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SUV Kodiaq von Škoda : Škoda greift in die technische Wundertüte

  • -Aktualisiert am

Der Škoda Kodiaq wird im September in der ersten Fahrvorstellung präsentiert Bild: obs

Mit diesem Geländewagen sollte man sich lieber nicht anlegen: Škoda entdeckt die Faszination SUV für sich. Die Preise werden knapp unter 25.000 Euro beginnen.

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          Der Bär ist los. Er heißt Kodiaq, und er steppt über handtuchbreite Waldwege im nördlichen Westen von Norwegen. Aber der Name des friedlichsten aller Braunbären ist nur ein Symbol für den Aufbruch einer Marke: Skoda hat die Erprobungsfahrten mit seinem ersten SUV-Modell abgeschlossen, und wir waren am Alesund zwischen Fjorden, Birken und Beeren mit dem bärigen Auto unterwegs. Es wird im September in der ersten Fahrvorstellung präsentiert und fährt Anfang 2017 mit tschechischem Design, erweiterter Volkswagen-Technik und etlichen pfiffigen Škoda-Details (zum Beispiel Kantenschutz für Türen, das Regenschirmfach) auf den deutschen Markt. Die Preise werden knapp unter 25.000 Euro beginnen und mit stärker motorisierten und üppig ausstaffierten Versionen die 30.000-Euro-Schwelle mit Bärenkräften locker überwinden.

          Im neuen SUV-Trio des VW-Konzerns aus Tiguan, Seat Ateca und Škoda Kodiaq ist dieser die größte Nummer: Dank einer Länge von etwa 4,70 Meter und dem üppigen Radstand von fast 2,80 Meter (Seat Ateca 2,64) entstehen großzügige Platzverhältnisse. Das ist kein Zufall: „Mehr Auto zu bieten gehört zum Kern von Škoda, und wir wollten das beste Angebot machen, das es in diesem Segment gibt“, sagt Bernhard Maier, dezent schwäbelnder Škoda-Chef, in entspannter Stimmung auf dem Beifahrersitz.

          Die Preise werden knapp unter 25.000 Euro beginnen Bilderstrecke

          Ellbogenbreite, Kopffreiheit und Kofferraum folgen jenen geräumigen Markenwerten, die schon mit dem jüngsten Superb bestätigt wurden. Darauf verweist auch die auf Wunsch installierte hinter, dritte Rücksitzbank, die den Kodiaq vom Fünf- zum Siebensitzer transferiert. Verschiebbar ist die zweite, mittlere Bank immer, entweder zum besseren Einsteigen nach ganz hinten oder zum Verändern von Kniefreiheit und Kofferraumvolumen. Das beträgt im Fünfsitzer-Kodiaq 720 Liter, bei umgeklappter Rückbank sollen 2065 Liter hineinpassen. Škoda sagt, das sei der größte Gepäckraum seiner Klasse. Bis zu 2,5 Tonnen Anhängelast dürfen an den Haken, für das diffizile Hänger-Rangieren gibt es den Parkassistenten, der schon bei VW tätig ist. Zum Marktstart gibt es drei Benzin- und zwei Dieselmotoren, alle mit direkter Kraftstoffeinspritzung, die Benziner geben 125, 150 und 180 PS ab, sie sind auf stämmigen Durchzug getrimmt, ebenso die beiden TDI-Aggregate mit 150 und 190 PS sowie Drehmomenten von 340 und 400 Nm.

          Geschaltet wird von Hand mit sechs Vorwärtsgängen oder mit dem famosen doppelkuppligen Sechsgang-DSG, Front- oder Allradantrieb kümmern sich um das Vorwärtskommen. Die stärkeren Versionen sind immer mit der 4x4-Technik kombiniert. Mit einem Tastendruck vertraut der Kodiaq auf alle viere und streift wie sein massig-tierisches Vorbild jenseits von Asphalt durch das Gelände. Messwerte zu Fahrleistungen und Verbrauch sind noch nicht zu haben.

          Die bodenständigen Tugenden des Transports werden im Kodiaq intensiv mit den Qualitäten der funkabhängigen Kommunikation verknüpft. Dafür ist der Infotainment-Baukasten des Volkswagen-Konzerns zuständig, und Škoda hat tief in diese technische Wundertüte hineingegriffen. Das gilt auch für den vielfältigen Einsatz von Assistenzsystemen, wie dem vorausschauenden Fußgängerschutz oder dem systemeigenen Erkennen von Hindernissen und automatischem Bremsen beim Einparken oder Rangieren. Einzelheiten zu Online-Diensten, zu Information und Navigation sowie zu intelligenter Vernetzung von Kodiaq und Smartphone gibt es nach ersten regulären Probefahrten.

          Ein etwas exzentrischer Designchef

          Für den norwegischen Ausflug mussten wir die teilweise verklebten Vorserienmodelle nutzen. Sie brachen noch im Tarnanzug durch die bärenhafte Einsamkeit und konnten dennoch die ruhige Eleganz des Kodiaq nicht verbergen. Denn die neue Dimension in der Škoda-Familie profitiert deutlich von den größeren Freiheitsgraden.

          Jozef Kaban, nur etwas exzentrischer Designchef von Škoda, stellte seine Liebe zur Geometrie ganz in die Dienste einer vernünftigen Sinnlichkeit. Mit raffinierten Kombinationen von unterschiedlichen Flächen, Kanten-Landschaften, Schrägen und Neigungen spielt er mit Licht und Schatten und verleiht dem Kodiaq eine filigran-massive Körperlichkeit. Hier kommt der Bären-Charakter zum Durchbruch: Mit einem Kodiak sollte man sich besser nicht anlegen. Auch wenn das Friedrich Gerstäcker und Karl May nach eigener Darstellung gut überstanden haben. Aber das ist eine andere Geschichte.

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