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Fahrtbericht VW Golf Variant : Der Bestseller als Transport-Variante

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der Variant ist der Lademeister in der Golf-Familie. Dass er länger ist, merkt man, wenn es um den Transport im Alltag geht und beim Design wirkt sich der Zuwachs positiv aus. Schade nur, dass der Kombi so langsam in die Gänge kommt.

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          Als Kombi heißt der VW Golf Variant. Das war schon immer so und kommt beim puristischen Kombi-Kunden gut an. Für ihn zählen Funktionalität und Transportvolumen. Vielleicht noch Anhängelast dazu, sportliche Ambitionen hat er selten.

          Daher stellt die Grundversion des Golf mit großem Laderaum den Löwenanteil im Verkauf. Der Vierzylinder-Benziner im 18.700 Euro teuren Einstiegsmodell leistet 59 kW (80 PS), moderner als der 1,4-Liter-Basismotor sind die TSI-Maschinen mit 1,2 Liter Hubraum, die in den Leistungsstufen 63 (85 PS) und 77 kW (105 PS) angeboten werden. Die 1,4-Liter-Benziner mit 90 und 118 kW (122 und 160 PS) existieren fast in der Exoten-Abteilung. Im Selbstzünderregal finden sich der 1,6-Liter-Diesel mit 77 kW (105 PS) sowie ein Zweiliter-TDI mit 103 kW (140 PS).

          Design
          Auf stolze 4,53 Meter streckt sich der Variant für mehr Ladekapazität in die Länge, das sind gut 40 Zentimeter mehr als beim Schrägheck-Golf. Deshalb wirkt der Kombi unerwartet elegant, das opulente Heck schiebt ihn vielmehr optisch an, das beschert ihm Eigenständigkeit und die VW-Merkmale.

          Verarbeitung
          Der Innenraum besticht mit der von der sechsten Generation des Bestsellers aus Niedersachsen gewohnten Wertigkeit. Selbst die Basisausstattung Trendline wirkt gediegen. Tadellos verarbeitet ist sie sowieso. Das Armaturenbrett mit einem angenehm griffigen Kunststoff und den ebenso logisch wie übersichtlich angeordneten Bedieneinheiten bedarf keiner Erklärung.

          Bild: F.A.Z.

          Ablagen
          Staumöglichkeiten finden sich in großer Zahl, zumindest dann, wenn das Ablagepaket für 135 Euro mitbestellt wurde. Das Handschuhfach kann von der serienmäßigen, aber manuell zu regulierenden Klimaanlage gekühlt werden, die Türtaschen haben ein sehr angemessenes Format, und auf der Konsole zwischen den Sitzen warten gleich mehrere Fächer auf Beladung.

          Platzangebot
          Im Fond herrscht reichlich Platz, auch wenn vorne große Menschen sitzen bleibt Raum für Knie und Füße. Dahinter schließt der Frachtraum an, der 505 Liter bei Beladung bis zur Fensterunterkante und Nutzung aller fünf Sitzplätze an Bord aufweist. Das Umklappen der serienmäßig asymmetrisch geteilten Rücksitzbank führt zur Volumensteigerung auf 1495 Liter; wenn statt des Notrades ein Pannenset mit Dichtmittel und Kompressor unter dem Kofferraumboden liegt, können noch mal 55 Liter addiert werden. Bis zu den Vordersitzlehnen ist die Ladefläche 1,7 Meter lang. Wer die bei den Ausstattungen Comfortline und Highline serienmäßig anwesende, sonst 165 teure klappbare Beifahrersitzlehne nach vorne umlegt, kann bis zu 2,70 Meter langes Transportgut in den Variant einladen.

          Das Umklappen der Rücksitzlehnen führt noch nicht zu einer ebenen Ladefläche. Hierzu müssen die Sitzflächen in die Senkrechte gestellt werden, was erst nach dem steileren Justieren der vorderen Lehnen gelingt. Wenn das Ladeabteil jedoch hergerichtet ist, bietet es beste Voraussetzungen für umfangreichen und sicheren Transport.

          Die solide Netztrennwand (160 Euro) kann in zwei unterschiedlichen Positionen befestigt werden, je nachdem, ob zwei oder bis zu fünf Mitfahrer an Bord sind. Für das maximale Stauvolumen wird sie pfiffig und leichtgängig an Riegeln befestigt, die ihr an den umgeklappten Rücksitzlehnen sicheren Halt geben. Vier Zurr-Ösen helfen obendrein, schwere Fracht zu befestigen. Die Nutzlast von fast 600 Kilogramm erlaubt beinahe Schwertransporte.

          Fahrverhalten
          Die Sitze taugen für längere Fahrten, sie bieten obendrein guten Seitenhalt. Den braucht man schon, denn zumindest in der Disziplin Kurvenfahrten steht der Variant seinem Schrägheckbruder nicht viel nach. Allein bei voller Beladung wird das Fahrverhalten behäbiger, das Heck drängt in den Biegungen nach außen, bleibt aber stets kontrolliert auf eingeschlagenem Kurs. Die Federung ist dann ebenfalls weicher und spricht sehr viel feinfühliger als im unbeladenen Zustand an. Gleichwohl ist der nur mit leichter Last beladene Golf Variant nicht wirklich unkomfortabel.

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