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Fahrbericht Isuzu D-Max : Ein Haken an der Sache

  • -Aktualisiert am

Alter Wein in neuen Fässern: Zugtier von Isuzu mit wenig Änderungen Bild: Hersteller

Der Pick-up D-Max von Isuzu aus Japan ist ein Exot auf dem deutschen Markt. Ein größerer Motor und eine bessere Automatik würden ihm guttun.

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          Dürfen und Können sind zuweilen zweierlei. Das wissen die Besitzer von Pferden oder Booten, die gerne ein Auto hätten, das die maximal zulässigen 3,5 Tonnen Anhängelast bewältigen kann. Da es selbst wenige SUV gibt, die so viel an den Haken nehmen dürfen, greifen Anhängerbenutzer oft zum Pick-up und erfreuen sich zugleich an der Ladefläche.

          Den Isuzu D-Max hatte die Redaktion schon 2017 im Testfuhrpark, und wir fanden ihn als Nutzfahrzeug gar nicht schlecht, aber der Antrieb schwächelte. Unser Flehen nach einem größeren Motor und einer modernen Automatik wurde nicht erhört, im aktuellen Modell werkelt immer noch der Vierzylinder-Diesel mit mageren 1,9 Liter Hubraum und 163 PS, die diese Fuhre voranbringen sollen, aber nun weniger Abgase ausstoßen. Auch sonst sind die Änderungen überschaubar, es gibt unter anderem ein paar Assistenten mehr.

          Der Kunde bekommt von rund 30.000 Euro an einen Zweisitzer mit langer Ladefläche und von 38.850 Euro an den Doppelkabiner mit fünf Sitzen, dazwischen gibt es den Anderthalbkabiner mit Notsitzen hinter Fahrer und Beifahrer. Das alles in vier Ausstattungsstufen, in der höchsten kostet der D-Max-Fünfsitzer aber schon 52.500 Euro. Sie hat zwar beleuchtete Schminkspiegel, aber kein Navi. Die Ausstattung wirkt in jedem Fall gediegen, für die wichtigsten Funktionen gibt es Kipp- und Drehschalter, die sogar mit Handschuhen zu bedienen sind. Zur Wahl stehen Handschalter und Automatik mit jeweils sechs Gängen.

          Relativ sparsam

          Die letztgenannte überzeugt uns immer noch nicht, weil der Motor beständig hilflos im Wandler rührt, um dann mit Verzögerung Vortrieb zu erzeugen. Das fühlt sich fast an wie ein stufenloses Getriebe und nervt, sodass wir unbesehen den Handschalter vorziehen würden. Erstaunlich, dass der D-Max trotz dieser Kraftverschwendung relativ sparsam ist. Vor allem zeigt sich das auf der Autobahn, dort kamen wir in flotter Fahrt zwischen 130 und 150 km/h mit neun Liter hin, der Isuzu läuft dabei ruhig und bis in hohe Geschwindigkeiten leise, mehr als gut 170 km/h sind freilich in der Ebene nicht zu erreichen.

          Auf der Rückfahrt mit einem Wohnwagen von Eriba mit rund einer Tonne Gewicht dann die Überraschung, er begnügte sich mit etwa zehn Litern. Die konsumiert er freilich in Stadt und Land auch ohne Hänger, das gelingt der Konkurrenz mit größeren Motoren mindestens genauso gut. Zugfahrzeug und Anhänger kann auf der Reise fast nichts aus der Ruhe bringen, die schiere Länge des Pick-ups sorgt dafür, dass das Gespann gut läuft.

          Von 38.850 Euro an gibt es einen Doppelkabiner mit fünf Sitzen. Bilderstrecke
          Fahrbericht : Isuzu D-Max

          An jeder zähen Steigung zeigt sich aber, dass dem D-Max rasch die Puste ausgeht. Was an gleicher Stelle mit den erlaubten 1,1 Tonnen Zuladung und 3,5 Tonnen am Haken geschehen würde, mögen wir uns nicht vorstellen. Die serienmäßige Geländereduktion kann man dort für mehr Zugkraft auch nicht nutzen, weil der damit zwangsgekoppelte Allradantrieb wie zu Großvaters Zeiten starr zugeschaltet wird und deshalb in jeder Kurve die Reifen radieren. Wir wiederholen uns: Dieses Auto hat einen größeren Motor und eine neue Automatik verdient, ein permanenter Allradantrieb wäre auch nicht schlecht.

          Immerhin gibt der Isuzu im Gelände eine gute Figur ab, er hat jetzt serienmäßig eine Differentialsperre hinten sowie eine Bergabfahrhilfe und kann Bäche bis 80 Zentimeter Tiefe durchwaten. Der Isuzu D-Max ist ein günstiges Angebot für Antriebs-Asketen. Wer damit leben kann, bekommt für sein Geld viel Auto. Alle anderen warten weiter auf einen größeren Motor und eine moderne Automatik.

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