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Fahrtbericht VW Passat Variant : Die praktische Limousine

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Die Neuauflage des Kombis schließt auf zu den Premium-Marken. Der neue VW Passat Variant ist die bessere Limousine geworden und kein billiges Auto. Und Volkswagen zeigt, dass man nicht nur Diesel kann und ohne Turbolöcher ordentlich beschleunigt.

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          Der Kombi ist längst gesellschaftsfähig. Jetzt ist es auch der Variant. Denn der VW Variant ist in seinen Eigenschaften auf dem Weg in die Oberklasse.

          Das zeigt sich schon in der Preisliste: Die von uns jetzt gefahrene Highline-Variante mit dem zweitstärksten Benziner startet bei 34.850 Euro, und nach beherztem Griff in die Truhe mit den Sonderausstattungen landete der Preis bei 49.025 Euro. Wobei nichts Unnützes geordert wurde, nur mehr Sicherheit durch Assistenzsysteme und höhere Flauschigkeit in der Ausstattung.

          Ausstattungsvarianten
          Freilich kann man im Variant auch günstiger zum Passat-Passagier werden. Bei 25.425 Euro beginnt der Kombi-Tarif, das sind 1000 Euro mehr als für die identisch angetriebene Limousine (Vierzylinder-Otto als Basismotorisierung mit 90 kW/122 PS und manueller Sechsgang-Schaltbox). Dann entwickeln sich die Preise (noch ohne Extras) zügig nach oben, auf Trendline folgen Comfortline und schließlich Highline.

          Mit dem stärksten Benziner unter der Haube (155 kW/220 PS) sind in Verbindung mit dem Sechsstufen-Doppelkupplungsgetriebe schließlich 37.775 Euro fällig. Konsumfreudigere Menschen landen bei 60.000 Euro, und da kann man schon von Oberklasse sprechen. Dass dies in Ordnung geht, liegt nicht nur am Preis. Es wird belegt durch etliche Nobeleigenschaften.

          Bild: F.A.Z.

          Design
          Dazu gehört schon der Auftritt: seriös, ernsthaft, konzentriert und noch immer ein wenig langweilig. Die Meinung, der Neue sei ganz der Alte, kommt nicht von ungefähr. Fast alles ist anders, aber es wird doch so vorgetragen, als lebe jeder seit vielen Jahren genau mit diesem Auto zusammen. Diese Art der Vertrautheit stellt sich schon bei der Annäherung ein.

          Das liegt daran, dass der Passat Variant jetzt so ist, wie man ihn schon immer haben wollte. Nicht größer (die Abmessungen sind nahezu unverändert), aber präsenter, selbstbewusster und seiner Rolle als Urmeter der Klasse gerechter werdend. Die neue Frontpartie mit dem Chrom-Ornat des VW Phaeton ist recht klotzig geraten, aber sie demonstriert nach außen die inneren Werte.

          Instrumente
          Dazu gehört vor allem die unaufgeregte Tüchtigkeit des Variant im Alltag, die auf der Summe eher unspektakulärer Eigenschaften beruht: Die Türen öffnen weit und sind eben nicht so breit, dass sie beim Schrägparken zum Hindernis werden; alle Sitzgelegenheiten sind von der für VW typischen Straffheit geprägt, sie tragen in hohem Maße zur Langstreckentauglichkeit bei; der Rundumblick vom Fahrersitz aus ist kaum behindert, und der Mensch am griffigen Volant findet sich sehr schnell zurecht, der Variant gibt in der Bedienung keine Rätsel auf; die neue Mittelkonsole ist die Zentraleinheit zum Schalten und zum Walten, und der freie Blick auf den Armaturenträger zeigt vornehm wirkende, klar abzulesende Instrumente.

          Dass die als liebenswertes Relikt gedachte Analoguhr über der Mittelkonsole wegen Spiegelungen schlecht abzulesen ist, kann man vernachlässigen. An Ablagen herrscht kein Mangel, und Verarbeitung sowie Materialwahl sind auf dem Niveau der nobleren Konzernmarken.

          Platzangebot
          Gekauft wird der Variant in erster Linie wegen seiner variablen inneren Größe. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich da nicht viel geändert. Hinter der breiten und über Stehhöhe hinaus öffnenden Heckklappe (für 450 Euro geht das elektrisch) gibt es reichlich (bei fünf Sitzplätzen) oder überreichlich Raum (wenn nur die erste Reihe bleibt).

          Kofferraum
          Von der aufrecht stehenden Lehne der Rücksitzbank bis zur Ladekante werden in dem sorgfältig verkleideten Gelass 113 Zentimeter als Tiefe und 101 Zentimeter in der Breite offeriert; mit zwei, drei Handgriffen ist die Lehne flugs entriegelt und nach vorn geworfen, dann erreicht der Stauraum eine Tiefe von 197 Zentimeter. Für eine flache Ebene muss man die hinteren Kopfstützen demontieren und verstauen sowie die Sitzflächen etwas anheben und dann nach vorn klappen. Dabei entdeckt man zwar, dass die Güte der Verarbeitung auch im Verborgenen blüht, aber ebenso, dass die im Verhältnis ein zu zwei Drittel definierten Banksegmente auf einer recht fragil wirkenden Konstruktion ruhen.

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