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Fahrtbericht VW Touran TDI 2.0 Highline : Der kleine Luxus für die Familie

Das Facelift hat natürlich nichts an den hinlänglich bekannten Qualitäten des Touran geändert. Zudem ist er qualitativ hochwertig verarbeitet, kennt kaum funktionale Schwächen und bietet auf 4,41 Meter Grundlänge eine optimale Raumausnutzung - im Vergleich mit dem Golf hat er einen um 10 Zentimeter längeren Radstand bei 20 Zentimeter mehr Außenlänge. Fünf Einzelsitze warten auf Passagiere, die drei hinteren lassen sich einzeln umklappen, senkrecht stellen oder auch herausnehmen (Vorsicht: schwer), auch die Lehne des Beifahrersitzes lässt sich umklappen (bei Highline).

Das Kofferraumvolumen beträgt unglaubliche 695 Liter, solange man auf zwei weitere Sitze verzichtet. Die sind für 677 Euro Aufpreis erhältlich. Werden sie nicht gebraucht, verschwinden sie durch einfaches Vorklappen der Lehnen, allerdings müssen dafür die Kopfstützen demontiert werden. Dass der Touran nach Herausnahme der Einzelsitze in der Mitte mit knapp 2000 Liter Ladevolumen dem etwas größeren Opel Zafira um knapp 200 Liter überlegen ist, liegt daran, dass dieser in der Mitte eine Bank hat, die sich nur verschieben und zusammenfalten, aber nicht herausnehmen lässt. Selbst der Zafira-Freund muss anerkennen, dass der Touran im Innenraum deutlich wertvoller wirkt. Aber der VW ist etwas teurer, und die dritte Sitzreihe kostet Extra-Geld.

Kurzweil auf der Rückbank

In der Highline-Version, der besten von drei Möglichkeiten, wirft der VW-Kompakt-Van eine sehr umfangreiche Ausstattung in die Waagschale, zu der unter anderem ein Parkpilot, elektrische Fensterheber hinten, die Gepäckraumabdeckung, Sportsitze vorne sowie eine Klimaautomatik gehören. Im Vergleich mit der Grundausstattung beträgt der Aufpreis jedoch üppige 4700 Euro. Papa und Mama in der ersten Reihe freuen sich über elf Ablagemöglichkeiten, drei davon im Dachhimmel. Dazu gibt es Schubladen unter den Sitzen, ein Fach in der Mittelkonsole, ein geräumiges Handschuhfach - und wahrscheinlich haben wir noch etwas vergessen.

Die Kinder in der zweiten Reihe haben Tischchen an den Rückseiten der Vordersitze, und sie werden die Eltern drängen, auf DSG zu verzichten und stattdessen das „Rear Seat Entertainment Volkswagen Individual“ zu bestellen. Das kostet 1436,21 Euro. Der DVD-Player kommt in die Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen, ein einzelner Monitor im Dachhimmel hinten schafft Kurzweil. Längere Fahrten verlieren ihren Schrecken, keiner quengelt und nölt „Wann sind wir endlich da?“, sondern die Kids schauen gebannt auf „Cars“ - zu empfehlen ist auch „Ab durch die Hecke“ - und lauschen dem Ton mittels Kopfhörer. Fast ist es so, als seien sie nicht an Bord.

So teuer wie die S-Klasse vor zehn Jahren

Zu den wenigen Schwächen, die sich der Touran leistet, gehört die schlechte Übersichtlichkeit nach vorne, und das Heck verschmutzt schnell und sehr stark. Beim Schließen der Heckklappe holt man sich dann dreckige Finger. Zudem notierten wir leichte Windgeräusche am Fahrerfenster. Erschrecken muss man zudem über die hohen Preise, die Volkswagen für seinen Familien-Luxusliner haben will. Zwar ist der Basispreis von 20.989 Euro für das Modell mit dem 75-kW-1,6-Liter-Motor eher niedrig, doch als Highline und mit dem starken Diesel kostet dieses Auto mit DSG mehr als 32.600 Euro.

Außerdem bietet VW mittlerweile eine Aufpreisliste wie einst Mercedes-Benz. Da heißt es hart bleiben bei den Verkaufsverhandlungen, um nicht den Verlockungen des Verkäufers zu erliegen. Zu haben sind unter anderem Standheizung, Ledersitze, Navigation, Xenonlicht und vieles mehr. Unser Auto hatte letztlich einen Listenpreis von 42.188,64 Euro. Das waren mal gut 82.500 Mark, und - man kann es nicht oft genug sagen - vor zehn Jahren war das Basismodell der S-Klasse von Mercedes-Benz kaum teurer.

Die Preisentwicklung beim Automobil erstaunt immer wieder aufs Neue, die „Volks-Wagen“ können heute wahre Luxus-Gefährte sei. Nicht jeder kann 42.200 Euro für einen Touran erübrigen. Da tröstet es, dass es für weniger als die Hälfte schon das Basismodell gibt.

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