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Fahrbericht Porsche Cayenne : Porsche schwimmt mit dem Strom

Porsche Cayenne S E-Hybrid: Nach dem Panamera und dem 918 Sypder der dritte Porsche mit Plug-In-Hybrid. Schafft rund 25 Kilometer elektrisch und ist mit 333 PS nicht eben schwachbrüstig motorisiert. Gibt`s für rund 82.000 Euro Grundpreis. Bild: Hersteller

Porsche gibt sich grün und hat gleich drei Modelle im Programm, die rein elektrisch fahren können. Der Cayenne mit Schnur ist freilich eine Mogelpackung. Wegen des offiziellen Normverbrauchs.

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          Alle Welt will SUV. Die mehr oder weniger großen Kisten machen schon 20 Prozent des Marktes aus, und im noch jungen Jahr legen die Absatzzahlen immer noch weiter zu. Nicht umsonst ist bei Porsche das meistverkaufte Modell nicht der 911 oder der preisgünstigere Boxster/Cayman, sondern der Cayenne, ein dickes SUV mit fast fünf Meter Länge.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Für den Modelljahrgang 2015 wurde die Frontpartie überarbeitet, das Heck ist frisch gemacht, die Heckklappe ist jetzt elektrisch betätigt. Und auch im Innenraum haben die Designer Hand angelegt, die Rückbank wurde neu gestaltet, sie ist jetzt mit Sitzklimatisierung zu haben.

          Die wichtigste Neuheit in diesem Jahr ist jedoch der Cayenne S E-Hybrid. Zwar gab es schon zuvor ein Hybrid-Modell, jetzt aber kann der E-Cayenne an der Steckdose geladen werden, und die rein elektrische Fahrt ist möglich. Eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 10,8 kWh, die im Kofferraumboden plaziert ist, garantiert nach Angaben von Porsche eine elektrische Reichweite je nach Fahrweise und Umfeld zwischen 18 und 36 Kilometer.

          Doch Pustekuchen. Dieser Winter mit Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt hat etwas dagegen - je kälter, desto leistungsschwächer sind die Akkus. Als wir den Cayenne bei Porsche in Zuffenhausen mit 100-Prozent-Ladezustand übernommen hatten, kamen wir auf dem direkten Weg zum Caravan-Salon auf dem Messegelände (durch die Stadt) nur 14 Kilometer rein elektrisch voran. In der übrigen Zeit wurde es nicht viel besser. Maximal 20 Kilometer mit Strom waren drin, mehr nicht. Und dabei sind wir vorsichtig gefahren, nicht forsch.

          Wir haben es durchaus darauf ausgelegt, so weit wie möglich zu kommen. Es hat nicht viel geholfen. Geladen ist die Batterie an der herkömmlichen Haushalts-Steckdose in gut vier Stunden. Mit Starkstrom geht es doppelt so schnell. Eine App auf dem Smartphone bietet die Möglichkeit, den Ladevorgang zu überwachen, ihn zu beenden oder den Wagen schön vorzuheizen, wenn er noch angeschlossen ist. Es wird auch angezeigt, wo das Auto steht. Und soll der Sohn nicht zu schnell fahren, programmiert Papi die App so, dass sie zumindest meldet, wenn das Limit überschritten wird. Schöne neue Welt.

          Bei normaler Fahrt geht der V6-Motor aus

          Im Gegensatz zum alten Hybrid-Cayenne hat der Elektromotor jetzt eine wesentlich höhere Leistung (70 kW/95 PS), rein elektrisch kann man bis zu 125 km/h schnell sein. Der mit dem Stromer kombinierte V6-Benziner hat alleine 333 PS, beide zusammen bringen es auf 416 Pferde. Auf dem Papier liest sich das nicht schlecht, und die absoluten Fahrleistungen können sich selbstverständlich sehen lassen. Fast 250 km/h sind möglich, der Spurt von 0 auf 100 km/h gelingt in glatt sechs Sekunden. Dabei greift der Elektromotor dem Verbrenner unter die Arme, was natürlich nur geht, wenn noch Energie in der Batterie vorhanden ist. Auch im E-Betrieb kann man sie nicht ganz leer fahren, 15 Prozent Kapazität bleiben zunächst drin. Bei normaler Fahrt geht der V6-Motor in der Regel aus, wenn keine Leistung gefordert wird, also vor der Ampel oder beim Rollen. Und natürlich wird bei der Bergabfahrt rekuperiert, die Bremsenergie wird von der Batterie „eingefangen“. Wer will, kann mit Knopfdruck den Ladezustand der Batterie halten oder sie mit dem Motor laden. Dafür braucht man ungefähr ein Strecke von 60 Kilometer, der Verbrauch erhöhe sich um 20 Prozent, sagt Porsche.

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