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Fahrrad-Getränkehalter : Der Griff zur Flasche

  • -Aktualisiert am

Getränkehalter fürs Rad: mit rund 20 Euro (im Fachhandel) allemal sein Geld wert Bild: Susanne Braun

Bei Pedelecs und Fahrrädern mit kleinen Rahmengrößen stellt sich oft die Frage: wohin mit dem Getränk? Eine Lösung verspricht ein verstellbarer Halte-Arm für die Flasche, der Additive Spacer One.

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          Die Idee des am Chiemsee ansässigen Fahrradherstellers Additive Bikes ist gut: Nicht nur Pedelecs haben häufig keine Vorrichtung, um Flaschenhalter im Rahmen anzubringen. Auch bei sehr kleinen Rahmengrößen stellt sich hin und wieder die Frage, wohin mit den Getränken? Vor allem aber hat sich Additive Bikes auf Rahmentaschen spezialisiert, die exakt zwischen Ober-, Sitz- und Unterrohr eingepasst werden, also den gesamten Rahmen ausfüllen und daher keinen Platz für eine Flaschenhalterung lassen. Eine Lösung hierfür verspricht der Additive Spacer One.

          Die Neuheit ist ein Zwischenring („Spacer“) auf dem Steuerrohr über einem Ahead-Steuersatz. An den Spacer wird mit Hilfe eines im Winkel verstellbaren Halte-Arms der Flaschenhalter angeschraubt. Der Montageort ist variabel: Entweder links oder rechts unterhalb des Lenkers oder auf beiden Seiten - die genaue Position lässt sich nach individuellen Vorlieben wählen. Der Zugriff auf die Flasche erscheint komfortabel, schneller und einfacher als der Griff nach unten in den Rahmen.

          Passt bei vielen Rädern, aber nicht bei allen

          Gewisse Vorbedingungen müssen allerdings gegeben sein: Der Spacer One hat einen Durchmesser von 1 1/8 Zoll, das muss auch das Maß des Gabelrohrs sein, damit der Ring durch einen existierenden Spacer ersetzt werden kann. Bei beidseitiger Montage sind logischerweise zwei Spacer vonnöten. Außerdem muss der Vorbau eine Länge von mindestens 50 Millimeter haben. All dies ist bei vielen Rädern, aber nicht zwangsläufig bei jedem gegeben.

          Bei normaler Fahrt erweist sich die anfängliche Skepsis hinsichtlich der ungewöhnlichen Anbringung als unbegründet. Der Anbau stört keineswegs. Auf holprigen Mountainbike-Wegen wird er ordentlich durchgeschüttelt, denn er hängt ja völlig frei unter dem Lenker. Aber die Flasche hält, sie rüttelt sich nicht los und fällt nicht heraus. Sie sitzt bombenfest - so fest, dass sie sich während der Fahrt mit einer Hand nicht herausnehmen lässt. Selbst wenn man anhält und mit beiden Händen zerrt, droht der Halter eher abzureißen, als die Flasche freizugeben.

          Das Gewicht am Lenker irritiert

          Das liegt an der Konstruktion des mitgelieferten Halters: Er besteht aus zwei Metallbügeln, die vorn durch ein flexibles, gummiartiges Kunststoffstück zusammengehalten werden. Zudem ist es mit zwei kleinen Nasen versehen. Von denen wird sowohl Zug als auch Reibung auf die Flasche ausgeübt - im Prinzip durchaus wünschenswert. Da der Halter aber frei hängt, existiert kein Gegenhalt, um Zug und Reibung mit einer Hand zu überwinden.

          Mit anderen Flaschenhaltern lässt sich dieses Zuviel an Grip leicht beheben. Der nun mögliche Zugriff mit einer Hand wäre bei sportlich ambitioniertem Fahren in ruppigem Terrain von Vorteil. Aber bei den fürs Geländeradfahren typischen spontanen und teilweise extremen Einlenk-Bewegungen irritiert das Gewicht am Lenker - nicht das des Halters, der wiegt nur 46 Gramm, sondern das der vollen Trinkflasche. Die Konstruktion schränkt das Fahrverhalten ein. Irgendwie scheint der Schwerpunkt nach unten zu gehören und nicht an den Lenker.

          Auch unter aerodynamischen Gesichtspunkten - nicht nur für Rennradfahrer relevant - würde man wohl eine andere Wahl treffen. Für nicht besonders sportlich ambitionierte Unternehmungen mit Mountainbikes oder Crossern, für Fahrten mit Pedelecs oder Reiserädern, bei denen man auch im Rahmen Gepäck verstauen möchte, ist der Spacer One aber eine echte Alternative. Er hält, was er verspricht, und ist mit rund 20 Euro (im Fachhandel) allemal sein Geld wert.

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