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Fahrtbericht VW Polo : Die Basis stärkt den Charakter

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der aktuelle VW Polo ist größer als der erste Golf. Und in der Basisversion ähnlich motorisiert. Er versteht es trotzdem, mehr zu bieten als Transport, denn der Motor zieht kräftig durch und der Innenraum ist klar und aufgeräumt.

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          Bei den Ballsportarten ist VW auf Erfolg programmiert. Mit dem Golf verbinden Millionen von Menschen Mobilität. Der Polo ist beileibe nicht so elitär wie sein Name es vermuten ließe, er stellt heute das dar, was früher etwa Käfer und Kadett waren. Aber der nach dem Brasilien-Import Fox zurzeit kleinste VW ist gewachsen.

          Er muss Platz schaffen für neue Kleinwagen (Stichwort up!), welche die Marke in naher Zukunft auf die Straßen bringen wird. Grundsätzlich erwartete Tugenden hat der Polo deswegen nicht verloren. Er ist, besonders in den Basisversionen, ein Auto der Vernunft, bietet dazu eine hohe Materialqualität und außerdem eine Form, die von Charakterstärke zeugt. 12.150 Euro kostet die viertürige Version des Kleinwagens mit dem Basismotor, einem 44 kW (60 PS) starken 1,2-Liter-Dreizylinder.

          Design
          Der Polo hat ein nettes Gesicht und lächelt nicht übertrieben niedlich in die Welt. Er zeigt stramme Flanken, eine gelungene Verteilung der Proportionen und ein gutes Stück jener fast klinischen Sterilität, die bestens gegen vorzeitiges Altern schützt.

          Innenraum
          Die klare Aussage setzt sich innen fort. Das Armaturenbrett ist ordentlich aufgeräumt, vielleicht fühlt es sich ein wenig hart an beim Zupacken. Die beiden Rundinstrumente trennt die Multifunktionsanzeige, in klaren weißen Symbolen und Zahlen werden hier die Informationen über Treibstoffvorrat, Außentemperatur und Wegstrecken vermittelt. Auf eine Temperaturanzeige des Kühlmittels verzichtet VW. Die Skalen von Tacho und Drehzahlmesser sind einwandfrei ablesbar und fein gegliedert.

          Bild: F.A.Z.

          Die Bedienung fällt leicht, zumal die Primär-Funktionen auf wenige Schalter und Tasten konzentriert sind. In der Mittelkonsole finden sich ein Radio sowie die Knöpfe für die Heckscheibenheizung und die Deaktivierung des serienmäßigen ESP. Das war es dann auch schon, im Basis-Polo fällt es leicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

          Raumangebot
          Die Sitze sind straff wie ein Wadelstrumpf und bieten guten Seitenhalt. Eine passende Position ist schnell gefunden, für beide Vordersitze gibt es eine Höhenverstellung, das Lenkrad lässt sich zudem vertikal und axial verstellen. Ablagen sind in angemessener Form vorhanden, unterhalb der Mittelkonsole verbirgt sich ein sehr hilfreiche, ins Handschuhfach passt eine umfangreiche CD-Sammlung. Unter den Sitzen finden sich Schubladen für Eiskratzer oder Warnwesten, die Türtaschen fassen Ein-Liter-Flaschen.

          Vorn sitzt ein Durchschnittsmensch sehr komfortabel, hinten, sofern kein Riese am Volant Platz genommen hat, reicht der Platz für zwei ganz ordentlich. Der Ein- und Ausstieg in den Fond gelingt mühelos, die eigenen Pforten für die Hinterbänkler kosten aber 735 Euro Aufpreis. Genügend Raum für die Knie ist da, leiden müssen große Menschen, denn deren Köpfe gehen schnell auf Tuchfühlung mit dem Dachhimmel.

          Kofferraum
          Umständlich gestaltet sich das Umklappen der Rückbank. Sie ist in der Basisversion des Polo einteilig ausgeführt, das erschwert die Entriegelung, die auf beiden Seiten mit einigem Kraftaufwand erfolgen muss. Auch das Hochklappen der Sitzfläche ist keine einfache Aufgabe, am besten belässt man sie an ihrem Platz, denn der Aufstellmechanismus macht einen labilen Eindruck, und eben wird die Ladefläche nicht.

          Motor
          Der überarbeitete Dreizylindermotor geht immer etwas knurrig, aber doch mit viel Engagement ans Werk. Er überrascht mit erheblicher Durchzugsstärke, die man dem kleinen Kerl gar nicht zutraut. Beim Ampelsprint braucht er den Wettbewerb mit kräftiger motorisierten Konkurrenten nicht zu scheuen, er gibt seinem Fahrer immer das gute Gefühl, souverän im Verkehrsstrom mitzuschwimmen. Bis etwa 3800 Umdrehungen in der Minute spannt er die Muskeln und treibt den Polo recht fesch voran, danach verliert er die Lust auf Drehzahl.

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