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Fahrtbericht : Vom gallischen Laissez-faire und typisch deutscher Eile

  • -Aktualisiert am

Einer Ente nicht unähnlich Bild: AP

Zwar gibt sich der C2 reichlich Mühe der Ente nachzueifern doch müßte dieser kleine Citroën noch ein paar Macken ausbügeln, um dem Original das Wasser reichen zu können.

          4 Min.

          Wer ist nun der Nachfolger der Ente? Dem C3 von Citroën wurde dies zu Unrecht nachgesagt; der von ihm abgeleitete C2 hat neben einer gewissen Ähnlichkeit im Namen aufgrund seiner Marktpositionierung schon eher das Zeug dazu. Allerdings fehlen dem C2 zwei Türen hinten, und er bemüht sich zu sehr um die Anerkennung der Schickeria. Der Kompaktwagen gibt sich nur in der Seitenlinie unkonventionell, gleitet aber sonst im Strom der herrschenden Formen.

          Der kleine Citroën bietet in seinem hellen, mit harten Plastikverkleidungen ausgekleideten Innenraum nur vier Sitzplätze. Die vorderen sind weich und bequem, in Kauf nehmen muß man allerdings den schlechten Seitenhalt. Man sitzt nicht im, sondern auf dem Sessel, das zwingt den Fahrer, in Kurven Halt am Lenkrad zu suchen. Immerhin ist eine ausreichende Verstellmöglichkeit gegeben, die Vordersitze lassen sich weit nach hinten schieben, um den Beinraum zu vergrößern, der Fahrer thront jedoch nach der Einstellung des korrekten Abstands zwischen Oberkörper und Lenkrad mit einer sehr steil stehenden Rückenlehne auf seinem Platz. Und dies, obwohl sich das Volant nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Tiefe verstellen läßt, nur eben nicht weit genug.

          Die Bedienung des C2 ist einfach. Die Schalter und Hebel erklären sich weitgehend von selber, alles ist an erwarteter Stelle positioniert, die Funktionen der Geschwindigkeitsregelanlage sind in den Speichen des Lenkrades integriert, die Instrumente klar ablesbar. Der Spaß am Spiel von Citroën zeigt die Kombination des Tachos mit dem Drehzahlmesser. Die digitale Geschwindigkeitsanzeige wird von einem Kreissegment überwölbt. Das zeigt mit einem kleinen wandernden Punkt, die Drehzahl an. Kühlmitteltemperatur und Treibstoffvorrat werden über Balkendiagramme signalisiert. Die Lüftung des C2 arbeitet tadellos, die Luftströme können mit fein justierbaren Austrittsdüsen gut gelenkt werden, nach spätestens 1000 Meter Strecke fächelt der leise arbeitende Ventilator selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bereits warme Luft in den Innenraum. Ablagen finden sich in ausreichender Zahl und in gut bemessenen Größen, allerdings fehlt ihnen der rutschfeste Boden.

          Knuffiger Franzose: Citroen C2

          Wachsendes Volumen

          Hinten sitzt es sich weit weniger komfortabel. Zwar gibt es um 12 Zentimeter verstellbare Einzelsitze, aber selbst wenn sie in der hintersten Position arretiert werden, fehlt es an Beinfreiheit. Zudem schränkt ein Wulst vor der Heckklappe, in dem die Klappen-Scharniere versteckt sind, den Raum für die Köpfe störend ein. Wir können dem C2 die Viersitzigkeit für Erwachsene allenfalls nur auf kurzen Strecken attestieren, zumal die Kopfstützen hinten viel zu klein sind und sich nicht weit genug nach oben verstellen lassen. Besser nutzt man den C2 als Zweisitzer mit kommoder Lademöglichkeit.

          Die Lehnen der Einzelsitze hinten können umgeklappt oder mitsamt der Sitzfläche nach vorn aufgestellt werden, dann wächst das Volumen des Kofferraums von 166 auf bis zu 879 Liter bei dachhoher Beladung. Die Heckklappe öffnet zweigeteilt. Ihre obere Hälfte schwingt weit nach oben und droht nicht mit gefährlichen Kanten in Stirn- oder Augenhöhe. Die untere Klappe öffnet nach unten und wird dann von zwei belastbaren Drahtseilen in waagerechter Position gehalten. Die Ladekante ist zwar immerhin 76 Zentimeter hoch, schweres Transportgut kann jedoch auf der entstehenden ebenen Fläche des unteren Heckklappenteils zwischengeparkt werden. Für größeres Gepäck sind beide Teile der Heckklappe zu öffnen, das erfordert immer zwei Handgriffe.

          Höchstgeschwindigkeit nicht erstrebenswert

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