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Fahrtbericht-Bilanz Technik und Motor 2003 : Leistung wird durch Druck erst schön

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Was war das für ein Auto-Jahr: 2003 brachte reiche Ernte. Flammneue Vehikel, wunderbare Aufgüsse bekannter Erzeugnisse, tolle Ideen. Aber auch traurige Lösungen, müde Helden, matte Schatten einstiger Größen.

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          Was war das für ein Auto-Jahr: 2003 brachte reiche Ernte. Flammneue Vehikel, wunderbare Aufgüsse bekannter Erzeugnisse, tolle Ideen. Aber auch traurige Lösungen, müde Helden, matte Schatten einstiger Größen. Unsere Zuwendung erfahren alle. Aber das muß nicht in jedem Fall von Vorteil für den Probanden sein.

          Noch immer gilt: Der Fortschritt wirkt von oben nach unten, neue Techniken sind in der Regel zunächst teuer, und deshalb werden sie eher in der Oberklasse akzeptiert. Aber die Zeitspanne für die Reise bis in die Niederungen der Kleinwagen wird immer kürzer. Dazu gehört auch das Vordringen der Elektronik. Chips und Schaltkreise haben ihre versteckten Wirkungsstätten im Motorraum oder unter dem Armaturenträger zwar noch nicht verlassen. Aber sie haben ihre Boten längst entsandt, mitten hinein ins Auto, Elektronik wird sichtbarer und gehört zum alltäglichen Umgang mit Bildschirmen und Menüs. Das gefällt nicht nur uns nicht immer, aber wir werden damit leben müssen.

          Fragen der Formen haben uns in 2003 weniger heftig umgetrieben als in den Jahren zuvor. Dabei folgten wir dem Kernsatz: Über Geschmack läßt sich trefflich streiten, über Stil nicht. Die Zeiten der wachsenden Bedeutung des Designs sind noch längst nicht vorüber, eine gewisse Beruhigung ist allerdings eingekehrt. Vielleicht liegt das auch daran, daß wir uns zur Zeit nicht echauffieren mögen.

          Zu den Tendenzen der Autoentwicklung, so wie sie sich in unseren Berichten über die wichtigsten Neuheiten 2003 niedergeschlagen haben, gehört außerdem: Die Menge der Varianten und Versionen wird immer größer. Kaum eine Modellfamilie in einem populären Marktsegment, die nicht die Wahl zwischen drei bis fünf Ausstattungslinien und einem Dutzend Motoren böte. Daß es dann noch eine nette Liste der Sonderausstattungen gibt, versteht sich von selbst. Gleichzeitig haben sich neben den großen Segmenten für die Stufenheck-Limousine und den Kombi neue Nischen aufgetan, die zu weiten Räumen wurden. Der Van, der Minivan, der Geländewagen und dessen schnuckelige Ableitungen, das Cabriolet und der Roadster, das scharfe und das höfliche Coupe, alles Karosserieformen und Konzepte, die das Auto individueller als je zuvor machen.

          Das hat zur Folge, daß wir die debütierende Autopopulation eines Jahres in ihrer Gesamtheit noch weniger als bisher in unseren Fahrtberichten werden abbilden können. Dafür denken wir intensiv über Inhalts-Strukturen nach, die noch direkter und noch pingeliger bei jenen Autos, die dafür geeignet erscheinen, auf die Praxis-Eigenschaften eingehen. Für Alltagsautos wird noch stringenter darauf geachtet werden, für welche Forderungsprofile bestimmte Autos geeignet erscheinen. Natürlich wird daneben noch Raum bleiben für die automobile Unvernunft und für entsprechend gestaltete Berichte. Sonst könnten wir auch über Straßenbahnen schreiben (was ja nicht ausgeschlossen ist). Da ist in den ersten Tagen des Winters 2003 schon der Porsche Turbo als Cabriolet auf uns zugetrieben. Das wird ein Fest: Aber erst zum Beginn des Jahres 2004. Geduld ist unsere Stärke.

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