Käfig sitzt und gegen fünf andere Mitspieler fährt - auf derselben virtuellen Bahn dasselbe Rennen. Wir wurden kurz vor dem Ziel von hinten abgeschossen, wie im echten Rennen. Für diese beiden Attraktionen muss man Termine vereinbaren. Sonst heißt es einfach anstehen, wie überall in den Vergnügungsparks der Welt.

          Im Ferrari durch Italien

          Vieles in der Ferrari World ist auf kleinere Kinder zugeschnitten, die mögen sich noch in den verschiedenen 3D-Kinos begeistern, zum Teil bewegen sich die Sessel relativ aufwendig, und wenn der Ferrari auf der Tour durch die virtuelle Toskana durch eine Pfütze fährt, spritzt es ein wenig Wasser. Ferngesteuerte Modellautos gibt es auch, und echt putzig ist eine Fahrt durch Italien im Kleinmaßstab mit dem auf Schienen geführten kleinen (Ferrari-)Auto.

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