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Mazda 2 Sports-Line G 115 : Ohne Speckröllchen und Schmerbauch

  • -Aktualisiert am

Platz da: Der neue Mazda 2 hat stets vier Türen. Bild: Hersteller/Van der Vaart Fotografie

Der Mazda 2 hat 150 Kilogramm abgenommen, kocht aber weiter mit vier Töpfen. Da Fahrverhalten begeistert, doch das Gefühl einer gewissen Intimität für kräftige Personen vorne kann auch die dritte Generation nicht vermeiden.

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          Wer täglich Sumo-Ringer sieht, achtet wohl besonders aufs Gewicht: Bei Mazda ist der Typ 2 in seiner dritten Generation zwar deutlich gewachsen, hat aber weder Speckröllchen noch Schmerbauch, sondern 150 Kilo abgenommen. Die kantig-gleitenden Linien der Karosserie erinnern trotz neuer Dimensionen an die der Vorgängermodelle. Und sie wecken den Eindruck eines spielerischen Verhaltens im Leben mit Kurven, schon im Stand.

          Der rundum komplett ausstaffierte Testwagen Mazda 2 Sports-Line G 115 steht mit üppigen 18 790 Euro in der Preisliste. Allerdings lässt sich die bei Mazda zur Markenbotschaft erhobene Leichtigkeit das Fahrens im Typ 2 G 75 schon von 12 790 Euro an erleben, freilich mit der eher bescheidenen Leistung von 75 PS.

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          Im Testwagen ging der 1,5-Liter-Vierzylinder mit 115 PS aus der Skyactive-Truppe ans Werk, dem sein Hersteller frugale Verbräuche von 4,5 bis 4,9 Liter Super bescheinigt. Der aufwendig konstruierte Vierventil-Benziner wird mit direkter Einspritzung gefüttert, das in seinen Brennräumen entstehende Gemisch wird zur Verbrennung mit 14:1 hoch verdichtet. Damit kommt er fast auf das allerdings sehr niedrige Niveau des aufgeladenen Dieselmotors.

          Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h

          Leistung um jeden Preis, das weiß Mazda, gehört in der Typ-2-Klasse nicht zum Programm. Deshalb wird dem Benziner die Aufladung per Abgasturbolader verwehrt, und die sonst unter Leistungsdruck auftretenden Trinkorgien bleiben aus. Selbst bei konstant hohem Tempo in der Nähe von 170 km/h hielt sich der Verbrauch bei löblichen 6,7 Liter Super für 100 Kilometer. Im Durchschnitt errechneten wir 6,4 Liter, was sich im Kreis der Konkurrenten sehen lassen kann, aber keine Sensation ist.

          Der aufwendig konstruierte Vierventil-Benziner wird mit direkter Einspritzung gefüttert, das in seinen Brennräumen entstehende Gemisch wird zur Verbrennung mit 14:1 hoch verdichtet. Bilderstrecke
          Der aufwendig konstruierte Vierventil-Benziner wird mit direkter Einspritzung gefüttert, das in seinen Brennräumen entstehende Gemisch wird zur Verbrennung mit 14:1 hoch verdichtet. :

          Die auch in anderen Mazda-Modellen arbeitende Skyactive-Technik führt hier zu einem maximalen Drehmoment von 148 Newtonmeter. Für einen Kleinwagen klingt das gut, aber diese Durchzugskraft gibt es erst bei 4000 Umdrehungen in der Minute. Da wirken die kleinen Dreizylinder von Ford oder Opel wie die Herzen von breiten Bullen, die ihre 170 Nm schon bei 1400 oder 1800/min aufbieten. Wegen des wohl eher harten Verlaufs der Verbrennung glänzt der Mazda-Motor nicht mit weichen oder melodiösen Tönen.

          Die Lautstärke ist zwar gut zu ertragen, aber sogar manche Diesel klingen angenehmer. Immerhin lieferte der Mazda 2 eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und kam aus dem Stand auf trockener Fahrbahn in 8,7 Sekunden auf 100 km/h, ein durchaus sportlicher Wert. Mit knackigem Schaltgefühl wartet die Sechsgangbox auf, bei Topspeed liegen im höchsten Gang allerdings etwa 5000/min an, und das gesamte Geräuschverhalten animiert nicht dazu, sich längere Zeit in dieser Region aufzuhalten.

          Die Bremsen gehen beherzt ans Werk

          Eher begeistern kann das Fahrverhalten. Der mit Frontantrieb aufwartende Mazda setzt in seiner Klasse durchaus Maßstäbe in den Disziplinen Agilität, Präzision und Stabilität. Der 4,06 Meter lange Viertürer beinahe wie von selbst legt sich in die Kurve und bleibt beim raschen Wechseln der Richtungen fein in der Spur, aber seine ganze Dynamik wirkt etwas erwachsener und weniger spontan als früher. Die Bremsen mit Scheiben vorne und Trommeln hinten gehen beherzt ans Werk, neigten im Prüfungsstress allerdings zum Nachlassen. Reich bestückt ist das Angebot von Assistenzsystemen, für 1550 Euro extra gibt es die hilfreichen Licht- und Technikpakete, das Head-up-Display spiegelt sich nicht in der Windschutzscheibe, sondern in einem Kunststoffschild, jedoch nicht komplett in des Fahrers Blickfeld.

          Verbessert wurden Fahrkomfort und Raumangebot, immerhin ist der Radstand im Vergleich zum Vorgänger um 80 Millimeter gewachsen. Doch das Gefühl einer gewissen Intimität für kräftige Menschen vorne und selbst für drei schmalere Passagiere hinten kann auch die dritte Generation nicht vermeiden. Für Gepäck gibt es 280 und beim Umlegen der Rücksitzbank knapp 1000 Liter Stauvolumen. Die hohe Ladekante ist ein Ärgernis.

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