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Fahrtbericht Volvo XC60 : From Belgium und doch with Love

Bild: F.A.Z., Hersteller

Autos von Volvo stehen vor allem für höchste Sicherheit. Mehr und mehr geht es aber auch um Design. Um den Look zu verbessern, wurde Ex-Mercedes-Benz-Designer Steve Mattin angeheuert. Fortan dürfen Volvos, wie jetzt der neue XC60, auch schick sein.

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          XC-Modelle sind bei Volvo jene mit Allradantrieb und gewissen Qualitäten fürs Gelände. Dem großen 90er und dem hochbeinigen Kombi XC 70 hat man kurz vor Jahreswechsel ein neues Modell an die Seite gestellt, dessen technische Basis auch auf den Land Rover Freelander zurückgeht.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Kurzfristig war sogar erwogen worden, den XC60 in England zu bauen; nachdem Land Rover die Ford-Familie verlassen hat, zahlt es sich nun doppelt aus, dass als Produktionsstandort doch das belgische Gent gewählt wurde. Dort sitzt seit den sechziger Jahren eine Filiale von Volvo, alle „kleinen“ Baureihen entstehen dort.

          Doch klein ist der XC60 nicht. Zwar ist er mit einer Länge von 4,63 Meter immerhin 21 Zentimeter kürzer als der 70er-Kombi, doch aufgrund seiner SUV-Statur (1,71 Meter hoch) wirkt er ziemlich mächtig. Als erster Volvo ist das SUV komplett vom Ex-Mercedes-Benz-Designer Steve Mattin eingekleidet worden, und der neue Look steht ihm gut. Mattin will Volvo in eine Art Design-Marke verwandeln, und er ist auf dem besten Wege dazu. Fortan dürfen Volvos auch schick sein, nicht nur kastig und sicher. Wir freuen uns.

          Bild: F.A.Z.

          Weltpremiere City-Safety

          Dass trotz aller aufregenden Formen die Sicherheit immer noch ein, wenn nicht überhaupt der Kernwert der Marke ist, kann nicht oft genug wiederholt werden. So feiert City-Safety im XC60 seine Weltpremiere. Alle Modelle haben es, es kann nicht abgeschaltet werden, das System verhindert in der Regel Kollisionen bei einem Tempo bis zu 30 km/h (und einer Differenzgeschwindigkeit von maximal 15 km/h).

          Der kleine Auffahrunfall in der Stadt sollte also der Vergangenheit angehören. Volvo arbeitet daran, das lasergestützte System auch für höhere Geschwindigkeiten zu kalibrieren, und in Zukunft sollen außerdem schmalere Hindernisse wie zum Beispiel Fußgänger erkannt werden.

          Tempomat, der sich dem Vordermann anpasst

          Zudem ist es selbstverständlich, dass der XC60 schon heute über weitere Sicherheits-Features wie reichlich Airbags, ABS, ESP und über optionale Systeme wie Bliss, ACC oder Driver Alert verfügt. Bliss warnt vor Fahrzeugen im toten Winkel der Außenspiegel. ACC ist ein Tempomat, der die Geschwindigkeit automatisch der des Vordermanns anpasst (und auch bremst).

          Wir halten dieses Feature, das es inzwischen auch bei vielen anderen Herstellern gibt, als eine der wenigen wirklichen Innovationen, die dem Fahrer echten Nutzen bringen. Das Warnen vor dem Verlassen der Fahrspur (Driver Alert) ist mitunter nervig, man kann den Assistenten aber abschalten. Alle drei Systeme zusammen kosten im Paket 2050 Euro. Wie jeder neue Volvo ist der XC60 der sicherste aller Zeiten, bis der nächste neue Volvo kommt.

          Hoher Verbrauch im Praxistest

          In Zeiten des Maßhaltens tat Volvo sehr gut daran, ein kleineres SUV ins Programm zu nehmen. Zurzeit stehen zwei Motoren in drei Leistungsvarianten zur Wahl, beinahe automatisch entscheidet man sich für den aus anderen Modellen bewährten (stärkeren) D5-Diesel, der aus 2,4 Liter Hubraum 136 kW (185 PS) holt und das anregende Drehmoment von 400 Newtonmeter bietet.

          Der 3,0-Liter-Turbo-Benziner (T6) ist schon der Papierform nach viel zu durstig (Normverbrauch 11,9 Liter!), so dass der Dieselmotor eigentlich zwingend ist. Der will nach Norm nur 8,3 Liter, und gibt sich in der Praxis mit rund 10 Litern auf 100 Kilometer zufrieden.

          Ja, das ist nicht unbedingt wenig, in Anbetracht der bewegten Massen (Leergewicht rund 1,8 Tonnen) und der Kälte, in der der XC60 fast ausschließlich bewegt wurde, aber zu akzeptieren. Auffällig war während der fast 3000 gefahrenen Kilometer der geringe Schwankungsbereich zwischen den einzelnen Tanketappen. Auch das Tempolimit in der Schweiz konnte den Verbrauch nicht wesentlich drücken.

          Zurückhaltend und doch zupackend

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