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Mit dem Rennrad nach Mallorca : Ein Rad hebt ab

In nur siebzehn Minuten ist das Fahrrad in die Tasche gepackt Bild: Holger Appel

Das eigene Fahrrad im Flugzeug mitnehmen? Wie muss es verpackt werden? Was geschieht auf dem Flughafen? Wir sind mit Rennrad und Evoc Bike Bag von Frankfurt nach Mallorca aufgebrochen.

          Die Kerle vom S’Escapada Bikeshop in Campos sind eine freundliche Truppe. Wer auf Mallorca Rat ums Rad sucht, ist dort gut aufgehoben. Einige hundert Leihräder stehen parat, doch wer längere Zeit Urlaub macht, rechnet nach. Ein Tag Rennrad, in der Regel eines aus Karbon von Scott, kostet etwa 25 Euro. Wer viele Tage am Stück mietet, bekommt es etwas günstiger. Aber teuer bleibt das Vergnügen immer noch, und der Radler ist mit fremdem Gerät unterwegs. So reift die Idee, das eigene Fahrrad auf die Insel mitzunehmen. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Man schnallt es auf einen Träger am Auto und fährt damit bis Barcelona, dann mit der Fähre bis Palma. Das dauert, das Rad muss indes nicht auseinandergebaut werden, ist allerdings Wind und Wetter und Langfingern ausgesetzt.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Zweite Möglichkeit: Im Flugzeug mitnehmen. Dafür ist eine Verpackung nötig, und auf den ersten Blick kann die Wahl nur auf einen Hartschalenkoffer fallen, denn, man weiß das ja, die Herren von der Gepäckabfertigung sind bisweilen recht humorlos. Die Ernüchterung folgt sogleich. So ein Koffer ist zwar stabil und innen rundum mit Dämmstoff ausgelegt, dadurch aber höllisch schwer und sperrig. Erfahrene Transporteure warnen vor ausbrechenden Rollen, abbrechenden Griffen und verzogenen Schlössern. Dass nach ersten Reisen Kratzer und abgeplatzter Lack zu beklagen sind, vermag niemand zu verwundern, der einmal solch ein Ungetüm hochgehoben und auf ein Förderband zu wuchten versucht hat.

          Größe nicht unterschätzen: Die Fahrradtasche ist deutlich größer als ein herkömmlicher Reisekoffer Bilderstrecke

          Zweite Möglichkeit: Eine Softtasche. Die muss aus weichem, reißfestem und wasserabweisendem Material gefertigt sein, beispielsweise aus beschichtetem Nylon. Gesagt, getestet. Der Schutzpatron der Wahl heißt Evoc Bike Travel Bag Pro. Sie ist für ihren stolzen Preis von rund 550 Euro eine S-Klasse unter den Radtaschen und soll ein BMC Granfondo Karbonrennrad schadlos von Frankfurt nach Mallorca und wieder zurückbringen.

          Das gute Stück kommt handlich zusammengefaltet mit der Post an. Die Hülle wird nicht einfach aufgestellt, vielmehr müssen an einigen Stellen Streben eingezogen werden, die der Verstärkung dienen. Innen wird hinten ein Kasten auf Klettverschlüsse fixiert, er nimmt später die Kettenstrebe auf. Innen vorn wird eine weiche Box angebracht, in der die Gabel ihren Platz finden soll. Jetzt noch einige Haltegurte sortiert und eingestellt, fertig ist die Tasche. Der Zusammenbau ist kein Hexenwerk, dauert beim ersten Mal aber trotzdem leicht eine halbe Stunde. Wetten, dass die nie mehr zerlegt, sondern aufgebaut im Keller zwischengelagert wird? Dafür sind 135 mal 80 mal 38 Zentimeter Platz vonnöten.

          Irgendwann passt es

          Das Fahrrad muss weitgehend zerlegt werden. Der Sattel wird ganz eingeschoben, die beiden Laufräder werden ebenso abgenommen wie die Pedale und der Lenker demontiert. Das macht sensiblen Naturen zu schaffen, besser, sie markieren sich zuvor penibel ihre Einstellung mit Isolierband. Für die Laufräder hat die Evoc Bag zwei außen liegende Taschen, die im Zentrum mit die Scheibenbremsen schützenden Kunststoffschalen ausgeschlagen sind. Das funktioniert bestens. Einen festen Boden mit praktischen Fixierungen hatte unsere Tasche nicht, solche Modelle gibt es auch.

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