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Fahrbericht Opel Karl : Nettes Kerlchen, dieses Karlchen

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Opels Kleinster macht vieles richtig. Karl glänzt vor allem mit einem für seine Klasse durchaus überdurchschnittlichen Raumangebot.

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          Opel ist einer der ältesten Autohersteller der Welt. Obwohl Unternehmensgründer Adam Opel nie Autos bauen ließ (sondern Nähmaschinen und Fahrräder), trägt einer der Bestseller der Marke inzwischen seinen Namen. Und der zweite Kleinwagen, der jetzt an den Start gegangen ist, heißt Karl, fast wie der erstgeborene seiner fünf Söhne. Als Opel 1898 das erste Auto baute, war Adam schon drei Jahre tot. Der Karl des Jahres 2015 ist 3,68 Meter kurz, in der Basisversion kostet das Kerlchen glatte 9500 Euro, dafür gibt es einen Einliter-Dreizylinderbenziner (und nur diesen einen) mit 75 PS (55 kW) mit einer ganz erklecklichen Ausstattung.

          Ein echter Rüsselsheimer ist der Karl nicht. Wohl deshalb schreibt er sich vorn mit K und nicht mit C wie der Opel-Sohn. Gebaut wird er in Südkorea, und er rollt als Chevrolet Spark auch auf Straßen fern Europas. Aber er schmiegt sich mit seinem süß lächelnden Kühler und der blitzbewehrten Chromspange fein in die Familie ein. Die kühn geschwungenen Scheinwerfer zeugen von Marken-Genen, die Nebellampen mit Abbiegelichtfunktion gibt es allerdings erst in der höchsten von drei Ausstattungsstufen, die dann Exklusiv genannt wird und den Endpreis auf 12 900 Euro treibt. Auf diesem Niveau werden die B-Säulen schwarz lackiert und die hinteren Scheiben stark getönt. Mit den 15 Zoll großen Leichtmetallrädern ergibt sich beinahe ein Design-Karlchen.

          Innen sieht das anders aus. Schlicht wirken die Verkleidungen und Oberflächen, immerhin finden sich gepolsterte Armauflagen und schicke Drehsteller an der Schalttafel für die Bedienung der im Spitzenniveau serienmäßigen Klimaautomatik. Ablagen gibt es nicht in übergroßer Zahl, auf der Mittelkonsole fehlt ein anständiges Fach in angemessener Größe. Ein Handschuhfach mit Deckel findet man in der Klasse der Minis allerdings ebenso wie den Parkpiloten selten, auf Wunsch gibt es sogar eine Beheizung der Vordersitze und des lederbezogenen Lenkrads, zusammengefasst im Komfortpaket für 495 Euro.

          Was noch mehr beeindruckt, ist die innere Größe des kleinen Opel. Vorn fühlen sich auch große Fahrer wohl. Allenfalls ließe sich an den kurz ausgefallenen Schenkelauflagen herumnörgeln. Hinten jedoch sitzen nicht nur Kinder komfortabel, zwei Passagiere reisen dort ohne Körperkontakt, können sich über ausreichende Kopffreiheit freuen und finden mühelos einen Platz für die Füße. Sie steigen überdies komfortabel ein und aus. Die vier Türen sind ein wesentlicher Vorteil des Karl gegenüber dem anspruchsvolleren Adam, der sich weitaus individueller herrichten lässt, aber eben nur zwei Türen hat.

          Kofferraumkapazität steigt bei dachhoher Beladung

          Das Kofferraumvolumen ist ebenfalls nicht übel. 206 Liter passen bis zur Gepäckraumabdeckung hinein, die Ladekante ragt nicht weit über den Boden hinaus. Die Rücksitzlehnen lassen sich zwecks Vergrößerung des Ladevolumens asymmetrisch nach vorn klappen, schaffen es aber nicht in eine horizontale Position, was den Transport von größeren Kartons erschwert. Immerhin steigt die Kofferraumkapazität bei dachhoher Beladung auf 1013 Liter.

          Am Volant ist die passende Sitzposition schnell gefunden, es ist aber nur in der Höhe und nicht axial verstellbar. Instrumentierung und Bedienung sind übersichtlich, ein paar Chromrahmen und Leisten bringen eben Glanz in die kleinste Hütte und tun dem Innenraum des Karl gut. Gestartet wird ganz konventionell mit einem Schlüssel, flink und mit dem typischen Dreizylinder-Klang springt der Motor an.

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