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Fahrtbericht VW Passat CC : Der Wind erzählt ein Lied vom Luxus

Doch wie die großen Vorbilder aus Stuttgart und München hat jetzt auch VW eine lange, verführerische Aufpreisliste, mit denen man den CC endgültig in die Oberklasse katapultieren kann. Sage und schreibe 56.476 Euro kostete der Volkswagen, den Wolfsburg der Redaktion zur Verfügung gestellt hatte.

Spaß gemacht hat der Wagen trotzdem (oder weil?). Die Maschine ist jederzeit Herr der Lage, sie schickt bei vollem Leistungseinsatz den 1,7 Tonnen schweren CC in sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h, ist nach gut 25 Sekunden bei 200 km/h angekommen und hört erst auf zu beschleunigen, wenn der Begrenzer bei 250 km/h Einhalt gebietet.

Motor arbeitet zurückhaltend

Erfreulich ist zudem, dass der Motor zu keiner Zeit laut wird, sondern sehr zurückhaltend seine Arbeit verrichtet. Bei Tacho 140 auf der Autobahn säuselt er nur bei 2600 Umdrehungen in der Minute. Das DSG (sechs Gänge) harmoniert prächtig mit der Maschine, es findet immer den passenden Gang, auch bergab schaltet es von selbst zurück. Ein Direktschaltgetriebe (oder Doppelkupplungsgetriebe) unterscheidet sich in der Bedienung nur wenig von einer Automatik, die Möglichkeit, die Gänge manuell einzulegen, haben wir kaum genutzt.

Drei Möglichkeiten hat der CC-Fahrer bei der adaptiven Dämpferregelung: Normal, Komfort und Sport. Wie fast immer bei technischen Spielereien geht es nur um Nuancen, und Otto Normalfahrer wird kaum einen Unterschied spüren.

Sei’s drum, auch beim Kapitel Fahr- und Federungsverhalten holt sich der Nobel-Passat leidlich gute Noten ab. Dank des völlig unauffällig arbeitenden Allradantriebs gibt es zu keiner Zeit Traktionsprobleme, Kurven frisst der CC dank seiner präzisen, geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung mit wilder Gier und bleibt dabei so lange neutral, dass man es kaum glauben mag.

Bremsen fangen Wildfang wieder ein

Die Bremsen fangen den Wildfang wieder schnell und zuverlässig ein. Wenn man etwas kritisieren will, ist es der Federungskomfort. Bei größeren Fahrbahnunebenheiten hat die Hinterachse eine Tendenz zum Poltern, das ist aber nicht dramatisch.

Eher dramatisch ist die Anzahl neuester Techniken, die man beim CC dazubestellen kann. Neben nun schon Gängigem wie Kurvenlicht (mit Xenonscheinwerfern, 1320 Euro) oder einem adaptiven Tempomaten, der den Abstand zum Vordermann selbsttätig regelt (1150 Euro) gehört dazu ein Spurhalte-Assistent (515 Euro), der bei Tempi jenseits von 65 km/h die Fahrbahnmarkierungen erfasst (per Videokamera) und bei Abweichungen korrigierend eingreift.

Parkassistent ist eine Vorführung wert

Immer eine Vorführung wert ist der Parkassistent (755 Euro), der es in den meisten Fällen tatsächlich schafft, den Wagen in eine Parklücke rückwärts einzuparken, nur Gas und Bremse muss der Fahrer noch bedienen. Dazu gibt es eine Rückfahrkamera, die im VW-Emblem im Kofferraum steckt und beim Einlegen des Rückwärtsgangs aktiviert wird.

Trotz der vielen Aufpreise ist der Passat CC kein nacktes Auto: Serienmäßig sind unter anderem vier elektrische Fensterheber für die rahmenlosen Seitenscheiben, die Zentralverriegelung mit Fernbedienung, sieben Airbags, ESP, ABS, ein einfaches CD-Radio, elektrisch verstellbare Außenspiegel.

Nur wenige Schwächen

Mit dem Passat CC hat VW ein bemerkenswertes Auto auf die Räder gestellt, das nur wenige Schwächen hat: Abgesehen vom hohen Preis ist die Sicht nach hinten durch die flache Heckscheibe eher bescheiden, und der Verbrauch des 3,6-Liter-V6 ist mit 11,3 Liter Super Plus auf 100 Kilometer etwas zu üppig.

Und das Auto hat den falschen Namen. Ein anderer als Passat wäre gewiss die bessere Wahl gewesen, zumal am Heck nur „Passat“ steht und nichts von CC. Der wahrlich treffende Name ist leider durch einen (historischen) Maserati belegt.

Daten und Messwerte

Empfohlener Preis 40.800 Euro
Preis des Testwagens 56.476 Euro

V6-Zylinder-Ottomotor, vier Ventile je Zylinder, 3587 Kubikzentimeter Hubraum

Leistung 220 kW (300 PS) bei 6600/min

Höchstes Drehmoment 350 Nm bei 2400/min, mindestens 90 Prozent davon ab 2000 bis 5800/min

Doppelkupplungsgetriebe (DSG) mit sechs Stufen

Permanenter Allrad-Antrieb

Länge/Breite/Höhe 4,80/1,86/1,42 Meter

Radstand 2,71 Wendekreis 11,40 Meter

Leergewicht 1550 (tatsächlich 1640), zulässiges Gesamtgewicht 2110, Anhängelast 2100 Kilo; Kofferraumvolumen 532 Liter

Reifengröße 235/45 R 17

Höchstgeschwindigkeit 250 km/h

Von 0 auf 100 km/h in 6,0 s

Verbrauch 10,9 bis 11,7 im Durchschnitt 11,3 Liter Super Plus je 100 km; 242 g/km CO2 bei Normverbrauch von 10,1 Liter; Tankinhalt 70 Liter

Versicherungs-Typklassen HP 18, TK 25, VK 25

Garantie zwei Jahre ohne Kilometerbegrenzung, drei Jahre gegen Lackmängel, zwölf Jahre gegen Durchrostung, lebenslange Mobilitätsgarantie bei regelmäßiger Wartung

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