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Fahrtbericht VW Passat 2.0 TDI Highline : Noch nie wehte dieser Wind eleganter

Eine Delikatesse: Der neue VW Passat Bild: Volkswagen

Größer und mit viel mehr Schick rollt der neue VW Passat auf den Straßen. Die Mittelklasse-Limousine mit seiner reichhaltigen Ausstattung überzeugt auf Anhieb, wenn auch das harte Fahrwerk etwas gewöhnungsbedürftig ist.

          4 Min.

          Zusammen mit dem Golf ist der Passat Volkswagens wichtigstes aktuelles Automodell - und das mit der längsten Tradition (seit 1973). Während der ein Jahr jüngere Golf als Nachfolger des Käfers trotz der gestiegenen Preise immer noch Deutschlands Auto Nummer 1 ist und damit von einer gewissen Eigendynamik gut leben kann, muß sich der Passat in der Mittelklasse gegen eine viel stärkere Konkurrenz behaupten. Hier gilt es noch mehr zu zeigen, was man kann. Spielt VW mittlerweile tatsächlich in einer Liga mit Audi, Benz und BMW, so wie es Vorturner und Vordenker Ferdinand Piech einst haben wollte?

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Vom optischen Auftritt her ist das sicher der Fall. Die sechste Generation des Passat ist mit einer Länge von 4,77 Meter größer als je zuvor, mit reichlich Chrom an Front und Seite (je nach Ausstattungslinie), einer gelungenen Designführung und den auffälligen LED-Rückleuchten nebst zusätzlichen Blinkern in den Außenspiegeln zeigt der Passat deutlich, wo er sich eingeordnet sehen will - ziemlich weit oben.

          Komfort und Platz im Innenraum

          Eine erste Sicht- und Sitzkontrolle bestätigt diesen Eindruck. Fahrer und Beifahrer kommen sehr gut unter, die Türen schwingen weit auf, der Einstieg ist bequem, auch auf den hinteren Plätzen. Dort ist Beinfreiheit in Hülle und Fülle, selbst wenn vorne große Menschen Platz genommen haben. Auch die Kopffreiheit ist gut ausreichend. Bemängeln kann man, daß die hinteren Seitenscheiben nicht vollständig nach unten fahren und daß der Mittelplatz auf der Rückbank wie fast immer bei neuen Limousinen nicht viel mehr als ein Notbehelf ist: Die Bänke werden überall als Zweier-Möbel konturiert, in der Mitte sitzt man erhöht, härter und hat auch noch die hochgeklappte Armlehne im Kreuz. Unter dem schmucken Heck verbirgt sich schließlich ein Kofferraum, der nicht nur per Fernbedienung zu öffnen ist - der Deckel schwingt wie von Zauberhand geführt nach oben -, mit einem Fassungsvermögen von 485 Liter ist er auch sehr groß, vor allem wenn man die Reserve von weiteren 80 Liter bedenkt, die im Boden wartet, falls man sich mit Reifendichtmittel als Notbehelf zufriedengibt. Ein richtiges (Stahl-)Ersatzrad kostet 51 Euro Aufpreis. Praktisch sind die offenen Fächer links und rechts im Kofferraum sowie der herausklappbare Haken, an dem Tüten aufgehängt werden können. Sollte der Kofferraum nicht groß genug sein, gibt es auch eine Durchlademöglichkeit; die Rückbanklehne ist asymmetrisch geteilt, nach dem einfach zu bewerkstelligenden Umlegen entsteht eine beinahe ebene Ladefläche.

          Die Karosserie lebt durch klar konturierte Kanten statt planer Flächen

          Sauberer Motorraum

          Schnell noch ein Blick unter die Motorhaube: Auch hier ist alles fein angerichtet, und die wenigen Dinge, an die man noch selbst Hand anlegen kann, sind schnell zu finden. Daß die schwere Haube von einem Gasdruckheber gehalten wird, registrieren wir wohlwollend. Sie hebt sich in diesem Fall über einem Zweiliter-Turbodieselmotor mit Pumpe-Düse-Einspritzung. Es ist einer von zwei Selbstzündern, die VW zur Zeit für den Passat anbieten kann, mit 103 kW (140 PS) ist man sehr gut bedient, nur schade, daß ein Partikelfilter 565 Euro Aufpreis kostet. Wenigstens ist er lieferbar, das ist nicht bei allen VW-Dieselmotoren so.

          Kraftvoll, sparsam und leise

          Wir kennen diesen neuen Motor schon aus dem Skoda Octavia Combi (F.A.Z. vom 14.Juni), und wir waren auch beim zweiten Mal reichlich hellauf begeistert. Zwar wirkt er im Passat eine Spur träger als im leichteren Octavia, dennoch hält er beinahe jederzeit genügend Kraft parat, um mit dem VW zügig unterwegs zu sein. Überfordert ist der Motor erst, wenn er im 6.Gang von 50 km/h an beschleunigen soll. Bei dieser obligatorischen Testwagen-Übung braucht er viel Anlauf, um von weniger als 1000 Umdrehungen in der Minute die nötigen 1500/min zu erreichen. Von da an schiebt der Turbo gewaltig, doch 22,2 Sekunden vergehen, bis die 100 km/h passiert sind. Der 6.Gang ist als Schongang ausgelegt, auf der Autobahn liegen bei Tacho 140 nur 2600/min an, bei Höchstgeschwindigkeit (gut 205 km/h) sind es knapp 4000/min.

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