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Fahrtbericht Volvo V40 D3 Summum : Volvo ist in der Zukunft angekommen

Bild: F.A.Z, Volvo

Entgegen aller Erwartung ist Volvos chinesischer Besitzer nicht von Nachteil. Mit dem Volvo V40 D3 Summum gelingt ein starker Beitrag in der hart umkämpften Kompaktklasse.

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          Ohne Zweifel gehört Volvo zu den Automobilmarken mit den treuesten Fans. Das hat freilich zur Folge, dass gern die Vergangenheit beschworen wird, als Fahrzeuge wie der Buckel, der Amazon, der P 1800 oder der Schneewittchensarg Automobilgeschichte schrieben. Doch von ihrem Gestern kann keine Automarke leben. Der Blick muss nach vorn gehen, und wenn dabei auf eine ruhmreiche Tradition gebaut werden kann, ist das ein Vorteil. So ist Volvo - der Erfinder des Dreipunkt-Sicherheitsgurts - schon immer neben Mercedes-Benz der erste Protagonist in Sachen aktiver und passiver Sicherheit gewesen. Und das findet beim neuen, kompakten Volvo, dem V40, seine Fortsetzung.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Sicherheitsausstattung ist einmal mehr vorbildlich, serienmäßig ist neben den mittlerweile gängigen Airbags ein Knie-Airbag für den Fahrer, und selbst für den Fußgänger, der vors Auto läuft, gibt es ein Prallkissen unter der Motorhaube, das sich um die A-Säulen und die Unterkante der Windschutzscheibe schmiegt und die Haube anhebt. Dazu gibt es ein unter anderem ein Auffahr-Warnsystem nebst City-Safety (automatisches Bremsen bei Tempi bis zu 50 km/h) und gegen Aufgeld einen Spurhalteassistenten, einen Toter-Winkel-Warner wie einen Abstandsregeltempomat, eine Verkehrszeichenerkennung, Warnung vor Übermüdung, eine aktive Einparkhilfe inklusive Überwachung des Querverkehrs beim rückwärts Ausparken. So ist der Volvo V40 das sicherste Autos seiner Klasse. Und außerdem hat er mit der absoluten Bestnote beim Euro-NCAP-Crashtest abgeschnitten.

          Die Kehrseite der Medaille ist das viele Bevormunden seitens der Systeme, den Auffahr-Warner haben wir sofort abgeschaltet. Das rote Licht, das in die Frontscheibe eingespiegelt wird, brennt gefühlt beinahe ständig. Auch Gutes kann zu viel sein. Mit den übrigen Helfern kann man sich arrangieren, die Verkehrszeichen-Erkennung funktioniert zuverlässig, auch das automatische Einparken klappt prima, solange man nicht den Sohn ans Lenkrad lässt, der das Bremspedal fast nicht findet. Um ein Haar wäre der Volvo in Nachbars Jägerzaun gelandet. Dass die Geschwindigkeit mittels Fußbremse reguliert werden muss, hätte Papi deutlich sagen sollen.

          Bild: F.A.Z.

          Aber eines ist klar: Junge Leute lieben den V40 aufgrund seines schicken Äußeren und dem modernen Innenraum, der kaum noch etwas von der nordisch-kühlen Strenge ausstrahlt, für die Volvo früher bekannt war. Im Gegenteil, richtig hipp ist der V40 im Inneren, vor allem wenn man für 360 Euro die digitale Instrumentierung bestellt. Dann sind die Instrumente virtuell, drei verschiedene Designs sind wählbar, „Elegance“, „Eco“ und „Performance“. Die Jugend bevorzugt Letzteres. Die Instrumente sind dann in tiefes Rot getaucht, in der Mitte prangt ein „analoger“ Drehzahlmesser, in dessen Rund die gefahrene Geschwindigkeit digital dargestellt wird. Ältere bevorzugen „Elegance“, dunkles Grün, in der Mitte der „klassische“ Tacho. Der Drehzahlmesser wandert nach rechts und ist nur noch schlecht ablesbar, weil kleiner mit senkrechter Skalierung.

          Apropos Extra-Ausstattung: Noch nie hat ein Testwagen aus unserem Fuhrpark seinen Einstandspreis dank vieler Kreuze auf dem Bestellzettel der Presseabteilung mehr als verdoppelt. Relativ moderate 24 680 Euro kostet der V40 als D3 mit dem 110 kW (150 PS) starken 2,0-Liter-Dieselmotor (fünf Zylinder). Für „Summum“, die beste Ausstattungslinie, zahlt man schon 31 680 Euro. Das Fahrzeug, das wir bewegten, hatte schließlich einen Listenpreis von 49 599 Euro.

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