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Fahrbericht Range Rover Evoque : Der Schein ewiger Jugend

Top auf der Straße: der Range Rover Evoque Bild: Hersteller

Der Range Rover Evoque: Auf der Straße ist er nach wie vor top. Die Verjüngung des Infotainments allerdings ist weniger gelungen.

          Es gibt Autos, die sind wie attraktive Frauen. Sie wirken auch mit fortschreitendem Alter ewig frisch und verlieren über die Jahre nichts von ihrer Anziehungskraft. Der amerikanische Präsident würde ausrufen: „Sie haben sich aber gut gehalten!“, was wir unserer Angebeteten natürlich mit mehr Feingefühl beibringen würden.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Im Falle eines Automobils ist weniger Rücksicht vonnöten, doch dem Hause Range Rover gebührt bis heute das Verdienst, ein Fahrzeug aus dem Hut gezaubert zu haben, das noch immer stilbildend aussieht und die Köpfe verdreht. Behutsam wird der Evoque, die eigentlich widersinnige Kreuzung aus Coupé und Geländewagen, auf der Höhe der Zeit gehalten. Für dieses Modelljahr haben die Briten innen Hand angelegt und sind vor allem ihrem antiquierten Infotainment zu Leibe gerückt. Der Bildschirm erstrahlt nun in einer Größe, die auch älteren Herrschaften das Ablesen möglich machen soll. Auf hochaufgelösten 10 Zoll bringt Range Rover all das unter, was es zum Telefonieren, Musikhören und Navigieren braucht. Dass der berührungssensitive Bildschirm wie gehabt in einer Höhle kauert, mag hilfreich gegen Spiegelungen sein, der Bedienbarkeit ist es abträglich. Nach Einschalten der Zündung lädt die Software behäbig. Und die Reaktionsgeschwindigkeit auf Befehle ist noch immer suboptimal, Gleiches gilt für die Menüführung. Range Rover wird wie seine Schwester Jaguar besser, ist aber noch nicht so logisch, wie es möglich wäre.

          Wer ans Fahren denkt, wird Dieselmotoren in Erwägung ziehen. Vierzylinder mit 150, 180 oder, taufrisch, 240 PS stehen zur Wahl, abgasgereinigt mit Harnstofflösung, die etwas umständlich im Motorraum nachgefüllt werden muss. Der Testwagen rollte in der mittleren Variante mit Automatik heran, die sich als erfreulich potent und nur im oberen Drehzahlbereich laut erwies. 8,1 Liter betrug der Testverbrauch. Die Sitzposition ist angenehm hoch. Freilich verhüllt der Evoque mit seiner forsch gemeinten Ausrichtung in Getriebe und Fahrwerk nicht, dass er sich auch im zweiten Frühling als Jugendliebe versteht. Eine, die sich als Topmodell ohne mit der Wimper zu zucken in die 60 000- Euro-Liga entführen lässt.

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