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Fahrtbericht VW Passat CC : Der Wind erzählt ein Lied vom Luxus

Bild: F.A.Z., Hersteller

Seit 35 Jahren ist der VW Passat eine feste Größe auf dem deutschen Automarkt. Aber noch nie kam er so fein daher wie als CC. Das gilt erst recht für das Topmodell mit V6, Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb.

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          In zumindest einer Hinsicht muss man Ferdinand Piёch bewundern: Er ging als VW-Chef unbeirrt seinen Weg. Er will VW zur Premiummarke machen – jetzt über seine Möglichkeiten als Vorsitzer des Aufsichtsrates – und lässt sich durch Rückschläge nicht davon abbringen. Der schönste Coup ist der Passat CC, eine Art Coupé-Version des biederen Familienautos, das in der Regel meist als Kombi (Variant) gekauft wird. Kaum 20 Prozent der abgesetzten Einheiten waren bisher Limousinen. Nun sind aller guten Dinge drei, und mit dem CC weht beim Passat plötzlich ein Wind von Luxus. Dagegen war der W8 von 2001 nur ein laues Lüftchen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Im Gegensatz zu diesem kurzlebigen Achtzylinder-Modell der Vorgänger-Generation hat man dem CC nicht nur einen gleichfalls formidablen V6-3,6-Litermotor mitgegeben (es gibt auch schwächere Aggregate), sondern trotz gleichem Radstand und gleicher Plattform ein völlig eigenständiges Modell geschaffen.

          Mehr Design war bei VW noch nie

          Der CC hat eindeutig den Mercedes-Benz CLS als Vorbild. Er bleibt zwar ein Viertürer, baut aber 5,5 Zentimeter niedriger als die Limousine. Dazu ist er mit 4,80 Meter etwas länger und vor allem dank fließender Linien und flachem Heckabschluss viel vornehmer im Auftritt.

          Mehr Design war bei VW noch nie. Dennoch müssen die Passat-Passagiere nicht sehr unter dem Diktat der Formen leiden: Die Türen öffnen weit, nur beim Einstieg in den Fond muss man über Gebühr den Kopf einziehen. Dort sind nur zwei Einzelsitze vorhanden, die Kopffreiheit ist eher knapp bemessen.

          Keine Abstriche bei der Beinfreiheit

          Keine Abstriche gibt es in der zweiten Reihe in Sachen Beinfreiheit, hier lässt es sich ebenso gut lümmeln wie in der Limousine. Dass der Passat CC in die oberere Mittelklasse gehört, unterstreicht der riesige Kofferraum (532 Liter). Umlegbare Rücksitzlehnen kosten aber 195 Euro Aufpreis, eine Durchreiche für Skier und Ähnliches ist Serie.

          Pilot und Copilot freuen sich derweil über aufwendigst gestaltete Vordersitze. Diese (für 985 Euro elektrisch verstellbaren) Sportsitze glänzen mit einem guten Seitenhalt. Die hohen Wangen in der Sitzfläche, die dazu beitragen, werden jedoch von älteren Mitfahrern kritisiert: Sie seien hinderlich beim Aussteigen. Sonst aber ist das Layout von Vordersitzen, Armaturenbrett und die Positionierung der Instrumente sowie der Bedienelemente nahezu perfekt.

          Tastatur des Mobiltelefons auf Knopfdruck

          Auch die Anmutung und die Wertigkeit der Materialien, mit denen man in Berührung kommt, gefallen. Die neuen Rundinstrumente mit den schmucken Chromringen und den kleinen Uhren in den großen – die Temperaturanzeige steckt im Drehzahlmesser, die Tankanzeige im Tacho – glänzen auch im brandneuen Golf VI. Ein besonders netter Einfall ist die Tastatur des Mobiltelefons, die auf Knopfdruck aus dem Armaturenbrett hervorgezaubert werden kann (685 Euro Aufpreis, mit Bluetooth und Sprachbedienung).

          Wenn das äußere sowie das innere Design so hohe Maßstäbe setzen, darf der Motor nicht enttäuschen. Das Basistriebwerk, ein Zweiliter-Diesel mit 103 kW (140 PS) und immerhin 320 Newtonmeter Drehmoment, mag für genügsame Naturen, die sich nur an den aufregenden Kurven ihres Autos erfreuen wollen, die erste Wahl sein.

          Kenner, die scharfe Kurven auch fahren wollen, nehmen vom Besten nur das Beste und greifen zum 3,6Liter-V6-Motor (Benziner), der 220 kW (300 PS) und ein Drehmoment von 350 Nm bietet. Mit der Wahl des V6 sind automatisch Allradantrieb und ein Direktschaltgetriebe (DSG) verbunden, zudem werden die Dämpfer adaptiv geregelt. 40.800 Euro stehen für den V6 in der Preisliste.

          Lange und verführerische Aufpreisliste

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