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Fahrradkleidung : Unter einem Radponcho im Regen

  • -Aktualisiert am
Radbekleidung muss nicht grell sein, sondern kann, wie die Linie H.O.V. von Sugoi zeigt, durchaus bürotauglich aussehen
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          Auf eine Frage wie „Warum benutzen Sie Ihr Rad nicht für die Fahrt zur Arbeitsstätte?“ wurde in einer Repräsentativ- befragung für den „ADFC-Monitor“, einen Bericht zur Lage des Radfahrens in Deutschland, geantwortet: Der Weg ist zu weit, es dauert zu lange, das Auto ist beruflich nötig. Regen, Kälte, Wind, alles, womit das Wetter Radfahren zu einer Mobilitätsform mit deutlich jahreszeitenabhängiger Saison macht, kam in den Antworten gar nicht vor.

          Prinzipiell geht natürlich nichts über den Wetterschutz durch eine Karosserie. Dass sie ihre stärkste Verbreitung in der Liegeradszene und da wiederum bei den Dreirädern - die dann Velomobil heißen - gefunden hat, kommt nicht von ungefähr: Erstens ist man halb sitzend, halb liegend den Unbilden des Wetters besonders stark ausgesetzt, zweitens bietet ein vollverkleidetes „Normalrad“ dem Seitenwind enorme Angriffsflächen, und drittens lässt sich eine geschlossen-starre Hülle über einem Mehrspurfahrzeug konstruktiv überzeugender lösen. Also beschränkt man sich darauf, das Fahrrad nass werden zu lassen, aber das Gepäck und den Radler selbst wetterfest zu machen.

          „Was ziehe ich an?“

          Im Gegensatz zum Motorradfahrer, der auf Schlechtwetterfahrt nur darauf achten muss, dass seine Regenkombi rundherum schön dicht schließt, ist der Radfahrer beim Fahren in - manchmal sogar anstrengender - körperlicher Bewegung. Es ist keine Schwierigkeit, ihn mit leichten Kunststoffmaterialien gegen Wasser von außen abzudichten. Je besser das gelingt, desto ärger schwitzt der Arme aber unter seiner Kunststoffpelle. Alle Regenbekleidung für Radfahrer muss deshalb Dichtigkeit gegen das Wasser vom Himmel mit möglichst guter Belüftung und Feuchtigkeitstransport von der Haut nach außen kombinieren. Da dies nicht nur abhängig von Material und Schnitt der Kleidung, sondern auch bei hohen und niedrigen Temperaturen sowie je nach körperlicher Leistung unterschiedlich gut funktioniert, ist die Frage „Was ziehe ich an?“ vor einer Regenfahrt schon eine Überlegung wert.

          Seiteneinsteiger: Überziehhose
          Seiteneinsteiger: Überziehhose : Bild: Hersteller

          Der einfachste Fall zuerst: ein Gewitterregen im Sommer. Man radelt in leichter Sportbekleidung (Trikot, Radhose) aus Kunstfaser, die einen, nass geworden, nicht frieren lässt und am Körper schnell wieder trocknet. Für den Fall, dass man sich in diesem Aufzug am Ziel nicht blicken lassen kann, ist trockene Wechselkleidung im wasserdichten Gepäck. Falls es nicht warm genug ist, wird man vor allem am wenig bewegten Oberkörper frösteln. Dagegen hilft eine ganz dünne Membranjacke, zum Beispiel aus Goretex Pacshell. Ihre Hauptfunktion ist nicht, das darunterliegende Trikot trocken zu halten, sondern den kalten Luftzug zu stoppen.

          Naturfaser muss nicht unbedingt mit Naturfaser kombiniert werden

          Einfach eine solche windstoppende Regenjacke - oder noch schlimmer: billig beim Lebensmitteldiscounter angebotene Kunststoffanzüge mit Klettleisten und Gummibündchen an Handgelenken und Knöcheln - über Jeans und Sweatshirt aus Baumwolle anzuziehen verkennt das Zwiebelschalen-Prinzip von sogenannter Funktionswäsche völlig. Die mehrschichtige Bekleidung kann nur funktionieren, wenn jede Schicht das tut, was sie soll. Das heißt bei der innersten Textillage: Feuchtigkeitstransport von der Haut nach außen. Das können nicht nur Synthetikfaser-Schlingen, sondern auch die besonders feinen Fasern von Merinowolle. Der kanadische Sportbekleidungshersteller Sugoi hat etwa mit dem Wallaroo 170 Jersey ein (durch die Gewichtsangabe 170 angezeigt) warmes Naturfaser-Shirt aus hundert Prozent Merino im Programm, das schnell trocknet, natürlich antibakteriell schlechtem Riechen vorbeugt und sich schmuseweich trägt. Merino hat nur einen Nachteil: Es ist nicht billig.

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